Red Stones

Eines meiner Highlights in diesem Jahr war das Shooting-Wochenende mit Thomas und Günther, zwei wunderbaren Freunden und Fotografen. Gemeinsam bestiegen wir die imposanten Felsen des Pfälzer Waldes und widmeten uns unserer Leidenschaft zur Aktfotografie! Meine beiden Freunde haben sich an diesem Wochenende erstmals persönlich kennengelernt. Zwei Tage mit Thomas Bichler und Günther Ullmann … meine Lieben, es war vor allem für mich und Günther ein ziemliches Abenteuer: Mit Höhenangst auf Felswände klettern 😉 …

Triff Dein Idol …

So gemeinsame Shootings sind unter Models und Fotografen zum Teil „Gang und Gebe“. Ich gestehe, ich nehme selbst aus zeitlichen Gründen eher selten an Sharings oder größeren Gruppenshootings teil. Günther und Thomas kenne ich beide inzwischen seit über zwei Jahren. Und doch hatten die beiden bisher nichts miteinander zu tun, trotz der gemeinsamen Leidenschaft zur Aktfotografie. Günther ist seit jeher bekennender Fan von Thomas, ohne das dieser je davon gewusst hatte. Ich fand, es war an der Zeit, etwas daran zu ändern… Günther würde sein Idol endlich persönlich kennen lernen und sich mal selbst davon überzeugen können, dass Thomas sogar sehr locker ist. Anspruchsvoll, sehr diszipliniert, aber auch ein ganz schöner Spaßvogel 🙂 Ich war sicher: Diese beiden würden ein tolles Team abgeben … und sollte recht behalten…

… Gleich nach der Anreise trafen wir drei uns zum gemütlichen Abendessen in einem Steakhouse in Dahn. Günther war sehr aufgeregt 🙂 Er traf schließlich den Fotografen, dessen Bilder er seit Jahren verfolgt. Umso schöner war es mit zu erleben, wie die beiden auf Anhieb ins Gespräch kamen. Die Chemie stimmte. Als würden sie sich schon lange kennen. Es würde also ein vielversprechendes Wochenende werden, dass wir zum Abschluss des Abends noch besprachen.

Der Berg ruft…

Am nächsten Tag fuhren wir mit zwei Autos zu den „Red Stones“ – sie heißen nicht wirklich so 😉 . Die Fahrt dauerte ungefähr 20 Minuten. 20 Minuten, in denen …

… ich den Ausblick – oder Anblick – des Waldes und der zunehmenden Gesteinsketten vor Augen hatte … die Straßen immer höher und zum Teil enger wurden … ich immer stiller wurde … mir der Tatsache bewusst wurde, wo Thomas mit seinen Models arbeitet … und auf welches Abenteuer ich mich da eingelassen hatte … und das mit Höhenangst … Ich war doch komplett verrückt!! „Shit, ob ich das schaffe?“ ging es mir durch den Kopf…

Der Anblick des Parkplatzes riss mich aus meinen Gedanken. Wir waren angekommen. Den Rest des Weges mussten wir zu Fuß zurücklegen. Die Sonne lachte vom Himmel und würde weiter oben ordentlich brennen. Gleichzeitig war es sehr windig. Eine gefährliche Mischung …. Doch ich würde die wärmenden Strahlen noch zu schätzen lernen … 😀

Meine beiden Freunde packten ihre Fotoausrüstung. Sie mussten mit rund 15 kg auf dem Rücken bergauf wandern. Mein Gepäck war, im Vergleich ein echtes Fliegengewicht: Außer etwas Verpflegung und einem warmen Bademantel brauchte ich für ein Aktshooting gewöhnlich nicht viel mehr. Thomas kennt als erfahrener Outdoorsportler auch noch die Tücken der Natur und versorgte uns mit Insektenspray und Sonnencreme. Schließlich konnte es losgehen … Der Marsch würde – nach Thomas Angabe – gute 20 Minuten (?) dauern.

Drei Freunde, scherzend und plaudernd auf dem Weg zur „roten Spitze“, wie ich sie gern nenne …

Lichtspektakel …

Der Weg zur „roten Spitze“ wurde immer steiler. Wurzeln der Bäume bildeten „Treppen“ und zugleich fiese Stolperfallen. Ich hatte mich etwas zurückfallen lassen, als Ihre Stimmen auf einmal wieder ganz nah waren und mich aufblicken ließen. Vor meinem Auge pures rotes Gestein. Ich bin immer wieder fasziniert vom Anblick der Berge und Felsen… Überwältigt von dieser Pracht, ließen wir uns Zeit und erkundeten die Felsen und Ihre Formationen erstmal. Die Sonne warf ihre Strahlen von der anderen Seite der Felswand durch große und kleine Felsspalten und erzeugte Lichtspiele. Dieses Gegenlicht ließ es in uns freudig aufgeregt kribbeln. So verführerisch das Gegenlicht auch ist, so sehr stellt es Fotografen manchmal vor ziemliche Herausforderungen dieses gekonnt einzusetzen … Natürlich war es auch gleich das erste über das Thomas und Günther fachsimpelten.

… und das Model??

Meine Wenigkeit musste jetzt Ihrem Drang nach geben und in so einen Felsspalt hinein klettern. Ehrfürchtig und neugierig wie ein kleines Kind berührte ich die Felswände. Der Stein war ganz schön kalt. Das kümmerte mich weiter noch nicht. Genauso wenig der pfeifende Wind, der kalt durch die Felsspalte zog. Ich war warm angezogen … Statt dessen kletterte ich ein bisschen zwischen diesen beiden eng beieinander stehenden Felsen herum … Himmel, zuletzt war ich vor gut 10 Jahren in den Bergen!! Meine Freunde behielt ich im Blick. Sie hatten die Stative aufgebaut, es konnte gleich losgehen.

Ich hörte beiläufig wie Günther sich mit Thomas über erste Ideen austauschte. Thomas, der das Gelände aus dem Effeff kennt, „spickelte“ Günther über die Schulter und baute an anderer Stelle sein eigenes Stativ mit Kamera auf…

Btw: Stative werden häufig von Fotografen verwendet, die Landschaften oder Objekte aufnehmen und zum Beispiel eine längere Belichtungszeit brauchen. Die Kamera muss still halten und das Objekt vor der Kamera genauso … Nun verwendet mein lieber Freund Thomas, sein Stativ genauso gern bei Modelshootings – schön still halten heißt es da!! In Lindau da hat er sogar bei Nacht „frei Hand“ fotografiert. Egal wie, seine Bilder sprechen für sich.

Verdammt ist das Kalt!

„Anna! Zieh dich jetzt bitte aus“ hörte ich Günther auch schon rufen… Ich musste schmunzeln …  Thomas stand an seiner Seite. Stehend zwischen den Felsen zog ich mich mich aus und warf den Fotografen meine Kleidung zu. Rückblickend wäre es geschickter gewesen aus zu steigen, mich ausziehen und wieder in die Felsspalte zu spazieren. Da musste ich noch nicht klettern. Aber: Warum den einfach, wenn’s auch kompliziert geht 🙂

Im Adamskostüm bekam ich jetzt einen Eindruck davon, was mich an diesem Tag erwarten würde: Das Gestein war kalt. Und der Wind erst! Er traf mich mit voller Wucht und fühlte sich an wie tausend Eiskristalle! Ich gestehe, daran hatte ich absolut nicht gedacht… Nun gut. Das werden wir überstehen … Worüber auch noch nicht nachgedacht hatte: Die Kanten der Felsen. Hier eine spitze Kante, dort verdeckte der Fels meinen Fuß. Winzige Details, die jedoch das große Ganze mit beeinflussen und ein Bild schlichtweg versauen konnten. Details, auf die vor allem die Fotografen ein Auge haben müssen. Gleichzeitig kann so ein verflixter Stein das Posing erschweren. Für gewöhnlich kann ich mich inzwischen recht gut fließend von einer Pose in eine andere begeben …. Auf diesen Felsen war das gar nicht so einfach …. Aber gut, dann musste ich eben einen Weg finden. Die „harte Arbeit“ betrachtete ich als ein Abenteuer. Und es würde noch ein echt anstrengender Tag werden … Meine Chance mich weiter zu entwickeln. Die Ergebnisse würden es Wert sein.

Günther Ullmann

Nach ein paar ersten Bildern wollte Thomas nun an einer anderen Stelle seine Ideen umsetzen.

Nonverbale Kommunikation

Thomas hatte diese Stelle gewählt, die ein bisschen an Filme von anderen Planeten erinnert. Sie war für mich relativ leicht zu erklimmen und nicht allzu hoch… Dafür heulte der Wind so laut durch dieses Loch, dass ich Thomas Anweisungen rein akustisch kaum verstand. Während Thomas mir mit ruhiger Stimme zurief: „Fußspitzen aufstellen. Knie anwinkeln.“, runzelte ich fragend die Stirn. „So ein verfluchter Mist! Wo sollte ich die Fußspitzen aufstellen? Was hatte er gesagt?“ Hatte ich nur die Hälfte verstanden oder hatte er nicht mehr gesagt? Ich zweifelte an meinem Verstand: Ich blicke mich um, versuchte seine Anweisung zu befolgen. Leichter gesagt als getan: Die Fußspitze rutschte an der Stelle weg, sobald ich Spannung in den Körper brachte. Sah er das, dass die Stelle dafür ungeeignet war? Oder war ich gerade außer Stande mich geschickt auf dem Felsen zu bewegen? Tausend Gedanken schossen mir gleichzeitig durch den Kopf. Ich fluchte leise. Es schien nicht mein Tag zu sein

 

Making of by Thomas Bichler

In solchen Momenten schadet es nicht, eine Pause einzulegen. Tief durchatmen und vor allem: REDEN. Ein Fotograf kann sein Gelände noch so gut kennen. In sein Model hinsehen und wissen was Ihr gerade Schwierigkeiten bereitet, erfährt er nur von Ihr. By the way: Inzwischen war ich häufiger in felsiger Landschaft unterwegs – langsam gewinne ich Sicherheit und überwinde sogar meine Höhenängste 😉

Nicht nur ich machte so meine Erfahrungen. Auch Thomas sollte noch Überraschungen erleben 😀

Andere Größenverhältnisse

Bilder sagen mehr als Worte. An dieser Stelle danke ich Günther für die Aufnahmen :-D:

Thomas hatte eine klare Bildidee und führte mir diese vor….  Thomas ist wohlgemerkt ein bisschen größer und stabiler als ich 😉 Während er sich mit seinen Füßen bequem an der gegenüberliegenden Felswand abstützen konnte und den Rücken kugelrund machen musste, um einigermaßen darin Platz zu finden  …

… konnte ich nur gestreckt die gegenüberliegende Felswand gerade noch mit meinem großen Zeh berühren!!! Meinen Anblick in seiner Pose kommentierte Thomas mit „oh, daran hab ich nicht gedacht“ …. 🙂 Er musste umdenken und gab erstmal Günther das Feld frei.

Jetzt durfte ich mich selbst in den Fels einfügen … ich war inzwischen doch etwas ausgepowert, meine Glieder fühlten sich etwas steif an und langsam fror ich sogar etwas mit dem kalten Wind im Rücken. Das ist es schwer sich nochmal zu konzentrieren … Ein Moment, in dem ich nachdenklich versuchte die Füße zu platzieren … Der Wind wehte mir immer zu die Haare ins Gesicht … ein intuitiver Griff, die lästige Strähne hinters Ohr… „STOP!!! Bleib so“ …. Wir hatten noch ein stimmungsvolles Bild gewonnen 🙂

Die andere Seite

Nach einer längeren Pause in der Sonne, marschierten wir entlang der Felswand weiter. Günther und ich waren fasziniert und staunten über die rote Pracht, die hier mitten im Wald von der Natur hervor gebracht wurde. Thomas hielt derweil Ausschau nach einer geeigneten Stelle und ließ uns die Zeit.

Er achtet sehr genau darauf, wie das Licht fällt und welche Schatten entstehen. So schließt er bei der Wahl alle möglichen störenden Elemente von Vorn herein aus, um seine bekannte ruhige Stimmung zu erhalten.

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Für mich war es hier insgesamt deutlich angenehmer, da der Wind anders kam und die Entfernung zu meinen beiden fotografierenden Freunden nicht so groß war. Nach der Pause hatte ich neue Motivation. Es fühlte sich nicht so bitter kalt an und ich konnte die Aussicht an der Stelle regelrecht genießen. Kurz kam ein leichter Wind auf und zauberte eine Atmosphäre von grenzenloser Freiheit … ein Gefühl das mich prompt „wachsen“ ließ. Auf Wunsch der beiden verharrte ich in dieser Pose und blendete alles um mich herum aus. Langsam wollten mir meine Muskeln den Dienst versagen. Eine Pause war nötig. Noch regierte die Kälte meine Glieder. Nach einer kurzen Pause starteten wir noch einmal. Thomas hatte einen Fehler auf seinen Bildern entdeckt und bat mich die Pose zu wiederholen. Dieses mal wollte es mir nicht gelingen. Kurz verlor ich das Gleichgewicht, fing mich aber gerade noch auf. Der Moment ließ meine beiden Freunde jedoch kurz aufschrecken. Wäre ich doch abgerutscht, wäre es definitiv schmerzhaft gewesen. Ein letzter Versuch dann beendeten wir an dieser Stelle.

Ich war gerade wieder angezogen, als Thomas auf einmal lächelnd neben mir stand „Du weißt, das Model bestimmt was geht und was nicht. Vergiss das nicht“, erinnerte er mich. Ich schmunzelte: „Und Du weißt, wie Stur ich bin“. Wir lachten und folgten Günther, der bereits weiter gegangen war.

Letzte Schauplätze

Wir hatten den Rückweg eingeschlagen, auf dem Thomas noch eine Stelle gesehen hatte, die er ausprobieren wollte. So richtig konnte uns diese nicht begeistern. Meine Bewegungsfreiheit war eingeschränkt und ich fühlte mich jede Minute kurz vorm Rutschen. Der Sandstein hat diesen Nachteil. Einerseits wunderschön, andererseits nicht ganz einfach zu handhaben.

Zu guter Letzt diente uns noch eine schnuckelige Höhle für einen letzten Versuch. Hier war es windstill und fast warm. Ich meiner eingeigelten Pose konnte ich eine gefühlte Ewigkeit verharren. Gleichzeitig besteht bei diesen Posen ein bisschen die Gefahr, sich zu sehr zu entspannen und die Körperspannung lässt nach 😉

Da wir noch einen weiteren Tag zum Shooten hatten, machten wir endgültig Feierabend. Ich freute mich auf eine lange heiße Dusche um den Sand loszuwerden 😀

Auf den Felsenburgen

Für unseren zweiten Shootingtag waren zuerst Felsenburgen geplant, die Thomas uns zeigen wollte. Danach wollten wir nochmal zurück an die Felswand. Er hatte sich noch einmal Gedanken gemacht und wollte, an der Stelle, die am Vortag hatte nicht wirklich klappen wollen, ein Bild umsetzen. Das hat mich sehr gefreut. An diesem Tag fühlte ich etwas sicherer und wollte die Herausforderung noch einmal angehen. Noch konnte ich nicht ahnen, wie groß sie werden würde.

Auf der Burg zeigte sich erneut: Mit 1,56 cm Größe eröffneten sich andere Bildmöglichkeiten. Wo große Models an die Decke stoßen, konnte ich mich bequem hinstellen oder in Mulden wie ein Ei zusammenrollen…

Als der Besucherandrang größer wurde, setzen wir unseren Weg fort Richtung Felswände..

Größte Herausforderung

Kaum waren wir oben auf dem Berg angekommen machte Thomas es sich relativ bald „bequem“. Er legte seine Ausrüstung ab und lief an einer Wand entlang. Ich setze mich in der Sonne auf einen Felsen und beobachtete erstmal die Szene:

Vor mir ragte eine hohe, ziemlich flach wirkende Felswand auf. Na, er würde schon nicht auf dumme Gedanken kommen…. Günther und er unterhielten sich über Möglichkeiten, die die Wand bot, so generell. Dachte ich. Als Thomas schließlich anfing, die möglichen Perspektiven von der gegenüberliegenden Wand aus zu betrachten und flink wie eine Gazelle auf den Felsen kletterte, besah sich Günther die Wand. Ich blickte die beiden an. Günther fragte Thomas nach seinem Plan. „Sitzend oder liegend könnte ich mir was vorstellen“ – „Das ist jetzt nicht dein Ernst??“ fragte ich „Ich soll da rauf???“ – „Doch, klar. Da kannst Du gut drauf liegen“. Oh mein Gott. Und wie sollte ich da rauf kommen??? Günther stand noch an der Wand und sah sich gerade den Sockel an. „Das ist breit genug, da passt locker hin. So hoch ist das auch gar nicht“ Ich fasste mir also ein Herz – der Reiz hatte mich gepackt. Ich wollte zumindest sehen, wie das da oben aussah. Meine beiden Freunde empfohlen mir gleich nackt rauf zu klettern. Schuhe sollte ich noch anlassen. Günther sah ich mir an, wo ich halt zum Klettern finden sollte. Sandstein!!!! Ich war auf halber höhe und musste erstmal etwas Sand weg schieben, um nicht abzurutschen. Und dann brauchte es noch einmal einen ordentlich Ruck um meinen Po irgendwie auf dem Absatz zu platzieren. Da mir die beiden das eingebrockt hatten, Thomas schon auf der anderen Seite saß und sich um seine Einstellungen kümmert, musste Günther ausnahmsweise mal ranhalten: Ich saß mehr oder weniger auf seinen Händen, es fehlt aber noch ein letzter Schubs… „Jetzt pack halt gescheit zu und schieb mich nochmal rauf“ – „Jaaaa, okey….“ ENDLICH. Eine eher unkonventionelle Art, aber für mich der Sicherste Weg.

Oben gelangt, hämmerte mein Herz. Jetzt brauchte ich erstmal eine Minute für mich, um mich hier oben zu orientieren. Vorsichtig testete ich meine Bewegungen … Gleichgewicht ok? Schwindel? Wo sollte ich meinen Blick am besten hinlegen, wie fühlte ich mich sicher. Thomas ließ mir Zeit. Dann gab ich das Kommando: Ich war bereit seine Wünsche umzusetzen. Immer wieder atmete ich tief durch, probierte mit langsamen Bewegungen die Position zu ändern. Insgesamt mit weit größerem Erfolg. Thomas auf Augenhöhe gegenüber hatte ich noch eine traumhafte Aussicht. Es war nicht so schneidend kalt und windig wie am Vortrag, so dass ich diesen Moment sogar genießen konnte. Thomas und Günther freuten sich darüber. Wir hatten irre schöne Aufnahmen hinbekommen 🙂

„Dem Blick des Herzens ist das Ferne weithin sichtbar.“ Rabindranath Tagore

Gestärkt zurück

Ja, ich freute mich sehr. Es war eine meine bisher größten Herausforderung auf ca. 3 Meter Höhe zu klettern. Jetzt wollte ich mich noch einmal intensiv mit den letzten Schauplätzen befassen. Neu motiviert, fanden wir nun auch hier unsere Balance. Es war ein großartiges Gefühl, mit dem ich heim kehren würde.

 

Impressionen aus der Silbermühle – ein Vorgeschmack

Unsere Workshops rücken immer näher!!!! Bald fange ich an die Tage runter zu zählen 🙂

Vor den Weißenburger Fototagen wollte ich die Silbermühle unbedingt selbst kennen lernen. Nein, ein Workshopmodel kennt die Lokation nicht zwingend. Meine zwei Jahre als Hobbymodel haben mir jedoch gezeigt, dass es sinnvoll ist, sich vor einem Shooting mit einer Lokation zu befassen. Als Model möchte ich meinen Beitrag zum größtmöglichen Erfolgen leisten. Dazu gehört eine entsprechende Vorbereitung. Deshalb war es mir wichtig, mir einen eigenen Eindruck zu verschaffen. Es fühlt sich einfach besser an.

Also habe ich Günther gefragt, ob ich mal rein gucken könnte, in die Silbermühle. Und ich durfte nicht nur mal reinschnuppern. Der Wirt der Silbermühle, Markus Bauer, öffnete für uns die Türen, damit wir ein wenig shooten konnten…

Von Außen ganz normal…

Beim Eintreffen habe ich die Gaststätte hauptsächlich am Namen erkannt. „Silbermühle“ steht in geschwungener Schrift auf dem gelb gestrichenen Haus. Wirkte jetzt nicht wirklich spektakulär, eher heimisch. Der Steingarten und die etwas verwittert aussehende Laube sind außen die einzig verräterischen Spuren der Vergangenheit. Die Silbermühle war einst eine richtige Mühle, die von einem kunstliebenden Architekten umgebaut wurde. Der Wirt versteht sich hervorragend darauf, die kunstliebende Linie in der Einrichtung fortzuführen.

Etwas versteckt zwischen einem relativ jungen Gebäudeteil und einem eher älteren Teil, führt eine alte Tür in das Innere der Gaststätte: In einem Wintergarten mit einer Bar, die dazu einlädt, spanische Weine zu verkosten, wird der Besucher empfangen. Wie beschreibe ich das am Besten … viele Pflanzen, die zur Überwinterung reingebracht und dekorativ in Szene gesetzt wurden, viele kleine Accessoires, die normalerweise draußen den Besucher auf das Angebot des Hauses einstimmen, und rustikale Möbelstücke aus unterschiedlichen Zeitepochen. Alles so arrangiert, als würde es zusammen gehören. Aus Lautsprechern drangen spanische Melodien ins Ohr. Sehr angenehm im Übrigen.

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An der Bar wird zu besonderen Anlässen und Veranstaltungen ausgeschenkt. An diesem Tag war sie mit den edelsten Tropfen dekoriert. Aufgeschlagene Bücher luden zum Nachlesen über die Herkunftsländer ein. Auf den Barhockern ließ es sich durchaus aushalten.

Den Blickfang dürften das Büfett mit dem davorstehenden, massiven Tisch und das Klavier bilden, worauf auch wir unseren Fokus legten. Das Klavier aus dunklem Holz ist sehr einfach gehalten. Aber gerade das zog mich magisch an. Natürlich konnte ich später der Versuchung, ein bisschen auf den Tasten herum zu klippern, nicht widerstehen. Zumal Günther mich ans Klavier gesetzt hat – da musste er auch den „Katzenjammer“ in Kauf nehmen. Der Tisch mit seinen Stühlen erinnerte mich an die ritterliche Tafelrunde.

Doch bevor es los ging, gab es noch ein Tässchen Kaffee und eine kleine Führung durch die Räume. Der Wintergarten bietet für sich schon eine Menge, ist aber längst nicht alles, was es in der Silbermühle zu entdecken gibt!

Mit der Silbermühle auf Zeitreise

In der Gaststätte finden wir eine fast schon skurrile Einrichtung: Sitzbänke, die mich an Kirchbänke erinnerten. Meiner Information nach sind es simple Sitzbänke. Dennoch wirkte der Raum auf  mich ungewöhnlich. Woran es genau lag, konnte ich im Endeffekt noch nicht ausmachen. Keineswegs unangenehm, nur ungewöhnlich. Auf angenehme Art anders. Mitten im Raum ein uralter Steinofen mit Herdplatte. An Hacken hängen diverse Töpfe und Kochlöffel aus. Mit entsprechendem Licht werden wir unter Umständen auch hier eine sinnliche Zeitreise unternehmen können 😉

Der Raum gegenüber, der Tagungsraum, erinnerte mich schon eher an ein typisches Wirtshaus. Hier dominiert ein ländlicher Stil. Tische, Stühle und Bänke, wie man sie in einem gut bürgerlichen Gasthaus findet.
Eine gewisse Gemeinsamkeit mit der Gaststätte gibt es: Auch hier steht mitten drin ein Ofen, aber aus Blech. Der Abzug führt durch eine Wand, die auf der Tageslichtseite mit Spiegeln verziert wurde. Ja, ich war kurz davor auf die geflieste Fläche davor zu hüpfen, um etwas auszuprobieren. Habe diesem Drang jedoch widerstanden. Noch zumindest 😉 Günther hatte mich auf ein anderes, besonders ungewöhnliches, Detail aufmerksam gemacht: Ein Kirchenfenster, vermutlich gotisch. In der Wand eingelassen oder hängend, als wäre es ein Gemälde. Der Raum ist wunderbar groß und wird uns beim Workshop als „Studio“ dienen. Ich bin also schon sehr gespannt auf die kreativen Ideen unserer Teilnehmer!

Ich persönlich bin von den vielen kleinen Details in der Einrichtung und den Accessoires angetan. Hier ein bisschen Stahl, dort ein wenig Holz, eine Türgaube aus einer alten Maschinenglocke, Verzierungen an den Wänden – die zugegebener Maßen beim Fotografieren etwas störend sind, gleichzeitig eine Herausforderung diese vielleicht ins Bild zu nehmen. Keiner der Räume gleicht dem anderen. In der Silbermühle werden tatsächlich die unterschiedlichsten Stile und Zeiten auf spannende Art und Weise vereint. Nach der Führung war klar: Hier gibt es immer etwas Neues zu entdecken.

Klavierstunde…

Nun sollte es aber losgehen. Ja, ich muss zugeben, auf das Klavier war ich am meisten gespannt. Bin es immer noch. Und das obwohl ich nicht einmal Klavier spielen kann. Also kein kleiner weiblicher Mozart. In einem anderen Shooting hatte ich das Vergnügen mit einer Geige zu posen. Die richtige Haltung kann man zum Glück erfragen. Ich höre gerne Musik, singe nur in schalldichten Räumen, in denen ich ganz für mich bin 😉 Instrumente spielen kann ich nicht, aber zumindest so tun und die Notenleiter rauf und runter, das bekomme ich noch irgendwie hin … und es sieht auf Bildern authentischer aus.

Auf dem Klavier zu spielen ist einfacher, als der Versuch mit einer Geige. Das Wichtigste dabei ist: Ich hatte großen Spaß daran auf den Tasten herumzuklimpern und Günther hat mich machen lassen. Mal im Sitzen, mal im Stehen … Zwischendurch gönnte ich ihm eine musikalische Pause – Für Menschen, die selbst ein gutes Gehör für Musik haben und singen können, kann sowas schon in den Ohren weh tun! Dennoch muss keine echte Pianistin sein, um hier ein bisschen zu träumen 🙂 Der Klang des Klaviers schuf eine tolle Atmosphäre für tolle Bilder! Und wir haben nicht mal das gesamte Potenzial ausgeschöpft!

Spiel nicht mit dem Feuer

img-20170308-wa0065.jpgAuf dem Klavier hatte ich gleich zu Beginn etwas tolles entdeckt: Ein Kerzenleuchter und
ein Flammenlöscher. So etwas hatte ich noch nie gesehen! Auf dem rustikalen Tisch stand ein Keramiktopf bei dem ich prompt das Bild vom „Letzten Abendmahl“ vor meinen Augen hatte. Accessoirs, die für die angedachten Bilder, die beim Workshop entstehen sollen, perfekt geeignet sind. Es bedarf noch einiger Vorbereitungen, aber wir bekamen schnell einen guten Eindruck. Das Spiel mit den Kerzen fand ich spannend: Es war nicht besonders warm und die Wärme der Flammen lud mich ein, meine Hände wie an einem Lagerfeuer zu wärmen. Bald darauf durfte ich die Flammen langsam löschen – das gab eine kleine Wachsmalerei auf dem Tisch. Ich selbst musste dem Drang, mit dem kleinen Finger in das noch flüssige Wachs zu langen, erstmal widerstehen 😀

Fensterbank

Das Treppenhaus fand und ich finde ich nicht weniger spannend. Das Geländer ist schwer zu beschreiben. Es ist kein typisches Holzgeländer. Es wirkt wie aus Beton mit größeren „Gucklöchern“ – erinnert ein bisschen an ein Schiff und ist in Gelb und Blau gestrichen. Das Treppenhaus ist nicht allzu hell, und an der Decke ist ein, mit einer Art Mosaik verzierter Spiegel, der verrät, wer ob auf der Treppe steht oder sitzt. Dazwischen eine Fensterbank, gefliest. Sie wird von verschiedenen Blumentöpfen geziert. Kaum waren wir an dieser Fensterbank vorbei gelaufen, hatte ich meinen Gedanken noch gar nicht ausgesprochen, als Günther von oben schon rief „Räum mal bitte die Fensterbank ab“. War ja klar, dass ich mich auf die kalten Fließen legen durfte. Der Vorteil: Körperspannung 😀 Wenn Du nämlich darauf bedacht bist möglichst wenig Fläche auf den kalten Stein zu legen, spannst du automatisch alles an. So ungemütlich es sich anhört, war es aber gar nicht. Ich hatte es mir gerade gemütlich gemacht, da hörte ich schon „Bleib so!!“. mail_AAA_9838e

Die Fensterbank ist gerade groß genug für mich. Allzu viel Bewegungsfreiheit hatte ich da allerdings auch nicht. Da wir keinen Blitz eingesetzt haben, ließen wir es nach zwei, drei Posen dabei bewenden. Mehr brauchten wir auch gar nicht.

Spielwiese für kreative Köpfe

Alles in allem bin ich schwer beeindruckt von der Silbermühle, der Idee des Inhabers und den Wirten. Zwei ganz tolle, liebe Menschen, die uns alle Freiheiten gelassen und mit warmen Getränken versorgt haben. Allzu lange waren wir nicht. Sollte ja nur reingeschnuppert werden. Doch die Zeit reichte völlig aus um jetzt gespannt die Tage zu zählen *freu* bis wir unsere Teilnehmer endlich in der Silbermühle begrüßen dürfen!

Papiermühle … und was dann geschah

Liebe Freunde, ich hatte Euch ja, von meinem Ausflug in die Papiermühle erzählt. Wie der Tag mit einem bösen Crash angefangen hatte und mit einem besonderen Shootingerlebnis endete.

Was danach kam, freute mich ganz besonders: Mehrere unserer Bilder wurden von den Redakteuren der VIEW Stern als Titelbild ausgewählt. Ein paar davon haben es dann sogar in die Galerie geschafft! Mich freut das als Model natürlich genauso, wie Stephan von Lichterspiegel-Foto!

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Galerie

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Der Baum

Günther war mit einer der Ersten, die mich über die Modelkartei angesprochen hatten. Er gehört auch zu jenen, die sehr geduldig sind und nicht sofort einen Termin „verlangen“. Nach ein bisschen hin und her schreiben haben wir telefoniert und einen ersten Termin vereinbart.

Termine verschieben ist nicht peinlich

Als Günther sich bei mir meldete und total geknickt war, weil er unseren Termin verschieben musste, wollte er es gleich telefonisch erklären. Das war ihm noch nie passiert und unsagbar peinlich. Ich war sehr überrascht, dass es ihm peinlich war. Dazu gab es in meinen Augen keinen Anlass. Hab es ihm aber auch sehr hoch angerechnet, dass er so offen darüber sprach. So sind wir dann verblieben unser Shooting auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Wie heißt es so schön, „Gut Ding braucht Weile“. Und das stimmt. Gerade die Shootings, die immer wieder verschoben werden mussten, waren hinterher umso besser. So hatten wir noch Zeit uns ein wenig kennen zu lernen. Einfach wie Freunde.

Dann, „eines Tages“ fragte er mich, wann ich einen freien Termin hätte. Ich war angenehm überrascht, und zu Gleich geknickt, weil es noch ein paar Wochen warten musste – ich shoote ja nur am Wochenende. Bis dahin tauschten wir uns über den Plan aus. Nun, der Plan war vor allem „Spontanität“ 😀 Lost places und Studio als Locations waren klar. Als er meinen weißen Body und ein Hemdchen aus meinem Shooting mit photoart by D. Drendel gesehen hatte, waren das DIE Outfits, die er unbedingt wollte. Mehr brauchte ich an und für sich nicht. Im Studio sollte ich auch sehen warum 🙂

Der Baum

Nach einem herzlichen Empfang, ging es im herrlichen kühlen Auto los. Draußen war es ziemlich warm – Im Sommer sollte man immer Feuchttücher im Gepäck haben! Die Chemie stimmte von der ersten Minute. So war es kein Wunder, dass wir gleich wie alte Freunde im Gespräch waren. Dabei entging mir, wohin wir eigentlich fuhren. Zum Steinbruch sollte es gehen. Auf dem Weg dahin wurde er allerdings immer langsamer. So wurde ich aufmerksam und sah ihn. Da stand er. Der Baum. Fast majestätisch möchte man sagen. Groß, stabil und symmetrisch. Ob ich klettere, wollte Günther wissen. Liegt schon eine Weile zurück, aber ich bin ja sportlich. Da hatte er auch schon angehalten. Der Baum faszinierte mich und zog mich magisch an. Die Frage, ob ich darauf Lust hätte, hatte sich erübrigt.

Kaum hatte ich die Kleider abgelegt, half mir Günther mit einer Räuberleiter auf den ersten, dicken Ast – so dick wie mancher Stamm!

Die Sache mit der Höhenangst

Auf diesem Ast sitzend, sah ich runter….ohhhhh…da war ja was: Eigentlich habe ich Höhenangst. Günther hatte ich es vor dem Shooting schon gesagt. Und dennoch hatte ich diese Tatsache beim Anblick des Baumes irgendwie vergessen. Jetzt, beim Blick nach unten, fiel es mir wieder ein. Jetzt noch cool bleiben?! HA  HA!

Günther blieb überraschenderweise wenig beeindruckt. Na ja, solange ich nicht kreidebleich wurde und in Ohnmacht zu fallen drohte, konnte es ja nicht soooo schlimm sein. Er leitete mich ruhig und geduldig an. Ob das an den Workshops liegt, die er immer wieder gibt? Dort zeigt er Fotografen nicht nur den Umgang mit Licht, sondern auch den Umgang mit Models. Bestimmt Psychologie: Bleibt er gelassen, überträgt sich seine Ruhe auf mich. Reine Spekulation wohlgemerkt!

Mit dem Rücken nach außen sitzend folgte ich seiner Anweisung und „robbte“ blind auf den Ast. Ich hatte wirklich ein klein wenig Angst, mich einfach umzudrehen, um zu sehen, was hinter mir lag. Beim Blick nach unten wäre es mir erst schwindelig geworden, dabei hätte ich unter Umständen das Gleichgewicht verloren und wäre auf die Wurzeln des Baumes runtergeplumpst. Kein schöne Vorstellung. Ganz vorsichtig legte ich mich auf den Rücken, vom Rücken in die Seitenlage und entspannte erstmal. Still liegend konnte ja nichts schief gehen.

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OUT OF CAM

Günther blieb ganze Zeit total entspannt und nahm seine Einstellungen vor. Die ersten Posen liefen einigermaßen, würde
ich sagen. Irgendwann war mir das „unbeholfene rum kriechen“ aber zu doof. Just in dem Moment sagt Günther „Setz Dich hin und dreh Dich mal um.“ Das sagt er so leicht. Da packte mich dann doch der Ehrgeiz. Ich mache das jetzt auf meine Weise: Erstmal zurück zum Stamm. Dort fühlte ich mich sicher. Jetzt konnte ich mich umdrehen. Kaum sah ich die wunderschöne Pracht des Baumes vor mir, fühlte ich mich wie eine kleine Elfe.
Er schien mich förmlich zu rufen. In dieser Position fühlte ich mich wesentlich sicherer und sichtlich wohler.

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Danach durfte ich runter. Dabei habe ich es mir besonders leicht gemacht. Der gute Günther zeigte mir, wie ich da am Besten wieder runter komme. Ich folgte seiner Anleitung bis ich knapp über ihm „hing“, grinse ihn an und lasse mich schlicht in seine Arme fallen 😀 Wer mich hoch „jagt“, der bekommt die Quittung 😉 Gegen jede Regel! An dieser Stelle möchte betonen, dass gegenseitiges Vertrauen genau aus diesem Grund das oberste Gebot ist. Kein Fotograf fasst ungefragt ein Model an! Auch mich nicht. Ich bin unkompliziert im Umgang. Das ist jedoch kein „Freifahrtschein“ zum Grapschen. Günther hat das auch in keinster Weise ausgenutzt und mich während des ganzen Shootings immer gefragt, wenn ich zum Beispiel ein Haar im Gesicht hatte. Wie es sich für einen Profi gehört.

lost places

lost places sind besonders beliebte Schauplätze für Fotografen. Günther hatte hier ein hinreisendes, verlassenes, kleines Häuschen. An diesem sonnigen Tag wirkte es regelrecht märchenhaft, verführte mich ein wenig in eine andere Welt abzutauchen und inspirierte Günther. Da war ein Fenster. Es war heil, und heillos verdreckt. Doch gerade das machte seinen Charme aus. Der Günther rubbelte vorsichtig gerade so viel Dreck weg, dass er mich durch das Fenster sehen konnte. In diesem wunderschönen Haus konnte ich ganz meinen Gedanken nachhängen….“L`évanescence“ ( „perdu dans les pensées“.

An einem weiteren „lost place“ haben wir uns dann richtig Zeit genommen: In seinem Studio. Dieser Glückspilz hat doch tatsächlich ein heruntergekommenes – oder zumindest unter normalen Umständen renovierungsbedürftiges – Haus als Studio.

Während er mit dem Aufbau beschäftigt war, beschäftigte ich mich mit der Schatztruhe. Günther beobachtete mich immer mal wieder, wie ich diverse Kleidungsstücke begutachtete und das eine oder andere auch anprobierte.

Das Shooting lief so locker und entspannt ab, dass ich nicht das Gefühl hatte in einem Shooting zu sein. Günther (www.sinnliche-fotos.de) ist nicht nur ein wunderbarer Fotograf, sondern auch ein wunderbarer Mensch. Das schätze ich ganz besonders. Er sieht in Dir nicht nur ein Model, sondern vor allem den Menschen. Ich freue mich schon auf weitere Shootings mit ihm.

Geschichtenerzähler mit Fotoapparat

Es gibt Menschen, die können Geschichten mit der Kamera erzählen. Jo Grabowski ist einer von Ihnen. Mit seinem Fotoapparat schreibt er Deine ganz persönliche Geschichte. Ohne künstliche Posen. Ohne Schnickschnack. Er findet Dich. So hat er auch mich gefunden. Er war einer der ersten Fotografen, die mich in der Modelkartei angesprochen haben. Anfangs war ich skeptisch. Sein Bildstil glich nicht dem anderer, dass fiel mir gleich auf. Er hat etwas kunstvolles an sich. Auf seinen Bildern geht es weniger um Models, es geht um den Menschen. So waren auch seine Worte am Abend vor unserem Shooting: „Ich will nicht Anna, das Model. Ich will Dich als Mensch“.

„Wie macht er das?“

Diese Frage stellen sich wirklich viele. Seine Bilder könnten den Schluss lassen, dass er ein Profi im Umgang mit Photoshop ist. Umso erstaunlicher ist, dass Jo mit nichts weiter als

  • einem marmorierten Tuch, das er bei Bedarf an seine Wand pint,
  • seiner Kamera und 3 Objektiven
  • Fensterrollos und
  • ein paar schlichten Möbeln
seine Wohnung in ein Fotostudio umwandelt. Dort schreibt er die tollsten Geschichten.

Ein Gespräch, ein Gedanke, eine Szene, ein „Schuss“ der sitzt

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Jo ist beim Shooting absolut relaxt. Gemeinsam saßen wir bei einer Tasse Kaffee, unterhielten uns und schauten die mitgebrachten Outfits durch. Bei den Outfits handelte es sich um Kleider, die zum Teil eine Geschichte hatten. Ich habe sie schon sehr lange, manche von Ihnen schon lange nicht mehr getragen. Doch das Herz hängt an Ihnen, weil sie die Erinnerung tragen. Und genau diese wählte er aus. Dann noch ein wenig die Haare zusammenbinden….ja, so kann es losgehen. Zuerst ein paar für ihn recht typische Szenen. Diese wollten aber irgendwie nicht so richtig sitzen. Als würde man versuchen einem Menschen ein Korsett überzustülpen. Er merkte das sehr schnell. Nachdenklich stand er da. „Schau mal ernst“, sagte er  und ich fing erstmal an zu grinsen 🙂 Wie soll man bitte in fröhliche Augen schauen und dabei ernst schauen?? Da muss ich erst einmal an etwas denken, dass mich wirklich ärgert. Aber soviel Zeit hatte ich gar nicht, den auf einmal schwenkte er um. „Sei Du selbst, bewege Dich frei“. Also ließ ich den Dingen Ihren Lauf. jgdf20371b_AnnaH_2015Der Ausblick aus seinem Fenster lockte zu sehr. Die Sonne strahlte. Unten ein Spielplatz, in sicherer Entfernung der nächste Wohnungskomplex, kahle Bäume und eine wundervoll friedliche Atmosphäre. Während dessen beobachtete er mich, folgte mir. Eigentlich unterhielten wir uns bis er sagte „bleib so“. Und so ging es weiter. Immer mal wieder hielt er inne, hörte mir zu, stellte mir fragen und fing Mimik und Gestik ein. Zwischendurch wechselte er ganz locker seine Objektive. Spielte mit Licht und Schatten in dem er einfach die Fenster schloss, Vorhänge zuzog. Während ich die Kulisse in den üblichen Farben sah, sah er bereits eine eigene Welt durch die Kamera. Es war ein erstaunliches Erlebnis. Zwei Stunden hatten wir uns Zeit genommen. Doch wir hätten noch ewig weiter machen können. Zwischendurch immer mal ein kleines Päuschen in dem der Autor schon die Geschichte weiter schrieb. Von ruhig sitzen konnte bei Jo eigentlich nicht die Rede sein 🙂 Das machte aber auch gar nichts, denn wir haben viel zusammen gelacht und freuen uns beide auf unser nächstes Treffen.