Red Stones

Eines meiner Highlights in diesem Jahr war das Shooting-Wochenende mit Thomas und Günther, zwei wunderbaren Freunden und Fotografen. Gemeinsam bestiegen wir die imposanten Felsen des Pfälzer Waldes und widmeten uns unserer Leidenschaft zur Aktfotografie! Meine beiden Freunde haben sich an diesem Wochenende erstmals persönlich kennengelernt. Zwei Tage mit Thomas Bichler und Günther Ullmann … meine Lieben, es war vor allem für mich und Günther ein ziemliches Abenteuer: Mit Höhenangst auf Felswände klettern 😉 …

Triff Dein Idol …

So gemeinsame Shootings sind unter Models und Fotografen zum Teil „Gang und Gebe“. Ich gestehe, ich nehme selbst aus zeitlichen Gründen eher selten an Sharings oder größeren Gruppenshootings teil. Günther und Thomas kenne ich beide inzwischen seit über zwei Jahren. Und doch hatten die beiden bisher nichts miteinander zu tun, trotz der gemeinsamen Leidenschaft zur Aktfotografie. Günther ist seit jeher bekennender Fan von Thomas, ohne das dieser je davon gewusst hatte. Ich fand, es war an der Zeit, etwas daran zu ändern… Günther würde sein Idol endlich persönlich kennen lernen und sich mal selbst davon überzeugen können, dass Thomas sogar sehr locker ist. Anspruchsvoll, sehr diszipliniert, aber auch ein ganz schöner Spaßvogel 🙂 Ich war sicher: Diese beiden würden ein tolles Team abgeben … und sollte recht behalten…

… Gleich nach der Anreise trafen wir drei uns zum gemütlichen Abendessen in einem Steakhouse in Dahn. Günther war sehr aufgeregt 🙂 Er traf schließlich den Fotografen, dessen Bilder er seit Jahren verfolgt. Umso schöner war es mit zu erleben, wie die beiden auf Anhieb ins Gespräch kamen. Die Chemie stimmte. Als würden sie sich schon lange kennen. Es würde also ein vielversprechendes Wochenende werden, dass wir zum Abschluss des Abends noch besprachen.

Der Berg ruft…

Am nächsten Tag fuhren wir mit zwei Autos zu den „Red Stones“ – sie heißen nicht wirklich so 😉 . Die Fahrt dauerte ungefähr 20 Minuten. 20 Minuten, in denen …

… ich den Ausblick – oder Anblick – des Waldes und der zunehmenden Gesteinsketten vor Augen hatte … die Straßen immer höher und zum Teil enger wurden … ich immer stiller wurde … mir der Tatsache bewusst wurde, wo Thomas mit seinen Models arbeitet … und auf welches Abenteuer ich mich da eingelassen hatte … und das mit Höhenangst … Ich war doch komplett verrückt!! „Shit, ob ich das schaffe?“ ging es mir durch den Kopf…

Der Anblick des Parkplatzes riss mich aus meinen Gedanken. Wir waren angekommen. Den Rest des Weges mussten wir zu Fuß zurücklegen. Die Sonne lachte vom Himmel und würde weiter oben ordentlich brennen. Gleichzeitig war es sehr windig. Eine gefährliche Mischung …. Doch ich würde die wärmenden Strahlen noch zu schätzen lernen … 😀

Meine beiden Freunde packten ihre Fotoausrüstung. Sie mussten mit rund 15 kg auf dem Rücken bergauf wandern. Mein Gepäck war, im Vergleich ein echtes Fliegengewicht: Außer etwas Verpflegung und einem warmen Bademantel brauchte ich für ein Aktshooting gewöhnlich nicht viel mehr. Thomas kennt als erfahrener Outdoorsportler auch noch die Tücken der Natur und versorgte uns mit Insektenspray und Sonnencreme. Schließlich konnte es losgehen … Der Marsch würde – nach Thomas Angabe – gute 20 Minuten (?) dauern.

Drei Freunde, scherzend und plaudernd auf dem Weg zur „roten Spitze“, wie ich sie gern nenne …

Lichtspektakel …

Der Weg zur „roten Spitze“ wurde immer steiler. Wurzeln der Bäume bildeten „Treppen“ und zugleich fiese Stolperfallen. Ich hatte mich etwas zurückfallen lassen, als Ihre Stimmen auf einmal wieder ganz nah waren und mich aufblicken ließen. Vor meinem Auge pures rotes Gestein. Ich bin immer wieder fasziniert vom Anblick der Berge und Felsen… Überwältigt von dieser Pracht, ließen wir uns Zeit und erkundeten die Felsen und Ihre Formationen erstmal. Die Sonne warf ihre Strahlen von der anderen Seite der Felswand durch große und kleine Felsspalten und erzeugte Lichtspiele. Dieses Gegenlicht ließ es in uns freudig aufgeregt kribbeln. So verführerisch das Gegenlicht auch ist, so sehr stellt es Fotografen manchmal vor ziemliche Herausforderungen dieses gekonnt einzusetzen … Natürlich war es auch gleich das erste über das Thomas und Günther fachsimpelten.

… und das Model??

Meine Wenigkeit musste jetzt Ihrem Drang nach geben und in so einen Felsspalt hinein klettern. Ehrfürchtig und neugierig wie ein kleines Kind berührte ich die Felswände. Der Stein war ganz schön kalt. Das kümmerte mich weiter noch nicht. Genauso wenig der pfeifende Wind, der kalt durch die Felsspalte zog. Ich war warm angezogen … Statt dessen kletterte ich ein bisschen zwischen diesen beiden eng beieinander stehenden Felsen herum … Himmel, zuletzt war ich vor gut 10 Jahren in den Bergen!! Meine Freunde behielt ich im Blick. Sie hatten die Stative aufgebaut, es konnte gleich losgehen.

Ich hörte beiläufig wie Günther sich mit Thomas über erste Ideen austauschte. Thomas, der das Gelände aus dem Effeff kennt, „spickelte“ Günther über die Schulter und baute an anderer Stelle sein eigenes Stativ mit Kamera auf…

Btw: Stative werden häufig von Fotografen verwendet, die Landschaften oder Objekte aufnehmen und zum Beispiel eine längere Belichtungszeit brauchen. Die Kamera muss still halten und das Objekt vor der Kamera genauso … Nun verwendet mein lieber Freund Thomas, sein Stativ genauso gern bei Modelshootings – schön still halten heißt es da!! In Lindau da hat er sogar bei Nacht „frei Hand“ fotografiert. Egal wie, seine Bilder sprechen für sich.

Verdammt ist das Kalt!

„Anna! Zieh dich jetzt bitte aus“ hörte ich Günther auch schon rufen… Ich musste schmunzeln …  Thomas stand an seiner Seite. Stehend zwischen den Felsen zog ich mich mich aus und warf den Fotografen meine Kleidung zu. Rückblickend wäre es geschickter gewesen aus zu steigen, mich ausziehen und wieder in die Felsspalte zu spazieren. Da musste ich noch nicht klettern. Aber: Warum den einfach, wenn’s auch kompliziert geht 🙂

Im Adamskostüm bekam ich jetzt einen Eindruck davon, was mich an diesem Tag erwarten würde: Das Gestein war kalt. Und der Wind erst! Er traf mich mit voller Wucht und fühlte sich an wie tausend Eiskristalle! Ich gestehe, daran hatte ich absolut nicht gedacht… Nun gut. Das werden wir überstehen … Worüber auch noch nicht nachgedacht hatte: Die Kanten der Felsen. Hier eine spitze Kante, dort verdeckte der Fels meinen Fuß. Winzige Details, die jedoch das große Ganze mit beeinflussen und ein Bild schlichtweg versauen konnten. Details, auf die vor allem die Fotografen ein Auge haben müssen. Gleichzeitig kann so ein verflixter Stein das Posing erschweren. Für gewöhnlich kann ich mich inzwischen recht gut fließend von einer Pose in eine andere begeben …. Auf diesen Felsen war das gar nicht so einfach …. Aber gut, dann musste ich eben einen Weg finden. Die „harte Arbeit“ betrachtete ich als ein Abenteuer. Und es würde noch ein echt anstrengender Tag werden … Meine Chance mich weiter zu entwickeln. Die Ergebnisse würden es Wert sein.

Günther Ullmann

Nach ein paar ersten Bildern wollte Thomas nun an einer anderen Stelle seine Ideen umsetzen.

Nonverbale Kommunikation

Thomas hatte diese Stelle gewählt, die ein bisschen an Filme von anderen Planeten erinnert. Sie war für mich relativ leicht zu erklimmen und nicht allzu hoch… Dafür heulte der Wind so laut durch dieses Loch, dass ich Thomas Anweisungen rein akustisch kaum verstand. Während Thomas mir mit ruhiger Stimme zurief: „Fußspitzen aufstellen. Knie anwinkeln.“, runzelte ich fragend die Stirn. „So ein verfluchter Mist! Wo sollte ich die Fußspitzen aufstellen? Was hatte er gesagt?“ Hatte ich nur die Hälfte verstanden oder hatte er nicht mehr gesagt? Ich zweifelte an meinem Verstand: Ich blicke mich um, versuchte seine Anweisung zu befolgen. Leichter gesagt als getan: Die Fußspitze rutschte an der Stelle weg, sobald ich Spannung in den Körper brachte. Sah er das, dass die Stelle dafür ungeeignet war? Oder war ich gerade außer Stande mich geschickt auf dem Felsen zu bewegen? Tausend Gedanken schossen mir gleichzeitig durch den Kopf. Ich fluchte leise. Es schien nicht mein Tag zu sein

 

Making of by Thomas Bichler

In solchen Momenten schadet es nicht, eine Pause einzulegen. Tief durchatmen und vor allem: REDEN. Ein Fotograf kann sein Gelände noch so gut kennen. In sein Model hinsehen und wissen was Ihr gerade Schwierigkeiten bereitet, erfährt er nur von Ihr. By the way: Inzwischen war ich häufiger in felsiger Landschaft unterwegs – langsam gewinne ich Sicherheit und überwinde sogar meine Höhenängste 😉

Nicht nur ich machte so meine Erfahrungen. Auch Thomas sollte noch Überraschungen erleben 😀

Andere Größenverhältnisse

Bilder sagen mehr als Worte. An dieser Stelle danke ich Günther für die Aufnahmen :-D:

Thomas hatte eine klare Bildidee und führte mir diese vor….  Thomas ist wohlgemerkt ein bisschen größer und stabiler als ich 😉 Während er sich mit seinen Füßen bequem an der gegenüberliegenden Felswand abstützen konnte und den Rücken kugelrund machen musste, um einigermaßen darin Platz zu finden  …

… konnte ich nur gestreckt die gegenüberliegende Felswand gerade noch mit meinem großen Zeh berühren!!! Meinen Anblick in seiner Pose kommentierte Thomas mit „oh, daran hab ich nicht gedacht“ …. 🙂 Er musste umdenken und gab erstmal Günther das Feld frei.

Jetzt durfte ich mich selbst in den Fels einfügen … ich war inzwischen doch etwas ausgepowert, meine Glieder fühlten sich etwas steif an und langsam fror ich sogar etwas mit dem kalten Wind im Rücken. Das ist es schwer sich nochmal zu konzentrieren … Ein Moment, in dem ich nachdenklich versuchte die Füße zu platzieren … Der Wind wehte mir immer zu die Haare ins Gesicht … ein intuitiver Griff, die lästige Strähne hinters Ohr… „STOP!!! Bleib so“ …. Wir hatten noch ein stimmungsvolles Bild gewonnen 🙂

Die andere Seite

Nach einer längeren Pause in der Sonne, marschierten wir entlang der Felswand weiter. Günther und ich waren fasziniert und staunten über die rote Pracht, die hier mitten im Wald von der Natur hervor gebracht wurde. Thomas hielt derweil Ausschau nach einer geeigneten Stelle und ließ uns die Zeit.

Er achtet sehr genau darauf, wie das Licht fällt und welche Schatten entstehen. So schließt er bei der Wahl alle möglichen störenden Elemente von Vorn herein aus, um seine bekannte ruhige Stimmung zu erhalten.

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Für mich war es hier insgesamt deutlich angenehmer, da der Wind anders kam und die Entfernung zu meinen beiden fotografierenden Freunden nicht so groß war. Nach der Pause hatte ich neue Motivation. Es fühlte sich nicht so bitter kalt an und ich konnte die Aussicht an der Stelle regelrecht genießen. Kurz kam ein leichter Wind auf und zauberte eine Atmosphäre von grenzenloser Freiheit … ein Gefühl das mich prompt „wachsen“ ließ. Auf Wunsch der beiden verharrte ich in dieser Pose und blendete alles um mich herum aus. Langsam wollten mir meine Muskeln den Dienst versagen. Eine Pause war nötig. Noch regierte die Kälte meine Glieder. Nach einer kurzen Pause starteten wir noch einmal. Thomas hatte einen Fehler auf seinen Bildern entdeckt und bat mich die Pose zu wiederholen. Dieses mal wollte es mir nicht gelingen. Kurz verlor ich das Gleichgewicht, fing mich aber gerade noch auf. Der Moment ließ meine beiden Freunde jedoch kurz aufschrecken. Wäre ich doch abgerutscht, wäre es definitiv schmerzhaft gewesen. Ein letzter Versuch dann beendeten wir an dieser Stelle.

Ich war gerade wieder angezogen, als Thomas auf einmal lächelnd neben mir stand „Du weißt, das Model bestimmt was geht und was nicht. Vergiss das nicht“, erinnerte er mich. Ich schmunzelte: „Und Du weißt, wie Stur ich bin“. Wir lachten und folgten Günther, der bereits weiter gegangen war.

Letzte Schauplätze

Wir hatten den Rückweg eingeschlagen, auf dem Thomas noch eine Stelle gesehen hatte, die er ausprobieren wollte. So richtig konnte uns diese nicht begeistern. Meine Bewegungsfreiheit war eingeschränkt und ich fühlte mich jede Minute kurz vorm Rutschen. Der Sandstein hat diesen Nachteil. Einerseits wunderschön, andererseits nicht ganz einfach zu handhaben.

Zu guter Letzt diente uns noch eine schnuckelige Höhle für einen letzten Versuch. Hier war es windstill und fast warm. Ich meiner eingeigelten Pose konnte ich eine gefühlte Ewigkeit verharren. Gleichzeitig besteht bei diesen Posen ein bisschen die Gefahr, sich zu sehr zu entspannen und die Körperspannung lässt nach 😉

Da wir noch einen weiteren Tag zum Shooten hatten, machten wir endgültig Feierabend. Ich freute mich auf eine lange heiße Dusche um den Sand loszuwerden 😀

Auf den Felsenburgen

Für unseren zweiten Shootingtag waren zuerst Felsenburgen geplant, die Thomas uns zeigen wollte. Danach wollten wir nochmal zurück an die Felswand. Er hatte sich noch einmal Gedanken gemacht und wollte, an der Stelle, die am Vortag hatte nicht wirklich klappen wollen, ein Bild umsetzen. Das hat mich sehr gefreut. An diesem Tag fühlte ich etwas sicherer und wollte die Herausforderung noch einmal angehen. Noch konnte ich nicht ahnen, wie groß sie werden würde.

Auf der Burg zeigte sich erneut: Mit 1,56 cm Größe eröffneten sich andere Bildmöglichkeiten. Wo große Models an die Decke stoßen, konnte ich mich bequem hinstellen oder in Mulden wie ein Ei zusammenrollen…

Als der Besucherandrang größer wurde, setzen wir unseren Weg fort Richtung Felswände..

Größte Herausforderung

Kaum waren wir oben auf dem Berg angekommen machte Thomas es sich relativ bald „bequem“. Er legte seine Ausrüstung ab und lief an einer Wand entlang. Ich setze mich in der Sonne auf einen Felsen und beobachtete erstmal die Szene:

Vor mir ragte eine hohe, ziemlich flach wirkende Felswand auf. Na, er würde schon nicht auf dumme Gedanken kommen…. Günther und er unterhielten sich über Möglichkeiten, die die Wand bot, so generell. Dachte ich. Als Thomas schließlich anfing, die möglichen Perspektiven von der gegenüberliegenden Wand aus zu betrachten und flink wie eine Gazelle auf den Felsen kletterte, besah sich Günther die Wand. Ich blickte die beiden an. Günther fragte Thomas nach seinem Plan. „Sitzend oder liegend könnte ich mir was vorstellen“ – „Das ist jetzt nicht dein Ernst??“ fragte ich „Ich soll da rauf???“ – „Doch, klar. Da kannst Du gut drauf liegen“. Oh mein Gott. Und wie sollte ich da rauf kommen??? Günther stand noch an der Wand und sah sich gerade den Sockel an. „Das ist breit genug, da passt locker hin. So hoch ist das auch gar nicht“ Ich fasste mir also ein Herz – der Reiz hatte mich gepackt. Ich wollte zumindest sehen, wie das da oben aussah. Meine beiden Freunde empfohlen mir gleich nackt rauf zu klettern. Schuhe sollte ich noch anlassen. Günther sah ich mir an, wo ich halt zum Klettern finden sollte. Sandstein!!!! Ich war auf halber höhe und musste erstmal etwas Sand weg schieben, um nicht abzurutschen. Und dann brauchte es noch einmal einen ordentlich Ruck um meinen Po irgendwie auf dem Absatz zu platzieren. Da mir die beiden das eingebrockt hatten, Thomas schon auf der anderen Seite saß und sich um seine Einstellungen kümmert, musste Günther ausnahmsweise mal ranhalten: Ich saß mehr oder weniger auf seinen Händen, es fehlt aber noch ein letzter Schubs… „Jetzt pack halt gescheit zu und schieb mich nochmal rauf“ – „Jaaaa, okey….“ ENDLICH. Eine eher unkonventionelle Art, aber für mich der Sicherste Weg.

Oben gelangt, hämmerte mein Herz. Jetzt brauchte ich erstmal eine Minute für mich, um mich hier oben zu orientieren. Vorsichtig testete ich meine Bewegungen … Gleichgewicht ok? Schwindel? Wo sollte ich meinen Blick am besten hinlegen, wie fühlte ich mich sicher. Thomas ließ mir Zeit. Dann gab ich das Kommando: Ich war bereit seine Wünsche umzusetzen. Immer wieder atmete ich tief durch, probierte mit langsamen Bewegungen die Position zu ändern. Insgesamt mit weit größerem Erfolg. Thomas auf Augenhöhe gegenüber hatte ich noch eine traumhafte Aussicht. Es war nicht so schneidend kalt und windig wie am Vortrag, so dass ich diesen Moment sogar genießen konnte. Thomas und Günther freuten sich darüber. Wir hatten irre schöne Aufnahmen hinbekommen 🙂

„Dem Blick des Herzens ist das Ferne weithin sichtbar.“ Rabindranath Tagore

Gestärkt zurück

Ja, ich freute mich sehr. Es war eine meine bisher größten Herausforderung auf ca. 3 Meter Höhe zu klettern. Jetzt wollte ich mich noch einmal intensiv mit den letzten Schauplätzen befassen. Neu motiviert, fanden wir nun auch hier unsere Balance. Es war ein großartiges Gefühl, mit dem ich heim kehren würde.

 

Impressionen aus der Silbermühle – ein Vorgeschmack

Unsere Workshops rücken immer näher!!!! Bald fange ich an die Tage runter zu zählen 🙂

Vor den Weißenburger Fototagen wollte ich die Silbermühle unbedingt selbst kennen lernen. Nein, ein Workshopmodel kennt die Lokation nicht zwingend. Meine zwei Jahre als Hobbymodel haben mir jedoch gezeigt, dass es sinnvoll ist, sich vor einem Shooting mit einer Lokation zu befassen. Als Model möchte ich meinen Beitrag zum größtmöglichen Erfolgen leisten. Dazu gehört eine entsprechende Vorbereitung. Deshalb war es mir wichtig, mir einen eigenen Eindruck zu verschaffen. Es fühlt sich einfach besser an.

Also habe ich Günther gefragt, ob ich mal rein gucken könnte, in die Silbermühle. Und ich durfte nicht nur mal reinschnuppern. Der Wirt der Silbermühle, Markus Bauer, öffnete für uns die Türen, damit wir ein wenig shooten konnten…

Von Außen ganz normal…

Beim Eintreffen habe ich die Gaststätte hauptsächlich am Namen erkannt. „Silbermühle“ steht in geschwungener Schrift auf dem gelb gestrichenen Haus. Wirkte jetzt nicht wirklich spektakulär, eher heimisch. Der Steingarten und die etwas verwittert aussehende Laube sind außen die einzig verräterischen Spuren der Vergangenheit. Die Silbermühle war einst eine richtige Mühle, die von einem kunstliebenden Architekten umgebaut wurde. Der Wirt versteht sich hervorragend darauf, die kunstliebende Linie in der Einrichtung fortzuführen.

Etwas versteckt zwischen einem relativ jungen Gebäudeteil und einem eher älteren Teil, führt eine alte Tür in das Innere der Gaststätte: In einem Wintergarten mit einer Bar, die dazu einlädt, spanische Weine zu verkosten, wird der Besucher empfangen. Wie beschreibe ich das am Besten … viele Pflanzen, die zur Überwinterung reingebracht und dekorativ in Szene gesetzt wurden, viele kleine Accessoires, die normalerweise draußen den Besucher auf das Angebot des Hauses einstimmen, und rustikale Möbelstücke aus unterschiedlichen Zeitepochen. Alles so arrangiert, als würde es zusammen gehören. Aus Lautsprechern drangen spanische Melodien ins Ohr. Sehr angenehm im Übrigen.

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An der Bar wird zu besonderen Anlässen und Veranstaltungen ausgeschenkt. An diesem Tag war sie mit den edelsten Tropfen dekoriert. Aufgeschlagene Bücher luden zum Nachlesen über die Herkunftsländer ein. Auf den Barhockern ließ es sich durchaus aushalten.

Den Blickfang dürften das Büfett mit dem davorstehenden, massiven Tisch und das Klavier bilden, worauf auch wir unseren Fokus legten. Das Klavier aus dunklem Holz ist sehr einfach gehalten. Aber gerade das zog mich magisch an. Natürlich konnte ich später der Versuchung, ein bisschen auf den Tasten herum zu klippern, nicht widerstehen. Zumal Günther mich ans Klavier gesetzt hat – da musste er auch den „Katzenjammer“ in Kauf nehmen. Der Tisch mit seinen Stühlen erinnerte mich an die ritterliche Tafelrunde.

Doch bevor es los ging, gab es noch ein Tässchen Kaffee und eine kleine Führung durch die Räume. Der Wintergarten bietet für sich schon eine Menge, ist aber längst nicht alles, was es in der Silbermühle zu entdecken gibt!

Mit der Silbermühle auf Zeitreise

In der Gaststätte finden wir eine fast schon skurrile Einrichtung: Sitzbänke, die mich an Kirchbänke erinnerten. Meiner Information nach sind es simple Sitzbänke. Dennoch wirkte der Raum auf  mich ungewöhnlich. Woran es genau lag, konnte ich im Endeffekt noch nicht ausmachen. Keineswegs unangenehm, nur ungewöhnlich. Auf angenehme Art anders. Mitten im Raum ein uralter Steinofen mit Herdplatte. An Hacken hängen diverse Töpfe und Kochlöffel aus. Mit entsprechendem Licht werden wir unter Umständen auch hier eine sinnliche Zeitreise unternehmen können 😉

Der Raum gegenüber, der Tagungsraum, erinnerte mich schon eher an ein typisches Wirtshaus. Hier dominiert ein ländlicher Stil. Tische, Stühle und Bänke, wie man sie in einem gut bürgerlichen Gasthaus findet.
Eine gewisse Gemeinsamkeit mit der Gaststätte gibt es: Auch hier steht mitten drin ein Ofen, aber aus Blech. Der Abzug führt durch eine Wand, die auf der Tageslichtseite mit Spiegeln verziert wurde. Ja, ich war kurz davor auf die geflieste Fläche davor zu hüpfen, um etwas auszuprobieren. Habe diesem Drang jedoch widerstanden. Noch zumindest 😉 Günther hatte mich auf ein anderes, besonders ungewöhnliches, Detail aufmerksam gemacht: Ein Kirchenfenster, vermutlich gotisch. In der Wand eingelassen oder hängend, als wäre es ein Gemälde. Der Raum ist wunderbar groß und wird uns beim Workshop als „Studio“ dienen. Ich bin also schon sehr gespannt auf die kreativen Ideen unserer Teilnehmer!

Ich persönlich bin von den vielen kleinen Details in der Einrichtung und den Accessoires angetan. Hier ein bisschen Stahl, dort ein wenig Holz, eine Türgaube aus einer alten Maschinenglocke, Verzierungen an den Wänden – die zugegebener Maßen beim Fotografieren etwas störend sind, gleichzeitig eine Herausforderung diese vielleicht ins Bild zu nehmen. Keiner der Räume gleicht dem anderen. In der Silbermühle werden tatsächlich die unterschiedlichsten Stile und Zeiten auf spannende Art und Weise vereint. Nach der Führung war klar: Hier gibt es immer etwas Neues zu entdecken.

Klavierstunde…

Nun sollte es aber losgehen. Ja, ich muss zugeben, auf das Klavier war ich am meisten gespannt. Bin es immer noch. Und das obwohl ich nicht einmal Klavier spielen kann. Also kein kleiner weiblicher Mozart. In einem anderen Shooting hatte ich das Vergnügen mit einer Geige zu posen. Die richtige Haltung kann man zum Glück erfragen. Ich höre gerne Musik, singe nur in schalldichten Räumen, in denen ich ganz für mich bin 😉 Instrumente spielen kann ich nicht, aber zumindest so tun und die Notenleiter rauf und runter, das bekomme ich noch irgendwie hin … und es sieht auf Bildern authentischer aus.

Auf dem Klavier zu spielen ist einfacher, als der Versuch mit einer Geige. Das Wichtigste dabei ist: Ich hatte großen Spaß daran auf den Tasten herumzuklimpern und Günther hat mich machen lassen. Mal im Sitzen, mal im Stehen … Zwischendurch gönnte ich ihm eine musikalische Pause – Für Menschen, die selbst ein gutes Gehör für Musik haben und singen können, kann sowas schon in den Ohren weh tun! Dennoch muss keine echte Pianistin sein, um hier ein bisschen zu träumen 🙂 Der Klang des Klaviers schuf eine tolle Atmosphäre für tolle Bilder! Und wir haben nicht mal das gesamte Potenzial ausgeschöpft!

Spiel nicht mit dem Feuer

img-20170308-wa0065.jpgAuf dem Klavier hatte ich gleich zu Beginn etwas tolles entdeckt: Ein Kerzenleuchter und
ein Flammenlöscher. So etwas hatte ich noch nie gesehen! Auf dem rustikalen Tisch stand ein Keramiktopf bei dem ich prompt das Bild vom „Letzten Abendmahl“ vor meinen Augen hatte. Accessoirs, die für die angedachten Bilder, die beim Workshop entstehen sollen, perfekt geeignet sind. Es bedarf noch einiger Vorbereitungen, aber wir bekamen schnell einen guten Eindruck. Das Spiel mit den Kerzen fand ich spannend: Es war nicht besonders warm und die Wärme der Flammen lud mich ein, meine Hände wie an einem Lagerfeuer zu wärmen. Bald darauf durfte ich die Flammen langsam löschen – das gab eine kleine Wachsmalerei auf dem Tisch. Ich selbst musste dem Drang, mit dem kleinen Finger in das noch flüssige Wachs zu langen, erstmal widerstehen 😀

Fensterbank

Das Treppenhaus fand und ich finde ich nicht weniger spannend. Das Geländer ist schwer zu beschreiben. Es ist kein typisches Holzgeländer. Es wirkt wie aus Beton mit größeren „Gucklöchern“ – erinnert ein bisschen an ein Schiff und ist in Gelb und Blau gestrichen. Das Treppenhaus ist nicht allzu hell, und an der Decke ist ein, mit einer Art Mosaik verzierter Spiegel, der verrät, wer ob auf der Treppe steht oder sitzt. Dazwischen eine Fensterbank, gefliest. Sie wird von verschiedenen Blumentöpfen geziert. Kaum waren wir an dieser Fensterbank vorbei gelaufen, hatte ich meinen Gedanken noch gar nicht ausgesprochen, als Günther von oben schon rief „Räum mal bitte die Fensterbank ab“. War ja klar, dass ich mich auf die kalten Fließen legen durfte. Der Vorteil: Körperspannung 😀 Wenn Du nämlich darauf bedacht bist möglichst wenig Fläche auf den kalten Stein zu legen, spannst du automatisch alles an. So ungemütlich es sich anhört, war es aber gar nicht. Ich hatte es mir gerade gemütlich gemacht, da hörte ich schon „Bleib so!!“. mail_AAA_9838e

Die Fensterbank ist gerade groß genug für mich. Allzu viel Bewegungsfreiheit hatte ich da allerdings auch nicht. Da wir keinen Blitz eingesetzt haben, ließen wir es nach zwei, drei Posen dabei bewenden. Mehr brauchten wir auch gar nicht.

Spielwiese für kreative Köpfe

Alles in allem bin ich schwer beeindruckt von der Silbermühle, der Idee des Inhabers und den Wirten. Zwei ganz tolle, liebe Menschen, die uns alle Freiheiten gelassen und mit warmen Getränken versorgt haben. Allzu lange waren wir nicht. Sollte ja nur reingeschnuppert werden. Doch die Zeit reichte völlig aus um jetzt gespannt die Tage zu zählen *freu* bis wir unsere Teilnehmer endlich in der Silbermühle begrüßen dürfen!

Papiermühle … und was dann geschah

Liebe Freunde, ich hatte Euch ja, von meinem Ausflug in die Papiermühle erzählt. Wie der Tag mit einem bösen Crash angefangen hatte und mit einem besonderen Shootingerlebnis endete.

Was danach kam, freute mich ganz besonders: Mehrere unserer Bilder wurden von den Redakteuren der VIEW Stern als Titelbild ausgewählt. Ein paar davon haben es dann sogar in die Galerie geschafft! Mich freut das als Model natürlich genauso, wie Stephan von Lichterspiegel-Foto!

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Galerie

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In den Straßen von Lindau

Ein weiteres, sehr spezielles Shootingerlebnis in diesem Jahr, war mit Thomas Bichler. Seine Mischung aus Landschaftsaufnahmen und Fine Arte Nude fasziniert mich schon lange.

Die erste Begegnung

Ich hatte das Vergnügen Thomas bereits bei einem kurzen Shooting im Frühjahr kennen zu lernen. Wir hatten uns für einen kleinen Trip in ein Waldgebiet hinter Ulm verabredet. Ich war sehr gespannt auf ihn. Bis zu diesem Treffen hatten wir schon des öfteren Kontakt gehabt und wir schienen auf einer Wellenlänge zu sein. Dennoch hatte ich etwas Bammel.

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Ein Anfänger Model mit einem so großartigen Fotografen? Immerhin hängen seine klassischen Schwarzweißbilder in Galerien und Ausstellungen und werden in Magazinen, Bildbänden und Kalendern abgedruckt. In seiner Kalenderserie „simbiosa“ zeigt Thomas herrliche stille und ästhetische Outdoor-Aktfotografie. Ich wage sogar zu behaupten, dass er in diesem Genre zu den Besten gehört. Das sehen auch einige Fans und Kollegen so. „Er ist in meinen Augen ein Meister der klassischen Bildgestaltung. Nichts wirkt hier zufällig. Körper fügen sich in vollendeter Harmonie in Landschaften ein. Thomas wandelt die Bilder in traumwandlerischer Sicherheit perfekt in schwarz-weiß um.“ hörte ich Günther Ullmann, bekennender Fan von Thomas Bichler, einmal sagen.

Das Treffen mit Thomas war dann doch ganz anders, viel entspannter, als ich erwartet hatte. Wir gingen spazieren, redeten und sahen uns nach passenden Fleckchen um, die Thomas inspirierten. Beim Posen führte er mich. Er hatte eine sehr angenehme Art und wusste, was er wollte. Gleichzeitig achtete er sehr genau darauf, ob es mir gut ging. Die Temperaturen waren noch sehr winterlich. Angenehm war es so unbekleidet vor allem wenn die Sonne raus kam. An diesem Tag zogen einige Wolken über den Himmel, die die Sonne immer wieder versteckten. Thomas passte diesen Moment immer ab.

So wanderten wir gemütlichen Schrittes durch die Wege des Waldes, bis es Zeit wurde nach Hause zu fahren. Viel Zeit hatten wir an diesem Tag nicht. Das war nicht weiter schlimm, denn sie hatte gereicht, um einander besser kennen zu lernen. Hier entstand mit eines der schönsten Aktbilder 🙂

Porträt by Bichler

Nach diesem ersten Treffen, versuchten wir den ganzen Frühling und Sommer einen passenden Termin für ein weiteres Aktshooting in den Bergen zu finden. Es war wie verhext. Hatte Thomas Zeit, ging es bei mir nicht. Hatte ich Zeit, war er unterwegs. Die wenigen Termine, die wir dann vereinbaren konnten, mussten wir jedesmal verschieben, weil etwas dazwischen kam. Es war frustrierend. Doch wie heißt es so schön? Gut Ding will Weile haben. Kurz vor der großen Pause, vereinbarten wir mit Thomas im September einen neuen Termin. Doch dieses Mal, wollten wir zwei Tage shooten. Vielleicht würden wir mit dieser Taktik mehr Glück haben. Allerdings würden wir kein Aktshooting in den Bergen machen. Er wollte nach langer Zeit etwas anderes ausprobieren. Porträts und ein bisschen Streetstyle. Thomas hatte Lust zu experimentieren. Warum nicht? Thomas liegt die Fotografie im Blut. In unseren Gesprächen ließ er immer durchblicken, dass Technik nicht entscheidend ist. Er verstünde von Technik nicht viel, und wisse die Hälfte der Zeit nicht was er tue – ich konnte mich ja bereits vom Gegenteil überzeugen. Er versteht sich ausgezeichnet auf sein Handwerk.

Endlich fanden wir einen Termin und verabredeten uns für zwei Tage in Lindau. Er warnte mich noch, dass er keine Garantie gibt, was unter’m Strich raus kommen würde. Ich hatte da absolut keine Sorge und ließ es ihn auch wissen.

Spaziergang durch Lindaus Gassen

Wir hatten uns gleich für den Mittag verabredet. Als ich mit dem Zug in Lindau ankam, nahm er mich gleich herzlich in Empfang. Ja, es war, als würde man einen alten Freund treffen. Wir quatschten einfach drauf los. So fangen bekanntlich alle guten Shootings an … Mein Gepäck verstauten wir in seinem Wagen und gingen erst einmal in eins der Kaffee am See. Dort saßen wir gemeinsam, aßen und tranken etwas und lachten viel. Die Sonne schien und wir waren beide gut gelaunt. Auch wenn eher planlos.
Nach einer Weile beschlossen wir dann doch mal loszuziehen. Unser erstes Ziel war ein Weg, der zum Leuchtturm führte. Thomas hatte sich für diese Shooting vorgenommen, bei der Technik von seiner bewährten Methode abzuweichen. Das bedeutet für ihn gleichzeitig, dass er – wie er selbst behauptete – keine Ahnung hatte, was er da eigentlich tat. Kannte ich ja schon. Mancher wird jetzt denken „Wie bitte? Da würde ich als Model ja gleich mal aussteigen“ Ne ne. Auch wenn er an diesem Tag erstmals mit einem neuen Objektiv arbeitete, er hatte es in null komma nix im Griff. Als wäre er ein „Objektivflüsterer“. Ein weiteres war der Umstand, dass er ohne Stativ arbeitete. Er probierte tatsächlich einfach aus einem Moment heraus zu fotografieren und war selbst überrascht als es funktionierte. Wir lachten und scherzten noch darüber.

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Irgendwann verließen wir den See und liefen Richtung Altstadt hinein. Thomas mag genauso wie ich, die kleinen engen Gassen, in denen man selten eine Menschenseele trifft. Während wir so durch die Altstadt liefen, warf er hier und dort einen Blick hinein. Langsam tasteten wir an die Richtung, in die es Bildtechnisch gehen sollte. Schon in dieser Phase kamen einige tolle Bilder heraus. Nach einer Weile machten wir es uns an einem See einfach wieder gemütlich. Ihr merkt schon, von totalem Shootingstress und anstrengenden Posing konnte keine Rede sein. Das lag einfach an der wunderbaren Stimmung und der Tatsache, dass wir uns einfach treiben ließen. Thomas gehört definitiv nicht zu den Fotografen, die eine Pose nach der anderen einfangen. Bei ihm merkt man als Model gar nicht, dass es um ein Shooting geht. Es ist, als würdest Du mit Deinen Freunden losziehen und an einer tollen Stelle halt machen. Nicht anders lief es mit Thomas.

Sensual Moments

Ein weiteres Experiment, dass er im Visier hatte, waren sensual moments. Für diese hatte ich einige Dessous aber auch sehr einfache Blusen mitgenommen. Wir waren in einem Hotel, dass sehr ungewöhnlich aufgebaut war. Mein Zimmer war auf zwei Stockwerken verteilt. Es wirkte wie ein Baumhaus. Eine Badewanne lud zur Entspannung ein. Ein ganz normaler Duschvorhang entpumpte sich dann als kleines kreatives Spielzeug. Thomas spielte hier mit den Lampen des Zimmers und teste so den Effekt. Den Trick hatte er schnell raus. Die Bilder sind in echten Momenten entstanden, während wir uns unterhielten.

Late Night

Irgendwann am späten Abend waren wir hungrig. Ich schlüpfte in ein bequemes Outfit und wir gingen uns stärken. Als wir nach dem Essen auf die Straße traten, war diese etwas Nass und es war tieeeeefe Nacht. Auf Weg zum Hotel, liefen wir durch ein paar Gassen, die von den Straßenlaternen so toll beleuchtet waren. „Komm, ich hole mir ein andere Outfit und wir gehen nochmal in der Nacht shooten!“ schlug ich ihm ganz spontan vor. Thomas war dabei „Ok, machen wir.“ Im Hotel wählte er sogar das Outfit aus. Ich war selbst recht überrascht darüber. Er hat ein sehr feines Gefühl dafür, was gut aussieht. Eine erstaunliche Gabe, die ich bisher nur sehr selten erlebt habe. Draußen in den dunklen Gassen, begann er dann wieder mit der Kamera zu spielen. Immer
wieder ließ er mich „spickeln“ und immer wieder war ich einfach nur verblüfft. Lange waren wir nicht unterwegs. Aber das reichte auch. Wir hatten noch einen ganzen Vormittag Zeit.

Die alte Agfa

Foto by Thomas BichlerAm nächsten Tag ging es nach einem ordentlichen Frühstück weiter. Thomas wollte noch ein paar Aufnahmen im Zimmer ausprobieren. Der Aufbau des Zimmers hatte ihn inspiriert. Nachdem er auch jetzt das Outfit ausgewählt hatte, präsentierte er mir eine alte Leica, die er mitgebracht hatte. Damit sollte ich nun „Selfies“ machen. Er zeigte mir sogar, wie diese funktioniert hatte, damit ich die richtigen Knöpfe drückte. Ja, ich gebe zu, hier konnte ich nicht anders, und alberte etwas herum. Aber: Thomas hatte absolut nichts dagegen. Im Gegenteil. Er bestärkte mich sogar darin, genauso zu sein. Verspielt bis albern, wonach mir eben gerade der Sinn stand. Für ihn war Authentizität das Wichtigste bei diesem kleinen Projekt. So ließ ich es zu.

Bevor ich das Zimmer verlassen musste, wollte er nun noch die kleine Treppe ausprobieren. Er hatte Bilder im Kopf und gab mir dieses Mal Anweisungen, was er wollte. Thomas hat auch hier eine besondere Art. Er spielt sich kein bisschen auf und ist unglaublich menschlich. Da habe ich so manchen anderen Fotografen erlebt, der mit Models wie mit Objekten umgeht.

Ein letztes mal durch die Gassen

Jetzt wurde es aber Zeit. Wir verließen das Hotel. Unser Gepäck konnten wir noch bis zu meiner Abreise stehen lassen. Die Zeit wollten wir noch einmal inFoto by Thomas Bichler den Gassen nutzen. Es war wesentlich belebter, und so manches mal, mussten wir dann doch kurz abwarten. Dennoch entstanden auch hier einige meiner liebsten Porträts. Gegen Mittag war die Zeit dann reif, das Gepäck zu holen und die Heimfahrt anzutreten. Ich muss zugeben, es fühlte sich an, als hätte ich zwei Tage Urlaub gemacht. Es war total entspannt, entschleunigt möchte ich sogar sagen. Als wären wir in eine andere Welt und Zeit eingetaucht. Ein tolles Erlebnis. Wenige Tage später bekam ich dann auch die ersten Ergebnisse. Von wegen „Die meiste Zeit weiß ich gar nicht was ich tue.“. Dennoch ein sehr sympathischer Zug, wie ich finde :-). Oder?

Soviel Vorbereitung muss sein

Bei TfP-Shootings besteht oft die Gefahr, dass die Vorbereitung ein bisschen vernachlässigt wird. Gerade als ich angefangen hatte, musste ich auch gleich die Erfahrung machen, wie man das Shootingerlebnis hätte noch verbessern können.

wir hatten mit dem Fotografen und der VISA das Thema und die Outfits, sowie die Szene besprochen. Ich hatte eine Vorlage für eine Pose, die nachgestellt werden sollte.

Da ich wusste, wie wichtig dem Fotograf diese Projekt war, habe ich das Outfit und die Pose vorher ausprobiert und konnte so noch ein paar Kleinigkeiten anmerken. Diese waren auf dem Original zwar nicht zu sehen. Aber das musste nicht heißen, dass der Fotograf auf diese Elemente verzichten wollte. Dann würde die Szene ein wenig neu geschrieben. Da der Fotograf die Lokation kannte, konnte er sich noch Gedanken machen.

Bahnreisen….

Das ein Model auch mal mit der Bahn angereist kommt ist nicht ungewöhnlich. Deshalb ist es sinnvoll, wenn Fotograf und Model sich über den Zielbahnhof abstimmen können. Hier hatte ich gepatzt. Ich hatte zu spät daran gedacht, mit der Bahn zu fahren und den Fotografen am Abend vorher noch über die „Planänderung“ informiert. Sonst hätte er mir evtl. vorher gesagt, dass ich den Ort hätte ggf. direkt anfahren können. Gut, das sollte mir nicht noch einmal passieren.

Wo wird geschminkt – wo geshootet?

Diese Frage ist nicht ganz unerheblich. Ich habe es schon erlebt, dass ich als Model vor Ort geschminkt wurde. Bei Outdoor Shootings sorgt der Fotograf meistens dafür, dass ein passender Platz zur Verfügung steht oder das Model kommt bereits geschminkt. Je nach Set und Ausstattung des Fotografen ist es durchaus sinnvoll, wenn der Fotograf im Vorfeld einiges aufbauen und vorbereiten kann. Das ist besonders im Winter wichtig.

Zwischendurch checkt der Fotograf immer mal wieder die VISA Arbeit. Für Shootings wird grundsätzlich stärker geschminkt, weil es auf den Bilder durch die Beleuchtung oft ganz anders aussieht!!

Bei diesem Shooting lief das ein kleines bisschen anders. Da wir bei der VISA vor Ort geschminkt haben und anschließend gemeinsam zur Location fuhren, war der Fotograf mehr oder weniger durchgehend anwesend und konnte so seine Wünsche äußern. Erst im Anschluss an die VISA Arbeit wurde das Set vor Ort aufgebaut. Der Fotograf hatte die Szene allein schon wegen der Belichtung mehrfach getestet und wusste wo er was stellen wollte. So dauerte der Aufbau mit einer Stunde auch nicht allzu lange. Bedauerlicherweise hatte ich an diesem Tag noch einen weiteren Termin, den ich durch diese Verzögerung allerdings verschieben musste. Das war ärgerlich. Es wäre schöner gewesen, wäre das Set bereits aufgebaut gewesen. So wäre die Zeit, die insgesamt zur Verfügung stand, optimaler eingesetzt. In diesem Fall wäre es sicher gegangen. Hierin liegt gleichzeitig die große Aufgabe einer guten Planung. Auf diese Weise habe ich gelernt wie ich das am Besten im Vorfeld mit organisieren kann. Wie viele Unbekannte kann ich mir „leisten“?

Wir waren insgesamt gut auf das Shooting selbst vorbereitet. So gut, dass das Shooting selbst gerade mal eine Stunde Zeit in Anspruch nahm und wir in dieser Zeit noch experimentieren konnten. Hier konnte ich dann wieder etwas von meinen Ideen einbringen.

Wertschätzung der anderen Art

Ein Model und ein Fotograf, die sich jeweils auf Ihr gemeinsames Shooting entsprechend vorbereiten zollen einander den Respekt für die Arbeit des Anderen.

Das Model bereitet die Outfits, Haut und Haare vor. Wichtig: Keine Experimente vor einem Shooting!! Ich habe die bitterböse Erfahrung gemacht, und mir einige Tage vor einem Shooting die Beine gewachst. Zum zweiten Mal. Beim ersten mal gab es keine Probleme. Nach dem zweiten Mal war die Haut deutlich gereizt.

Bei Bedarf und nach Möglichkeit das Make-up mit der VISA vorher einmal ausprobieren! Meine VISA und ich hatten vor dem ersten Shooting mit Franz ein Augen make up ausprobiert. Keine zwei Stunden später musste ich mir alles abwaschen, weil die Augenlider wie Feuer brannten. Da wir schon öfter geübt hatten, wusste meine VISA sehr schnell worauf ich reagiert hatte und was wir nicht mehr verwenden durften! Solche Informationen können gerade bei der Zusammenarbeit mit bis dahin fremden VISA’s sehr wichtig sein!

Ganz besonders wichtig ist die regelmäßige Hautpflege. Gönnt Euch zusätzlich zur täglichen Pflege, regelmäßig eine Packung Wellness 🙂 Das ist gut für Körper und Geist und wirkt sich auf Eure Haut und Ausstrahlung aus. Make-up kann nicht alles verdecken und die Arbeit mit Photoshop braucht Zeit. Egal wie erfahren der Fotograf ist. Mit einem gut vorbereiteten Model, macht ein Shooting einfach mehr Spaß. Der Fotograf merkt, dass sie sich für das gemeinsame Projekt interessiert und genauso tolle Ergebnisse haben will.

Der Fotograf weiß wie viel Zeit er für den Set-Aufbau braucht und kann entsprechend mit dem Model planen. Kommt sie geschminkt, sollte erste Set „stehen“. So können unnötige Wartezeiten vermieden werden. Kurze Wartezeiten sind etwas anderes oder wenn das Set umgebaut wird. Hier packe ich gegebenfalls mit an. Dann bleibt noch Zeit für ein Tässchen Kaffee und noch viel wichtiger: Mehr Zeit für tolle Ergebnisse!

Alles Schrott….

Heute gibt es eine längere Geschichte. Das liegt daran, dass ich Euch zum Einen vom Shooting mit Markus erzähle. Andererseits aber auch von ein paar Eindrücken, die ich gewonnen habe.

Was war los

Am vergangenen Wochenende war ich auf einem sehr spannendem Event: Shooting auf einem Schrottplatz in Schaffhausen. Da Schrottplätze nicht ganz ungefährlich sind, ist es gar nicht so einfach eine Erlaubnis zum Shooten zu bekommen. Deshalb ist das Event, bei dem Dina (www.dina-fotografie.ch)die Recycling-Anlage für den Samstag-Nachmittag „bucht“ durchaus begehrt unter Fotografen. Wo sonst bekommt man Schrott zum Shooten 😀

Ich hatte im Winter selbst einem Fotografen einen Schrottplatz als Location vorgeschlagen. So richtig begeistern konnte ich ihn dafür nicht. Als Markus mir dann nach unserem Shooting im Kloster von Schrottplatz-Shooting erzählte, war ich sofort dabei. Noch so ein schräger Vogel 😀

Am Ende waren wir zu Zweit

Besonders zuvorkommend von ihm war es, sich mit mir darüber abzustimmen, ob ein zweites Model mitgehen sollte/konnte oder ob ein Tausch mit Ulrich in Frage kam. Er selbst legte keinen großen Wert auf ein zweites Model. Mancher, der für die Location zahlen muss, rechnet erstmal nach. Ihm war das egal. Da ich bereits erste Erfahrungen mit einem zweiten Model gemacht habe, hatte ich ihm auch meine ehrliche Meinung gesagt: „Wehe Du nimmst eine zweit mit!“ – Nein, Spaß 😉 Ich war nicht grundsätzlich dagegen, sondern eher bereit es offen zu lassen, ob dann ein Girl-Girl-Shooting denkbar wäre. So hat er sich dann von sich aus dagegen entschieden und beschlossen seine ganze Aufmerksamkeit mir zu Teil werden zu lassen 🙂

Da muss nicht mehr viel gequatscht werden

Ja, es mag sich vielleicht etwas seltsam anhören – oder in diesem Fall lesen – aber bei der Planung dieses Shootings hatten wir uns so wenig ausgetauscht, dass es fast gruselig wäre, wenn man diesen Umstand nicht einfach der stimmigen Chemie zuschreiben könnte. Kaum hatte ich Markus fest zugesagt, sprudelten die Ideen schier über. Alles hübsch in Nachrichten über die Modelkartei oder über Messanger 😀 (An dieser Stelle muss ich einfach auf seine letzte Shootingbewertung verweisen!) Bei einer verfügbaren Zeit von ca 3,5 Stunden sollten 2 bis 3 Outfits reichen.

So kam es, dass wir uns zwei oder drei Tage vorher nur noch über die VISA und meine Hin- und Rückfahrt abstimmten.

Im Sauseschritt durch Singen

Am Samstag Morgen holte er mich, wie vereinbart, vom Bahnhof ab und wir fuhren zusammen Richtung Schaffhausen. Da wir beide je eine Stunde für die Fahrt ein kalkuliert hatten, waren wir unter’m Strich zwei Stunden zu früh dran. Die Autobahn war ruhig und so hatten wir in Singen noch ausreichend Zeit für eine kleine Shoppingtour. Wir wollten unbedingt noch ein einfaches, weißes „Unterhemd“. Das sollte zerschnitten und schön mit „Öl“ eingesaut werden.

In Singen sausten wir dann im Eiltempo durch die Fußgängerzone, wo gerade das Stadtfest in vollem Gange war, auf der Suche nach unserem Geschäft. Da Markus fast die ganze Zeit seinen Blick über dem Navigator auf seinem Smartphone hängen ließ, musste ich ihn irgendwann am Arm packen, damit wir es über die Ampel schafften. Dabei „wollte der alte Mann gar nicht über die Straße!“ (Original-Ton Markus). Nachdem wir das Top endlich gefunden hatten, ging es weiter nach Schaffhausen. Zum Glück waren wir uns einig, denn wenn dieser Mann eine bestimmte Vorstellung hat, bringt ihn nichts davon ab! Ich persönlich finde das sehr gut so, denn genauso setzt er auch die Bildideen um!

Recycling-Anlage?

Am Schrottplatz waren wir die Ersten und hatten so noch ausreichend Zeit um gleich das „Öl“ anzumischen. Dazu zerkleinerte Markus Kohletabletten mit Vasiline und mischte Fingerfarben für die Kleidung an. Er hatte natürlich darauf geachtet, dass die Stoffe, die verwendet wurden wieder abwaschbar sind. Dennoch war klar, dass wir nur das dreckig machen würden, dass ggf. auch „Schäden“ behalten durfte. Das war bei den geplanten Outfits kein Problem. Derweil zog ich den Blaumann über.

Die Anlage verriet von außen nicht viel darüber, was uns drinnen erwarten würde. Allein die Berge von Papier und schwere Maschinen waren sichtbar. Ob es da auch wirklich zerschrottete Autos gab? Bestimmt!

Nach und nach drudelten dann die Kollegen und Kolleginnen ein. Insgesamt etwa 5 Fotografen mit Ihren Models sowie eine Visa. Die Gesellschaft war sehr gespannt auf das was sie erwarten würde. Außer Ulrich kannten wir – oder zumindest ich – niemanden. Dann kam endlich Dina! Wir hatten uns einander im Vorfeld kurz vorgestellt. Damit Dina auch prüfen konnte, wer da war und wer fehlte, stellte jeder Fotograf sich und sein(e) Model(s) vor. Zwei Fotografen mussten kurzfristig neue Models organisieren.

Alles Schrott?

Nach dem Einlass erklärte die Fotografin die Sets, zeigte uns Mädels die Umkleiden und kümmerte sich mit den Teilnehmern um die restlichen Formalitäten. In bisschen Papierkram muss bei diesen Shootings sein. Kein Shooting ohne Vertrag!

Das Team hatte sich für den Shooting Tag ein paar Szenen einfallen lassen. Zum Teil völlig demolierte Autos, die wie bei einem Crash aufbaut waren, oder scheinbar intakte, aber ungewöhnliche Modelle, die man so nicht täglich zu sehen bekam. Darüber hinaus konnten wir uns absolut frei bewegen und auf den Bergen von Papier, Reifen, Kabeln oder an den Pressen austoben.

Wo fangen wir an…

Da ich schon angezogen war, stellte ich meinen Koffer ab, prüfte das Make up und traff mich dann wieder mit Markus. Er hatte sich derweil ein wenig umgeschaut und nun besprachen wir kurz die Szenen. Den Blaumann konnte ich erstmal wieder ausziehen. Den brauchte ich für Aktbilder nicht 🙂

Schon gesehen? Akt auf dem Schrottplatz!

Aktshootings sind für mich nichts neues mehr. Das man damit an Schauplätzen manchmal etwas Aufmerksamkeit erregt, ist auch nichts neues. Zumindest bei „Laien“. Aber auch die Kollegen und Kolleginnen waren wohl etwas überrascht. Zumindest waren wir die Einzigen, die Vollakt geshootet haben. Das hat mich zunächst dann schon ein wenig aus der Bahn geworfen. Wie viel Rücksicht sollten wir auf die anderen nehmen? Mich jedesmal schnell zu bedecken, sobald jemand kam, wäre Unsinn gewesen. Und da hatte ich ehrlich gesagt auch keine Lust dazu. Aus Rücksicht auf den Rest, habe ich mir beim Setswechsl jeweils mein Longshirt angezogen. Allerdings brauchte ich zu Beginn ein paar Minuten, um locker zu werden. Nicht aus Verlegenheit. Ich war eigentlich sicher, dass wir gerade ohnehin ungestört waren, da alle anderen die Sets weiter vorne nutzen. Nur ein Fotograf war mit seinen beiden Models uns schräg gegenüber. Das ich „blank zog“ blieb nicht unbemerkt. Dass das Team hin und wieder nach dem Rechten sah, war ja klar. Und wie der Zufall so will genau dann, wenn weiter hinten Akt geshootet wird. Nun gut, jetzt den Fokus erstmal ganz auf meinen Fotografen lenken. Dieser war so kritisch, dass ich erstmal selbst einen Blick auf die Kamera werfen musste.

Team-Work

Ihr müsst wissen, Markus hat die Angewohnheit Posen manchmal zu „zerpflücken“. So war das auch schon beim Shooting im Kloster. Um dem Abhilfe zu schaffen, frage ich ihn dann ganz direkt „worauf willst Du hinaus? Was willst Du im Bild haben“. Meistens reicht das und wir wissen beide was zu tun ist. Diese offene und gnadenlos ehrliche Kommunikation schätze ich sehr. Fotografen sollten auch Models gegenüber kritisch sein dürfen, wenn deren Ausdruck oder Pose sie nicht überzeugt. Schließlich ist jeder an tollen Ergebnissen interessiert. Manchmal dauert es auch bisschen, bis man sich an eine neue Atmosphäre gewöhnt hat. Im Verlauf des Shootings hatten wir soviel Spaß, dass man uns am Ende als „Partner“ hätte bezeichnen können. Wer war da wohl der Boss? 😉

Alles nur Dreck
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Making-Of by Dina

Der Berg aus schwarzen Reifen bildete einen ziemlich starken Kontrast zu meiner hellen Haut. Helle Haut ist gut – die Reifen waren dreckiger als es auf den ersten Blick schien. Da dauerte es auch nicht lange, bis ich einen schwarzen Po hatte. „Sollen wir Dich gleich einschmieren?“ fragte Markus. Jetzt war es auch schon egal. Darauf hatte er sich ohnehin schon die ganze Zeit gefreut 😀 Ich griff also mit den Fingern in die Tube, verrieb die Masse in der Hand und zog dann schööööne Striemen mit den Händen über den Körper. Die Kollegen und vor allem meinem Kolleginnen staunten und mein Fotograf strahlte wie ein Kind an Weihnachten 😀

Nein, er hat mich nicht eingeschmiert und auch kein bisschen geholfen! Das wäre mehr als unpassend gewesen und er hätte nochmal mehr Zeit gekostet, bis er sich die Hände wieder gewaschen hätte.

Mit „ölverschmierten, nacktem Körper kletterte ich wieder auf den Berg. So ganz ohne war das nicht. Zweimal wäre mir der verflixte Reifen unter den Füssen fast weggerutscht. Da es zwischendurch immer mal wieder ordentlich geregnet hatte, stand zum Teil Wasser in den Reifen, dass dann natürlich schwappte. Auch für Markus war es nicht ganz ungefährlich. Er ließ mich nicht allein auf den Berg klettern, sondern stieg selbst rauf, um eine andere Perspektive zu bekommen. Das hat sich dann auch gelohnt.

Eine explosive Mischung

Nachdem wir alle gewünschten Akt-Sets durchgeshootet hatten, durfte ich mir das erste Outfit anziehen.

Da gab es diese Tankstelle. Lauter leere, aneinandergereihte Benzinkanister. Ein Feuerlöscher und das Zeichen für Brandgefahr. Markus war schon die ganze Zeit scharf darauf. Das Outfit: Lederhose, das zerrissenes, ölverschmierte „Top“ – Stofffetzen würde es eher treffen – auf einem öligen, verschmierten Körper. Dazu „abgefuckte“ Highheels: Ich hatte mir ein paar meiner Lieblingshighheels bei einem Shooting auf weichem Untergrund versaut und ein Absatz hatte sich teils vom Stift gelöst. Für diese Szene waren sie perfekt.

Markus sprühte mich für den Nass-Effekt mit Glycerin ein. Das machte ihm richtig Spaß: „Mein Traum wird war!“ Die Augen noch etwas dunkler geschminkt, Zigarette im Mund und Bierflasche in der Hand setzte er mich auf die Kanister. Die Zigarette haben wir in sicherer Entfernung erst angezündet und im Wasser wieder abgelöscht. Ehrensache. So wirkte es authentisch genug.

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EXPLOSIV

Eines ist klar: Sich derart einzusauen ist garantiert nicht jedermanns Sache. Ich selbst liebe solche Experimente. Oder um es mit Markus‘ Worten zu sagen: Dein Künstlername verrät es eigentlich schon.

Für mich als Model gibt es übrigens nichts schöneres als einen grinsenden, vor Glück strahlenden Fotografen. Markus ist einerseits sehr anspruchsvoll, gleichzeitig maßvoll. Er schätzt die Arbeit eines Models und weiß, dass auch sie es nicht einfach haben. Darauf nimmt er immer Rücksicht, versteht es seine Wertschätzung dem Model gegenüber deutlich zu machen.

Kleiner Dreckspatz

Da man so selten die Möglichkeit hat auf einem Schrottplatz zu shooten, wollten wir wirklich auch den Blaumann nutzen. Deshalb haben wir uns auch fest daran gehalten und ein passendes Set dazu gesucht. Nachmittags um 16 Uhr stach die Sonne gerade dort extrem runter. In Fotografensprache: Hartes Licht. Wir haben jedoch nicht aufgegeben obwohl die Kraft langsam nachließ. Jetzt galt es noch einmal tief durch atmen, kurz inne halten und probieren. Deshalb habe ich hier auch „das Steuer in die Hand genommen“ und gemeinsam probierten wir alle Einstellungen. Mit Erfolg. Die Zeit war ohnehin schon knapp, also hielten wir uns nicht zu lange damit auf. Als die Bilder im Kasten waren, wechselten wir noch an das letzte Set..

Ein Tag für die Schatzkiste

Model-SC_GOLD_IMG_1804Am Ende waren wir die Letzten. Grinsend sprang ich sprang schnell ins Bad und wusch mir das Gröbste ab, um mich anziehen zu können. Wir packten alles ein. Die anderen waren schon fertig. Zum Abschied bedankten wir uns noch und luden das Auto ein. Eines war für mich klar: Das Shooting hatte wahnsinnig viel Spaß gemacht und war vor allem eine wertvolle Erfahrung für mich. Ich konnte vorher nicht einschätzen, was mich erwarten würde. Wie würden die Fotografen und Models sein? Shooting Events eigenen sich – wie auch Workshops – gut dazu Kontakte zu knüpfen. Hier erleben sich Models und Fotografen live bei der „Arbeit“.

Etwas überrascht war ich, über die Wahl der Outfits. Beinahe alle Models hatten Bikinis, knappe Shorts, Tops und Kleider mit Highheels in eher knalligeren Farben sowie Latzhosen dabei und posierten auf und vor den Autos. In einem Auto war hinten ein kleiner Pool eingelassen, das fast alle genutzt haben.

Ich muss auch ehrlich zugeben, der erste Gedanke, der sich mir aufdrängte, war der an Pin-ups. Und das meine ich nicht keineswegs böse. Stellt euch einfach vor, ihr seht 5 Models in sexy kurzen Kleidern und Highheels und daneben 1 Models in ölverschmierter Arbeitshose 😀 Schon ein krasser Gegensatz, oder? Da Markus und ich uns im Vorfeld über die Outfits einig waren, musste ich mir keine weiteren Gedanken machen. Da ich vorher wusste, dass die Models nicht getauscht werden sollten, musste ich mir keine weiteren Gedanken über zusätzliche Outfits machen. Und doch spukte mir am Ende die Frage durch den Kopf: Was wäre wohl gewesen, wenn ein außerplanmäßiger Modeltausch für die Fotografen interessant geworden wäre? Dabei geht es nicht nur darum, welcher Fotograf mit welchem Model shooten will. Will das Model mit dem Fotografen? Ein Risiko, dass auch bei Workshops besteht?

Apropos Austausch: Die kurze Zeit machte es etwas schwierig sich mit den Kollegen und Kolleginnen mehr auszutauschen. Wäre es ein Tages-Event mit einer Pause, wäre man wohl noch eher ins Gespräch gekommen.

Insgesamt kann ich nur sagen: Ein tolles Event! Danke an dieser Stelle an Dina und Ihr Team – und natürlich Markus! Die ersten Bilder haben wir gerade fertig! Wir können nur hoffen, dass noch mehr kommen 😉

Der Baum

Günther war mit einer der Ersten, die mich über die Modelkartei angesprochen hatten. Er gehört auch zu jenen, die sehr geduldig sind und nicht sofort einen Termin „verlangen“. Nach ein bisschen hin und her schreiben haben wir telefoniert und einen ersten Termin vereinbart.

Termine verschieben ist nicht peinlich

Als Günther sich bei mir meldete und total geknickt war, weil er unseren Termin verschieben musste, wollte er es gleich telefonisch erklären. Das war ihm noch nie passiert und unsagbar peinlich. Ich war sehr überrascht, dass es ihm peinlich war. Dazu gab es in meinen Augen keinen Anlass. Hab es ihm aber auch sehr hoch angerechnet, dass er so offen darüber sprach. So sind wir dann verblieben unser Shooting auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Wie heißt es so schön, „Gut Ding braucht Weile“. Und das stimmt. Gerade die Shootings, die immer wieder verschoben werden mussten, waren hinterher umso besser. So hatten wir noch Zeit uns ein wenig kennen zu lernen. Einfach wie Freunde.

Dann, „eines Tages“ fragte er mich, wann ich einen freien Termin hätte. Ich war angenehm überrascht, und zu Gleich geknickt, weil es noch ein paar Wochen warten musste – ich shoote ja nur am Wochenende. Bis dahin tauschten wir uns über den Plan aus. Nun, der Plan war vor allem „Spontanität“ 😀 Lost places und Studio als Locations waren klar. Als er meinen weißen Body und ein Hemdchen aus meinem Shooting mit photoart by D. Drendel gesehen hatte, waren das DIE Outfits, die er unbedingt wollte. Mehr brauchte ich an und für sich nicht. Im Studio sollte ich auch sehen warum 🙂

Der Baum

Nach einem herzlichen Empfang, ging es im herrlichen kühlen Auto los. Draußen war es ziemlich warm – Im Sommer sollte man immer Feuchttücher im Gepäck haben! Die Chemie stimmte von der ersten Minute. So war es kein Wunder, dass wir gleich wie alte Freunde im Gespräch waren. Dabei entging mir, wohin wir eigentlich fuhren. Zum Steinbruch sollte es gehen. Auf dem Weg dahin wurde er allerdings immer langsamer. So wurde ich aufmerksam und sah ihn. Da stand er. Der Baum. Fast majestätisch möchte man sagen. Groß, stabil und symmetrisch. Ob ich klettere, wollte Günther wissen. Liegt schon eine Weile zurück, aber ich bin ja sportlich. Da hatte er auch schon angehalten. Der Baum faszinierte mich und zog mich magisch an. Die Frage, ob ich darauf Lust hätte, hatte sich erübrigt.

Kaum hatte ich die Kleider abgelegt, half mir Günther mit einer Räuberleiter auf den ersten, dicken Ast – so dick wie mancher Stamm!

Die Sache mit der Höhenangst

Auf diesem Ast sitzend, sah ich runter….ohhhhh…da war ja was: Eigentlich habe ich Höhenangst. Günther hatte ich es vor dem Shooting schon gesagt. Und dennoch hatte ich diese Tatsache beim Anblick des Baumes irgendwie vergessen. Jetzt, beim Blick nach unten, fiel es mir wieder ein. Jetzt noch cool bleiben?! HA  HA!

Günther blieb überraschenderweise wenig beeindruckt. Na ja, solange ich nicht kreidebleich wurde und in Ohnmacht zu fallen drohte, konnte es ja nicht soooo schlimm sein. Er leitete mich ruhig und geduldig an. Ob das an den Workshops liegt, die er immer wieder gibt? Dort zeigt er Fotografen nicht nur den Umgang mit Licht, sondern auch den Umgang mit Models. Bestimmt Psychologie: Bleibt er gelassen, überträgt sich seine Ruhe auf mich. Reine Spekulation wohlgemerkt!

Mit dem Rücken nach außen sitzend folgte ich seiner Anweisung und „robbte“ blind auf den Ast. Ich hatte wirklich ein klein wenig Angst, mich einfach umzudrehen, um zu sehen, was hinter mir lag. Beim Blick nach unten wäre es mir erst schwindelig geworden, dabei hätte ich unter Umständen das Gleichgewicht verloren und wäre auf die Wurzeln des Baumes runtergeplumpst. Kein schöne Vorstellung. Ganz vorsichtig legte ich mich auf den Rücken, vom Rücken in die Seitenlage und entspannte erstmal. Still liegend konnte ja nichts schief gehen.

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OUT OF CAM

Günther blieb ganze Zeit total entspannt und nahm seine Einstellungen vor. Die ersten Posen liefen einigermaßen, würde
ich sagen. Irgendwann war mir das „unbeholfene rum kriechen“ aber zu doof. Just in dem Moment sagt Günther „Setz Dich hin und dreh Dich mal um.“ Das sagt er so leicht. Da packte mich dann doch der Ehrgeiz. Ich mache das jetzt auf meine Weise: Erstmal zurück zum Stamm. Dort fühlte ich mich sicher. Jetzt konnte ich mich umdrehen. Kaum sah ich die wunderschöne Pracht des Baumes vor mir, fühlte ich mich wie eine kleine Elfe.
Er schien mich förmlich zu rufen. In dieser Position fühlte ich mich wesentlich sicherer und sichtlich wohler.

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Danach durfte ich runter. Dabei habe ich es mir besonders leicht gemacht. Der gute Günther zeigte mir, wie ich da am Besten wieder runter komme. Ich folgte seiner Anleitung bis ich knapp über ihm „hing“, grinse ihn an und lasse mich schlicht in seine Arme fallen 😀 Wer mich hoch „jagt“, der bekommt die Quittung 😉 Gegen jede Regel! An dieser Stelle möchte betonen, dass gegenseitiges Vertrauen genau aus diesem Grund das oberste Gebot ist. Kein Fotograf fasst ungefragt ein Model an! Auch mich nicht. Ich bin unkompliziert im Umgang. Das ist jedoch kein „Freifahrtschein“ zum Grapschen. Günther hat das auch in keinster Weise ausgenutzt und mich während des ganzen Shootings immer gefragt, wenn ich zum Beispiel ein Haar im Gesicht hatte. Wie es sich für einen Profi gehört.

lost places

lost places sind besonders beliebte Schauplätze für Fotografen. Günther hatte hier ein hinreisendes, verlassenes, kleines Häuschen. An diesem sonnigen Tag wirkte es regelrecht märchenhaft, verführte mich ein wenig in eine andere Welt abzutauchen und inspirierte Günther. Da war ein Fenster. Es war heil, und heillos verdreckt. Doch gerade das machte seinen Charme aus. Der Günther rubbelte vorsichtig gerade so viel Dreck weg, dass er mich durch das Fenster sehen konnte. In diesem wunderschönen Haus konnte ich ganz meinen Gedanken nachhängen….“L`évanescence“ ( „perdu dans les pensées“.

An einem weiteren „lost place“ haben wir uns dann richtig Zeit genommen: In seinem Studio. Dieser Glückspilz hat doch tatsächlich ein heruntergekommenes – oder zumindest unter normalen Umständen renovierungsbedürftiges – Haus als Studio.

Während er mit dem Aufbau beschäftigt war, beschäftigte ich mich mit der Schatztruhe. Günther beobachtete mich immer mal wieder, wie ich diverse Kleidungsstücke begutachtete und das eine oder andere auch anprobierte.

Das Shooting lief so locker und entspannt ab, dass ich nicht das Gefühl hatte in einem Shooting zu sein. Günther (www.sinnliche-fotos.de) ist nicht nur ein wunderbarer Fotograf, sondern auch ein wunderbarer Mensch. Das schätze ich ganz besonders. Er sieht in Dir nicht nur ein Model, sondern vor allem den Menschen. Ich freue mich schon auf weitere Shootings mit ihm.

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Der April wird ein spannender Monat. Neben ein paar festen Terminen habe ich mir freie Zeiträume für spontane Shootings gelassen. Den Auftakt machten wir mit Detlef. Das tolle Wetter bietet sich hervorragend für Outdoorshootings an. In Mögglingen gibt es einen Wald, der gerade zu dieser Jahreszeit traumhaft blüht. Dieses Bild wollte er schon lange nutzen. Ganz romantisch, ein wenig sexy in Weiß.

Das wollte ich schon immer mal

Beim Stichwort weiß und romantisch musste ich gleich an ein hübsches Kleidchen denken, dass ich vor einiger Zeit gekauft, jedoch noch nie getragen hatte. Das Oberteil ist bestickt, am Rücken ein tiefer Ausschnitt, mit einem etwas bauschigen, knapp knielangen Rock. In Creme-weiß ein absoluter Traum.

Und was gibt es schöneres im Wald zu finden, als einen zarten Frühlingstraum in weißer Spitzenwäsche? Es war noch gar nicht lange her, als ich ein hinreisendes Hemdchen aus Spitze in einem Geschäft gesehen. Es wäre perfekt für diese Szene! So folgte ich meinem Impuls und fuhr los. Ich hatte Glück, es war noch da und es passte.
In Gedanken stellte ich mir weitere mögliche Outfits vor, wie ich den Frühling im Wald begrüßen konnte. Ich musste an ein Bild denken: Ein leichter, weißer Seidenschal mit Franzen um die Hüfte gebunden. Dazu konnten wir halterlose Strümpfe und einen sexy, sinnlichen BH kombinieren. Per Zufall entdeckte ich etwas passendes. Das würde ein Spaß werden!! Jetzt konnte ich mich zu Hause noch entspannen, alles in den Koffer packen und mich für das Shooting herrichten.

Feenzauber im Wald

Gut gelaunt und voll motiviert machte ich mich schließlich auf den Weg. Wir trafen uns bei Detlef und fuhren ein kurzes Stückchen zu dem Wald. Der Anblick eines blühenden Waldbodens war umwerfend! Der Wald war lichter, die Abendsonne warf ihre Strahlen hinein und wärmte uns noch ein wenig. Da lag es nahe mit Dessous anzufangen und das Kleid später zu inszenieren. So war mein Vorschlag an Detlef, der mir zustimmte. Da ich in legerer Kleidung erschienen war, breitete ich mich auf einem kleinen Blätterteppich aus. Währenddessen wählte Detlef die passenden Stellen aus: Was aussah, als würde er Bilder von der Gegend machen, waren Lichttests. Wir scherzten noch, hoffentlich würde niemand vorbei kommen, da wir unser „Lager“ recht nah am Weg aufgeschlagen hatten. Stück für Stück würden wir etwas tiefer reingehen. Mich störte das nicht weiter.

Gekleidet im Spitzenhemdchen lies ich mich von der romantischen und friedlichen Stimmung des Waldes einfangen. Die moosbedeckten Bäume erinnerten mich sehr an Filme mit Feen. So posierte ich an den Bäumen mit unterschiedlichen Outfits und genoss die warmen Strahlen der Sonne. Zwischendurch kam doch der eine oder andere Spaziergänger vorbei. Wir kümmerten uns nicht weiter darum. Auch Detlef blieb gelassen und vollkommen konzentriert. So machten wir weiter bis es zu kalt wurde. Detlef hatte eine spontane Idee für die Dessous, die er im Studio umsetzen wollte.

Knisternde Erotik – Rollenspiel am Set

Nach einer kurzen Pause baute Detlef die Szene auf. Er hatte schon eine sehr genaue Vorstellung: Samtstoff auf einem Stuhl oder Hocker vor dunklem Hintergrund. Das Licht sorgte für die richtige Stimmung. Ich bin immer wieder auf’s Neue fasziniert, wie schnell und einfach ein Set aufgebaut sein kann. Das macht die Zusammenarbeit umso angenehmer.

IMG-20150409-WA0000In einer abgestimmten Szene ist es dann auch gar nicht so schwer sich auf das kleine Schauspiel einzulassen. Kaum hatte ich mich in Schale geworfen, kribbelte es regelrecht in mir, beim Anblick der Szene. Der rote Samt lockte mich regelrecht auf den Boden. Die Show konnte beginnen und ich ließ der Verführerin in mir freien Lauf. Verführung kann leise, zart und sinnlich sein, manchmal auch ein wenig….verruchter. Wichtig war mir nur eines: Es musste Stil haben. Detlef staunte nicht schlecht über den Wechsel des Ausdrucks. Gegen Ende wurden wir ein wenig ruhiger. Die Geschichte nimmt Ihr Ende: Nach knisternder Erotik folgt das Genießen. Über die ersten Ergebnisse konnte ich nur Staunen und freue mich auf die Bilder 🙂

 

 

 

Geschichtenerzähler mit Fotoapparat

Es gibt Menschen, die können Geschichten mit der Kamera erzählen. Jo Grabowski ist einer von Ihnen. Mit seinem Fotoapparat schreibt er Deine ganz persönliche Geschichte. Ohne künstliche Posen. Ohne Schnickschnack. Er findet Dich. So hat er auch mich gefunden. Er war einer der ersten Fotografen, die mich in der Modelkartei angesprochen haben. Anfangs war ich skeptisch. Sein Bildstil glich nicht dem anderer, dass fiel mir gleich auf. Er hat etwas kunstvolles an sich. Auf seinen Bildern geht es weniger um Models, es geht um den Menschen. So waren auch seine Worte am Abend vor unserem Shooting: „Ich will nicht Anna, das Model. Ich will Dich als Mensch“.

„Wie macht er das?“

Diese Frage stellen sich wirklich viele. Seine Bilder könnten den Schluss lassen, dass er ein Profi im Umgang mit Photoshop ist. Umso erstaunlicher ist, dass Jo mit nichts weiter als

  • einem marmorierten Tuch, das er bei Bedarf an seine Wand pint,
  • seiner Kamera und 3 Objektiven
  • Fensterrollos und
  • ein paar schlichten Möbeln
seine Wohnung in ein Fotostudio umwandelt. Dort schreibt er die tollsten Geschichten.

Ein Gespräch, ein Gedanke, eine Szene, ein „Schuss“ der sitzt

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Jo ist beim Shooting absolut relaxt. Gemeinsam saßen wir bei einer Tasse Kaffee, unterhielten uns und schauten die mitgebrachten Outfits durch. Bei den Outfits handelte es sich um Kleider, die zum Teil eine Geschichte hatten. Ich habe sie schon sehr lange, manche von Ihnen schon lange nicht mehr getragen. Doch das Herz hängt an Ihnen, weil sie die Erinnerung tragen. Und genau diese wählte er aus. Dann noch ein wenig die Haare zusammenbinden….ja, so kann es losgehen. Zuerst ein paar für ihn recht typische Szenen. Diese wollten aber irgendwie nicht so richtig sitzen. Als würde man versuchen einem Menschen ein Korsett überzustülpen. Er merkte das sehr schnell. Nachdenklich stand er da. „Schau mal ernst“, sagte er  und ich fing erstmal an zu grinsen 🙂 Wie soll man bitte in fröhliche Augen schauen und dabei ernst schauen?? Da muss ich erst einmal an etwas denken, dass mich wirklich ärgert. Aber soviel Zeit hatte ich gar nicht, den auf einmal schwenkte er um. „Sei Du selbst, bewege Dich frei“. Also ließ ich den Dingen Ihren Lauf. jgdf20371b_AnnaH_2015Der Ausblick aus seinem Fenster lockte zu sehr. Die Sonne strahlte. Unten ein Spielplatz, in sicherer Entfernung der nächste Wohnungskomplex, kahle Bäume und eine wundervoll friedliche Atmosphäre. Während dessen beobachtete er mich, folgte mir. Eigentlich unterhielten wir uns bis er sagte „bleib so“. Und so ging es weiter. Immer mal wieder hielt er inne, hörte mir zu, stellte mir fragen und fing Mimik und Gestik ein. Zwischendurch wechselte er ganz locker seine Objektive. Spielte mit Licht und Schatten in dem er einfach die Fenster schloss, Vorhänge zuzog. Während ich die Kulisse in den üblichen Farben sah, sah er bereits eine eigene Welt durch die Kamera. Es war ein erstaunliches Erlebnis. Zwei Stunden hatten wir uns Zeit genommen. Doch wir hätten noch ewig weiter machen können. Zwischendurch immer mal ein kleines Päuschen in dem der Autor schon die Geschichte weiter schrieb. Von ruhig sitzen konnte bei Jo eigentlich nicht die Rede sein 🙂 Das machte aber auch gar nichts, denn wir haben viel zusammen gelacht und freuen uns beide auf unser nächstes Treffen.

Nobody is perfect: Posen im Studio

Es ist nun schon eine Weile her, seit meiner letzten Geschichte. Ich war jedoch nicht untätig. Im Gegenteil. Mit aktuell ca. 10 Shootings in noch nicht ganz 8 Wochen ging es hoch her – und ich hatte jede Menge Spaß! Von Fashion bis Akt und einigen besonderen Projekten wie „Madame“ oder der „Dark Beauty“, war fast alles dabei. Dadurch ist meine Sedcard in der Modelkartei inzwischen sehr abwechslungsreich und zeigt viele meiner Facetten. Und mit jedem einzelnen Shooting habe ich an Sicherheit gewonnen.

Erstes Studioshooting mit photoart by D.Drendel

IMG-20150125-WA0013Detlef Drendel beeindruckte mich schon bei unserem ersten Shooting ungemein (wir hatten inzwischen sogar schon ein Zweites 😉 ). Als er mich über die Modelkartei ansprach und mir von seiner Idee erzählte, wurde ich neugierig auf ihn. Die Bilder in seiner Sedcard und in seinem Facebook-Profil sprachen für sich. Meiner Meinung nach, hat er schlichtweg einen sehr guten Geschmack für schöne Bilder.

Detlef hat eine sehr ruhige und unaufdringliche Art, macht viel Spaß und ist dennoch hochkonzentriert. Er weiß genau, was gut ist und was nicht. Und: Er ist sehr spontan, hört auch auf sein Bauchgefühl.

Abgestimmter Szenenaufbau

Wie das in der Profiwelt genau abläuft, kann ich nicht sagen. Unter uns „Amateuren“ ist es auch nicht zu 100 % üblich, doch wer ein Interesse an großartigen Ergebnissen hat, der leistet gerne seinen Beitrag dazu und stimmt sich mit dem Fotografen über das geplante Shooting ab. Das heißt:

  • Welches Thema?
  • Welche Location?
  • Welche Bereiche?
  • Welche Outfits?

Je genauer Model und Fotograf die Szene vor Augen haben, desto authentischer wird sie. Einige Fotografen haben sehr genaue Vorstellungen. Dennoch lassen alle auch einen gewissen Spielraum für die Ideen des Models zu.

Mit Detlef haben wir uns sehr genau abgestimmt: Für die romantische Szene im Fachwerkhaus, hatte ich daher meine liebsten Sommerkleider ausgewählt. Schließlich will man sich bei den Aufnahmen in seiner Haut wohlfühlen.

Für die Studioaufnahmen brauchte ich dagegen nicht allzu viel, einer großen Vorteile bei Aktshootings 😉

Posen im Studio


Studioshootings bieten gewisse Vorteile: Es ist warm und der
Fotograf hat volle Kontrolle über das Licht. Nachteil: Die Atmosphäre. Nicht jeder mag sie.

Detlef hat sein Studio so angenehm eingerichtet, dass ich mich auf Anhieb pudelwohl fühlte und kein Problem damit hatte, die Kleidung für den „Akt“ abzulegen. Üblicherweise fangen Fotografen mit normalen Portraits an und gehen dann zum Akt über. Man möchte das Model nicht überfahren. Ich hatte allerdings selbst den Vorschlag gemacht, mit Akt anzufangen. Zum einen weil ich dann in einem bequemen Outfit anreisen konnte und es so keine Abdrücke gibt. Zum anderen fällt die Aufregung mit dem Abstreifen der Kleidung ab. Detlef sorgte in der Zwischenzeit für passende Musik und zeigte mir dann, wo ich mich bewegen durfte, um optimal im Licht zu bleiben. Ja, da braucht es schon ein wenig Übung, wenn man dann so in seinem Element ist. Mit zunehmender Erfahrung bekommt man das aber ganz gut hin, wie ich nach ein paar Shootings langsam merke :-).

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Aber ich verrate Euch etwas: Das Posen ist gar nicht so ohne. Draußen im Wald, oder an einem Tisch mit Stühlen oder in der Stadt, wo Du mit der Umgebung „spielen“ kannst, ergibt sich das Posing mehr oder weniger von selbst.

Im Studio stehst Du dann doch erstmal da. Hand aufs Herz: Das erste Mal, wusste ich gar nicht so recht, wie ich anfangen sollte. Durch die Musik kam allerdings Bewegung den Körper. Wenn Du eine klassische Pose einnimmst, fühlst Du Dich unter Umständen etwas albern, auf einem Boden und vor einer weißen Wand zwischen Blitzanlagen. Detlef hat mir ziemlich bald erste Bilder gezeigt, so dass ich sehen konnte, welchen Effekt das Licht hatte. Danach machte es richtig Spaß und am Ende schaffte ich sogar ein paar klassische Posen. Diese habe ich jedoch absichtlich nicht bearbeiten lassen, weil ich die zufälligen einfach spannender fand.

„Du hast ja etwas an“

IMG-20150206-WA0001Nach den Studioaufnahmen ging es ins Fachwerkhaus. Das ist mit einem Raum für Trauungen an Romantik nicht mehr zu überbieten.

Besonders erstaunt war ich über sein leichtes Equipment: Außer seiner Kameratasche hatte er nichts weiter dabei. Das kannte ich bis zu diesem Tag so noch nicht. Bislang musste der Fotograf immer erst seine Blitzanlagen aufbauen.

Auf diesen Teil freute ich mich ganz besonders, denn langsam schien meine Richtung in die Aktfotografie zu zeigen. Zugegeben: Inzwischen wehre ich mich nicht mehr gegen diese natürliche Veranlagung in mir 😉 Ich fühle mich in meiner Haut einfach wohl. Hier wollten wir nun ein paar romantische Aufnahmen machen.

Die Outfits mussten wir erst einmal ausprobieren, weil es relativ dunkel war und eines meiner Lieblingsstücke eine sehr dunkle, lila Strickweste ist. Wie sich herausstellte, war diese wirklich zu dunkel.
Also wechselten wir gleich zum hellen Sommerkleidchen über. Das war dann gleich viel besser. So gut, dass wir alle anderen Kleider fast vergaßen.
Stattdessen gingen wir auf Detlefs spontanen Einfall, mich auf dem kalten Steinboden im Adamskleid zu inszenieren, ein:
Nach ein paar Aufnahmen in der Waagrechten, wechselten wir den Raum. Ganz ehrlich: Das Fachwerkhaus bietet einfach eine traumhafte Atmosphäre gerade für Aktbilder. Ich hatte ja meinen Wintermantel dabei. Grundsätzlich sollte man im Winter immer eine Thermoskanne Tee dabei haben. Man weiß ja nie 😉

Detlef ist jedoch auch kein Unmensch und beeilte sich mit den Bildern. Respekt an alle Models die bei tiefsten Temperaturen ohne Gänsehaut posen können. Hut ab Mädels! Eine gewisse Zeit halte ich es durch – je nachdem wie gut ich mich darauf eingestellt habe. Aber wie gesagt: Gute Vorbereitung für solche Situationen ist das A und O.

Zum Abschluss machten wir noch letzte Aufnahmen in meinem neuen Kleid, dass ich unbedingt noch haben wollte. Danach war ich angenehm erschöpft, aber nicht erfroren 🙂 Die Ergebnisse betrachte ich auch heute noch immer wieder gerne.