Experimente – Schau über den Tellerrand hinaus (Teil 1)

Die vergangenen Wochen waren ganz schön spannend. Es gab eine Menge Shootings, unglaubliche Ergebnisse – aber auch „unglaubliche“ Erlebnisse. Im Grunde waren/sind es keine Erfahrungen, die es so noch nicht gegeben hat. Nur spricht man, wenn überhaupt, nur hinter vorgehaltener Hand darüber. Ich nicht 🙂

„Ich will Dich, so wie Du bist“


Eine sehr interessante Erfahrung ging einher mit meinem Shooting bei Franz-Josef Seidl (Webseite www.fjs-foto.de). Ein toller Mensch. Verrückt, unglaublich herzlich und im Business hartnäckig.

Obwohl das erste Shooting mit ihm schon einige Wochen zurück liegt, und wir zwischenzeitlich ein zweites hatten, werde ich den ersten Moment in seinem Studio nicht vergessen:
Er hatte das Set aufgebaut, die Outfits waren festgelegt und nun standen wir vor der Fotobox. Da sieht er mich an und sagt: „So, pass auf. Vergiss jetzt alles über Posen. Das will ich nicht. Ich will Dich. Bewege Dich völlig frei und ungezwungen, wie Du möchtest“. Der letzte, der das so gesagt hatte, war Jo – ein genauso unvergessliches Erlebnis.

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Shooting-Auftakt


Das war der Auftakt zu einem – ich möchte sagen – Weltklasse Shooting. Wir wechselten die Outfits, die Szenen, hier und da eine Anweisung. Ansonsten tobten wir uns gemeinsam regelrecht aus. Keinerlei Grenzen. Ich konnte mich komplett fallen lassen und darauf vertrauen, dass nichts ins Bild kam, dass nicht fotografiert werden sollte. Und wenn doch, wurde es ordentlich „retouschiert“. Wir hatten im Vorfeld schon darüber gesprochen, was sexy Outfits und sexy Bilder für ihn ausmacht. Franz-Josef definiert sexy durch das Erahnen von Formen und Kurven. Haut durch einen transparenten Stoff. Der Rest bleibt der Fantasie überlassen. Damit war für mich alles gesagt.

Nespresso mal anders

Als Highligt des Shootings hatte Franzl etwas besonders ausgefallenes: Ein Bikini-BH aus leeren, zusammengedrückten Nespresso-Kapseln. Selbst gefertigt. Jedes Jahr macht er für Nespresso Kalender mit einzigartigen Kreationen. Und genau diese wollte er auch an mir sehen. Ich hoffte nur, dass sie an meinem zierlichen Körper nicht zu groß wirken würden. Der Schmuck passte. Beim Anblick des Bikinis war klar: Den würde ich definitiv nicht ausfüllen. Das interessierte Franz auch gar nicht. Sinn und Zweck war es nur zu verdecken und damit zu spielen. In sofern war er perfekt.

Die kreativen Kritiker

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„perfect bra“

Das sich jemand an diesem Outfit oder gar der Idee stoßen könnte, darauf bin ich gar nicht gekommen. So veröffentlichte ich voller Freude ein Bild – und erlebte im kleinen Ausmaß, wie sich Firmen und Models fühlen müssen, wenn Ihre Kampagne „von der Meute zerrissen“ wird. Die freundlichste Antwort war noch „Du hast viele tolle Bilder, dieses ist leider keines davon“.

Was macht man nun in so einer Situation?

  1. Cooooool bleiben, egal wie sehr man die Absender „fressen“ könnte. Die Kritik bekommt ohnehin häufig das Model ab und nicht der Fotograf. Daran gewöhnt man sich über kurz oder lang.
  2. Kritik üben ist einfach. „Das Bild ist schlecht, schlechter, am schlechtesten“ reicht mir aber definitiv nicht. Flops gibt es immer mal wieder (diesen bezeichne ich nicht als solchen!) und wir wollen uns ja verbessern. Deshalb habe ich keine Skrupel, den-/diejenigen „anzuquatschen“ und um eine entsprechend sachliche Antwort zu bitten. Ist unser gutes Recht, oder? So auch hier. Und was bekam ich zur Antwort?
  • Schlechte Visa: Kann ich nicht teilen, ich bleibe bei ihr, und fühlte mich sehr wohl mit dem Make-Up.
  • Bild wirkt extrem kalt durch das Blau: Darüber kann man reden. Gleichzeitig weiß ich auch schon aus Erfahrung: Farbexperimente sind mega unbeliebt.
  • Die Idee an sich! Welcher Fotograf kommt auf die Idee „Müll“ zu verwerten und es einem Model umzuhängen? Absurd.
    Meine Antwort – ich wollte diplomatisch bleiben und ihn nicht Spießer nennen: „Na ja, Geschmäcker sind verschieden.“ DENKSTE. Da fängt er glatt an, meinen Verstand anzuzweifeln. Das sei doch eine faule Ausrede und gewiss keine Frage des Geschmackes. Oder ist es auch in Ordnung, wenn Fotografen Models eine Wurst um den Hals hängen?
    Ich war in der Tat versucht, diese Diskussion fortzuführen. Aber auf derlei Grundsatzdiskussionen lasse ich mich nicht mehr ein.

Wo sich das abgespielt hat? In einer Modelgruppe auf Facebook, die ich inzwischen jedoch verlassen habe.

Andere Facetten

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the other side

Nun drehte sich unser Shooting nicht ausschließlich um Nespresso. Gemeinsam mit Franz haben wir meinem angeborenem Temperament einmal freien Lauf gelassen und ganz andere Seiten in mir offenbart: Wilder, sexier. Ob es mir gelungen ist, könnt Ihr in der Galerie sehen 😉

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Der April wird ein spannender Monat. Neben ein paar festen Terminen habe ich mir freie Zeiträume für spontane Shootings gelassen. Den Auftakt machten wir mit Detlef. Das tolle Wetter bietet sich hervorragend für Outdoorshootings an. In Mögglingen gibt es einen Wald, der gerade zu dieser Jahreszeit traumhaft blüht. Dieses Bild wollte er schon lange nutzen. Ganz romantisch, ein wenig sexy in Weiß.

Das wollte ich schon immer mal

Beim Stichwort weiß und romantisch musste ich gleich an ein hübsches Kleidchen denken, dass ich vor einiger Zeit gekauft, jedoch noch nie getragen hatte. Das Oberteil ist bestickt, am Rücken ein tiefer Ausschnitt, mit einem etwas bauschigen, knapp knielangen Rock. In Creme-weiß ein absoluter Traum.

Und was gibt es schöneres im Wald zu finden, als einen zarten Frühlingstraum in weißer Spitzenwäsche? Es war noch gar nicht lange her, als ich ein hinreisendes Hemdchen aus Spitze in einem Geschäft gesehen. Es wäre perfekt für diese Szene! So folgte ich meinem Impuls und fuhr los. Ich hatte Glück, es war noch da und es passte.
In Gedanken stellte ich mir weitere mögliche Outfits vor, wie ich den Frühling im Wald begrüßen konnte. Ich musste an ein Bild denken: Ein leichter, weißer Seidenschal mit Franzen um die Hüfte gebunden. Dazu konnten wir halterlose Strümpfe und einen sexy, sinnlichen BH kombinieren. Per Zufall entdeckte ich etwas passendes. Das würde ein Spaß werden!! Jetzt konnte ich mich zu Hause noch entspannen, alles in den Koffer packen und mich für das Shooting herrichten.

Feenzauber im Wald

Gut gelaunt und voll motiviert machte ich mich schließlich auf den Weg. Wir trafen uns bei Detlef und fuhren ein kurzes Stückchen zu dem Wald. Der Anblick eines blühenden Waldbodens war umwerfend! Der Wald war lichter, die Abendsonne warf ihre Strahlen hinein und wärmte uns noch ein wenig. Da lag es nahe mit Dessous anzufangen und das Kleid später zu inszenieren. So war mein Vorschlag an Detlef, der mir zustimmte. Da ich in legerer Kleidung erschienen war, breitete ich mich auf einem kleinen Blätterteppich aus. Währenddessen wählte Detlef die passenden Stellen aus: Was aussah, als würde er Bilder von der Gegend machen, waren Lichttests. Wir scherzten noch, hoffentlich würde niemand vorbei kommen, da wir unser „Lager“ recht nah am Weg aufgeschlagen hatten. Stück für Stück würden wir etwas tiefer reingehen. Mich störte das nicht weiter.

Gekleidet im Spitzenhemdchen lies ich mich von der romantischen und friedlichen Stimmung des Waldes einfangen. Die moosbedeckten Bäume erinnerten mich sehr an Filme mit Feen. So posierte ich an den Bäumen mit unterschiedlichen Outfits und genoss die warmen Strahlen der Sonne. Zwischendurch kam doch der eine oder andere Spaziergänger vorbei. Wir kümmerten uns nicht weiter darum. Auch Detlef blieb gelassen und vollkommen konzentriert. So machten wir weiter bis es zu kalt wurde. Detlef hatte eine spontane Idee für die Dessous, die er im Studio umsetzen wollte.

Knisternde Erotik – Rollenspiel am Set

Nach einer kurzen Pause baute Detlef die Szene auf. Er hatte schon eine sehr genaue Vorstellung: Samtstoff auf einem Stuhl oder Hocker vor dunklem Hintergrund. Das Licht sorgte für die richtige Stimmung. Ich bin immer wieder auf’s Neue fasziniert, wie schnell und einfach ein Set aufgebaut sein kann. Das macht die Zusammenarbeit umso angenehmer.

IMG-20150409-WA0000In einer abgestimmten Szene ist es dann auch gar nicht so schwer sich auf das kleine Schauspiel einzulassen. Kaum hatte ich mich in Schale geworfen, kribbelte es regelrecht in mir, beim Anblick der Szene. Der rote Samt lockte mich regelrecht auf den Boden. Die Show konnte beginnen und ich ließ der Verführerin in mir freien Lauf. Verführung kann leise, zart und sinnlich sein, manchmal auch ein wenig….verruchter. Wichtig war mir nur eines: Es musste Stil haben. Detlef staunte nicht schlecht über den Wechsel des Ausdrucks. Gegen Ende wurden wir ein wenig ruhiger. Die Geschichte nimmt Ihr Ende: Nach knisternder Erotik folgt das Genießen. Über die ersten Ergebnisse konnte ich nur Staunen und freue mich auf die Bilder 🙂