Praktisches für unterwegs

Mein letzter Eintrag liegt schon über ein Jahr zurück. Was war passiert? Warum ging es nicht weiter – zumindest im Blog.

Viele Ereignisse, wenig Zeit und Muse. Die Shootings selbst gingen weiter. Und mit Ihnen machte ich einige interessante Erfahrungen. Sowohl praktische als auch auf zwischenmenschlicher Ebene.

Da die Outdoor-Session noch läuft – der aktuellen Wetterlage (also Stand 01.09.2016) nach zu urteilen, dürfte es noch ein Spätsommer werden, gibt es noch ein paar „schnelle“ Ratschläge. Ich habe das Rad nicht neu erfunden, aber vielleicht hilft es als kleiner Hinweis.

Outdoor

Ich liebe es. Es gibt unheimlich viel Spielraum. Ob Land oder Stadt. Outdoor bedeutet für viele Natur (pur). Wald, Strand, Berge, Täler, Wasserfälle – kurz: Einfach alles das einigermaßen begehbar ist.
Die Natur verändert sich ständig. Frühling und Sommer haben durchaus unterschiedliche Vegetation. Und mit ihr kommen so kleine Lebewesen, die bei einem Shooting zu einer echten Herausforderung werden können. Bienen und Wespen, Bremsen und Mücken sind dabei harmlos, so fern Du nicht gerade allergisch bist! Normalerweise wissen es die Betroffenen. Aber eben nur die Betroffenen! Wenn ein Shooting ansteht, sollte man das vorher genau wissen, was einen erwartet. Soll ich durch die Blumenwiese hüpfen oder mich im Wald unter gefallene Baumstämme verkriechen?

Zeckenalarm

Mein erstes Erlebnis hatte ich schon letzten Sommer. Ich hatte mir für ein Shooting, auf Wunsch des Fotografen, einen Wald in meiner Gegend ausgesucht. Es war nicht das erste Waldshooting. Entlang der Wege, die durch die Wälder verlaufen. Womit ich nicht gerechnet hatte war, der Gute schickte mich ins dichte Gestrüpp. An dieser Stelle regierte wirklich die Pflanzenwelt. Da tauchte aber so ein schönes Aktbild vor meinem inneren Auge auf – und das reizte mich so sehr, da nahm ich die Pflanzen gerne in Kauf. Mit Schuhen und einer Weste stapfte ich also durch die Gräser, auf der Hut mich nicht mit den Füssen darin zu verfangen. Die Schuhe behielt ich an, die waren im Bild nicht sichtbar. Den Rest übergab ich den Fotografen. Zurück auf dem Weg, kurzer schneller Check, ob noch alles dran war, keine Kratzer oder sonstiges, dass bis dato noch nicht zu mir gehörte. Und gingen wir weiter von dannen und hatten jede Menge Spaß….

Am nächsten Tag besuchten wir meine Eltern. Auf dem stillen Örtchen entdeckte ich zwei kleine schwarze Punkte in der Leistengegend, eine Stelle leicht gerötet. Es sah aus, als wäre es ein getrockneter Blutfleck. Konnte das sein? Irgenwie sah der Fleck beweglich aus…1…..2….3……SHIT!! Eine Zecke, die bereits eine „Futterstelle“ gefunden hatte. Ja, ich gebe zu, mir rasten tausend Gedanken durch den Kopf, an erster Stelle was passiert, wenn ich das Viech nicht loswurde. Am liebsten hätte ich sie raus gerissen. Hab ich natürlich nicht, auch wenn es mich etwas Mühe kostete. Ich ließ die Zecke professionell entfernen. Genau genommen auch Ihre „Verbündete“, die es allerdings nicht schnell genug geschafft hatte. Danach hieß es die Stelle zu beobachten. Nach mehreren Tagen fiel mir auf, dass die Stelle größer geworden zu sein schien, und sie wurde täglich größer. Schnellstmöglich zum Arzt: Die Folge waren vier Wochen Antibiotika und die Hoffnung, dass es zu keiner bösen Diagnose kommen würde. Es fand ein gutes Ende.

Es war das erste mal seit vielen vielen Jahren, aber nicht das letzte Mal. In diesem Jahr hab ich mir den Wald erneut ausgesucht. Dieses Mal darauf geachtet nicht ins Gestrüpp zu gehen. Bei einem Outfit wechsel merkten der Fotograf und ich, dass ich am Körper und meiner Kleidung Zecken hatte. Dieses mal rechtzeitig.

Angriff von unbekannt

Vor ein paar Wochen haben wir zusammen mit dem lieben Günther Ullmann eine Lokation gesucht, die auch mehr oder weniger mitten im Wald liegt. An diesem Tag hatte ich keine Kontaktlinsen und musste somit die Brille immer wieder ablegen und mich dann mehr oder weniger blind vorwärts bewegen. Keine Sorge, ich sehe genug, um nicht gegen einen Baum zu springen, aber zu wenig, um eventuelle Bienchen oder Wespen auf einer Blüte am Waldboden zu sehen. Ich war überzeugt, wenn dann müsste ich darauf acht geben.
Als Günther dann einen wunderschönes Stück bemoosten Boden sah, sollte ich es mir auf diesem in geeigneter Pose bequem machen. Ich „tastete“ mich also vor, ging langsam in Hocke und dann in die Waagrechte. Das einzig störende war eine Pflanze, die etwas ungünstig ins Bild ragte. Das wollte ich korrigieren – entweder die Pflanze ließ sich beiseite schieben oder ich musste mich anders platzieren. Gerade als ich meinen Ellenbogen tief ins Moos gegraben hatte und mich darauf abstützte stach es plötzlich schmerzhaft zu. „Stopp!! Irgendwas hat mich gestochen!“ hab ich Günther zugerufen, „ich glaube, hier ist ein Nest. Hier machen wir nicht weiter.“ Damit war der Fall erledigt. Es war nichts am Arm zu sehen, auch wenn der Schmerz nachhalte. So machten wir weiter. Günther schmunzelte noch „Ja, sowas muss man als Aktmodel Outdoor abkönnen“. Na ja, muss sich nicht gerade in ein Nest voller roter Ameisen legen 😉 Leider wussten wir nicht was es war. Nach dem Shooting bemerkte ich nur, wie rot der Oberarm war. Es sah aus, als hätten mehrere zugestochen oder mich angepinkelt (sollten es tatsächlich Ameisen gewesen sein), obwohl ich mich nur an einen Stich erinnern konnte. Nein, es war keine Brennesel. Dafür waren die Stichstellen zu groß. Wir haben schnell mit Fenistil behandelt, doch es dauerte tatsächlich bis es wieder verheilt war. Andere Folgen gab es auch nicht.

Mückenplagen in der Großstadt

Als ich zu einem spontanen Shooting nach München an einen See fuhr, stürzten sich die Mücken so schnell auf uns, das es schon ein wenig schwer war, sich überhaupt noch zu konzentrieren. Trotz Spray, dass mitgebracht worden war. Das schöne ist: Mücken sind auch für Fotografen lästig. Ja, es ist eigentlich böse *grins*.

Und die Moral von der Geschicht‘: Insektenschutz ein Muss

In den meisten Fällen hilft Fenistil Gel. Ich persönlich habe mich für eine Zeckenimpfung entschieden, damit ich mich bei entsprechenden Shootings entspannen kann. Du solltest also in jedem Fall auch ein kleines Medizinköfferchen dabei haben. Viel braucht es dabei nicht.

Outdoor und Lost Place – Denk praktisch!

Shootings in der Natur haben auch noch einen anderen Nachteil: Hier haben wir es in 80 % der Fälle mit unbefestigten Böden zu tun. Fotografen sind in der Regel eher sportlich und bequem gekleidet. Ihr Equiment tragen sie meist in praktischen Rucksäcken. Okay, manche tragen echte Bergwandererausrüstung, die mit bequem nichts zu tun hat.

Und als Model? Musst Du wirklich in Highheels mit Köfferchen im Schlepptau durch die Pampa? Nein, musst Du nicht.

Das Handgepäck

Es ist nur eine Frage der Vorbereitung. Du und Dein Fotograf wisst in etwa was Ihr vorhabt. Je intensiver Ihr Euch / Du Dich mit dem Vorhaben auseinander setzt, desto besser kannst Du Deine Outfits wählen und ggf. auch reduzieren. Nimm das mit, was Du wirklich brauchst. Wenn Du Dich gar nicht entscheiden kannst, pack einen Rucksack mit ein. Vor Ort, sagt Dir Dein Fotograf evtl. schon, welche Outfits zu seiner Vorstellung passen 😉 Je besser Ihr Euch kennt, desto leichter wird es 🙂
Ein Koffer eignet sich – meiner Erfahrung nach – fürs Studio oder Hotel. Wenn Du nicht sicher bist, ob ein Koffer geeignet ist, frag den Fotografen, wo Ihr unterwegs seid. Evtl. kennt er das Gelände. Gibt es Treppen? Wie sind die Wege? Hat es gerade viel geregnet?! Damit schindest Du übrigens auch ganz schön Eindruck, wenn Du auch ein bisschen jenseits des Shootings denkst 😉 Machst du auf gut Glück, musst Du Dich darauf einrichten, das jemand den Koffer tragen muss. Es ist verdammt ungemütlich durch finstere Gänge mit einem Koffer zu laufen, wenn Du quasi den Boden unter den Füßen nicht mal sehen kannst. Von engen Treppen mal ganz zu schweigen. Deine Klamotten in der Hand mitnehmen ist dabei keine sichere Option. Unter Umständen brauchst Du freie Hände. Ich habe mir noch damit beholfen, dass wir den Koffer stehen ließen. Hier und da geht das. Aber Du weißt nie, wie weit es Dich verschlägt, wenn Du im Fluss des Shootings bist.

Setwechsel

Nimm bequeme Schuhe für den Setwechsel mit. Ich persönlich gehe zur Not mit einem tollen Kleid und Sportschuhen oder Wanderstiefeln zum nächsten Set, mit dem Rucksack auf dem Rücken. Mode interessiert in diesem Moment nicht. Meine Meinung. Schön ist es natürlich, wenn Du etwas dabei hast, das bequem und schnell angezogen ist. Einer der wenigen Fotografen, die dich aus Erfahrung darauf hinweisen wandertaugliche Kleidung und Gepäck mitzubringen, ist Thomas Bichler. Das gehört für ihn mittlerweile zum Briefing eines Models, mit dem er in die Natur geht. Festes Schuhwerk solltest Du schon aus Sicherheitsgründen dabei haben. Es gibt mir persönlich ein besseres Gefühl. Es geht weniger darum flache Schuhe zu tragen, dann würden es Balerinas auch tun. Bedenke, dass diese garantiert schmutzig werden. Sowohl in der Natur als auch an verlassenen Orten. Die Sohle sollte tritt- und rutschfest sein und der Schuh wirklich fest auf dem Fuß.

Jedes Model, dass viel in diesen Bereichen shootet hat garantiert ähnliche Erfahrungen gemacht. Wie sie es handhaben, kann ich nicht sagen. Ich habe für mich beschlossen, es einfach etwas praktischer zu handhaben 😉

Soviel Vorbereitung muss sein

Bei TfP-Shootings besteht oft die Gefahr, dass die Vorbereitung ein bisschen vernachlässigt wird. Gerade als ich angefangen hatte, musste ich auch gleich die Erfahrung machen, wie man das Shootingerlebnis hätte noch verbessern können.

wir hatten mit dem Fotografen und der VISA das Thema und die Outfits, sowie die Szene besprochen. Ich hatte eine Vorlage für eine Pose, die nachgestellt werden sollte.

Da ich wusste, wie wichtig dem Fotograf diese Projekt war, habe ich das Outfit und die Pose vorher ausprobiert und konnte so noch ein paar Kleinigkeiten anmerken. Diese waren auf dem Original zwar nicht zu sehen. Aber das musste nicht heißen, dass der Fotograf auf diese Elemente verzichten wollte. Dann würde die Szene ein wenig neu geschrieben. Da der Fotograf die Lokation kannte, konnte er sich noch Gedanken machen.

Bahnreisen….

Das ein Model auch mal mit der Bahn angereist kommt ist nicht ungewöhnlich. Deshalb ist es sinnvoll, wenn Fotograf und Model sich über den Zielbahnhof abstimmen können. Hier hatte ich gepatzt. Ich hatte zu spät daran gedacht, mit der Bahn zu fahren und den Fotografen am Abend vorher noch über die „Planänderung“ informiert. Sonst hätte er mir evtl. vorher gesagt, dass ich den Ort hätte ggf. direkt anfahren können. Gut, das sollte mir nicht noch einmal passieren.

Wo wird geschminkt – wo geshootet?

Diese Frage ist nicht ganz unerheblich. Ich habe es schon erlebt, dass ich als Model vor Ort geschminkt wurde. Bei Outdoor Shootings sorgt der Fotograf meistens dafür, dass ein passender Platz zur Verfügung steht oder das Model kommt bereits geschminkt. Je nach Set und Ausstattung des Fotografen ist es durchaus sinnvoll, wenn der Fotograf im Vorfeld einiges aufbauen und vorbereiten kann. Das ist besonders im Winter wichtig.

Zwischendurch checkt der Fotograf immer mal wieder die VISA Arbeit. Für Shootings wird grundsätzlich stärker geschminkt, weil es auf den Bilder durch die Beleuchtung oft ganz anders aussieht!!

Bei diesem Shooting lief das ein kleines bisschen anders. Da wir bei der VISA vor Ort geschminkt haben und anschließend gemeinsam zur Location fuhren, war der Fotograf mehr oder weniger durchgehend anwesend und konnte so seine Wünsche äußern. Erst im Anschluss an die VISA Arbeit wurde das Set vor Ort aufgebaut. Der Fotograf hatte die Szene allein schon wegen der Belichtung mehrfach getestet und wusste wo er was stellen wollte. So dauerte der Aufbau mit einer Stunde auch nicht allzu lange. Bedauerlicherweise hatte ich an diesem Tag noch einen weiteren Termin, den ich durch diese Verzögerung allerdings verschieben musste. Das war ärgerlich. Es wäre schöner gewesen, wäre das Set bereits aufgebaut gewesen. So wäre die Zeit, die insgesamt zur Verfügung stand, optimaler eingesetzt. In diesem Fall wäre es sicher gegangen. Hierin liegt gleichzeitig die große Aufgabe einer guten Planung. Auf diese Weise habe ich gelernt wie ich das am Besten im Vorfeld mit organisieren kann. Wie viele Unbekannte kann ich mir „leisten“?

Wir waren insgesamt gut auf das Shooting selbst vorbereitet. So gut, dass das Shooting selbst gerade mal eine Stunde Zeit in Anspruch nahm und wir in dieser Zeit noch experimentieren konnten. Hier konnte ich dann wieder etwas von meinen Ideen einbringen.

Wertschätzung der anderen Art

Ein Model und ein Fotograf, die sich jeweils auf Ihr gemeinsames Shooting entsprechend vorbereiten zollen einander den Respekt für die Arbeit des Anderen.

Das Model bereitet die Outfits, Haut und Haare vor. Wichtig: Keine Experimente vor einem Shooting!! Ich habe die bitterböse Erfahrung gemacht, und mir einige Tage vor einem Shooting die Beine gewachst. Zum zweiten Mal. Beim ersten mal gab es keine Probleme. Nach dem zweiten Mal war die Haut deutlich gereizt.

Bei Bedarf und nach Möglichkeit das Make-up mit der VISA vorher einmal ausprobieren! Meine VISA und ich hatten vor dem ersten Shooting mit Franz ein Augen make up ausprobiert. Keine zwei Stunden später musste ich mir alles abwaschen, weil die Augenlider wie Feuer brannten. Da wir schon öfter geübt hatten, wusste meine VISA sehr schnell worauf ich reagiert hatte und was wir nicht mehr verwenden durften! Solche Informationen können gerade bei der Zusammenarbeit mit bis dahin fremden VISA’s sehr wichtig sein!

Ganz besonders wichtig ist die regelmäßige Hautpflege. Gönnt Euch zusätzlich zur täglichen Pflege, regelmäßig eine Packung Wellness 🙂 Das ist gut für Körper und Geist und wirkt sich auf Eure Haut und Ausstrahlung aus. Make-up kann nicht alles verdecken und die Arbeit mit Photoshop braucht Zeit. Egal wie erfahren der Fotograf ist. Mit einem gut vorbereiteten Model, macht ein Shooting einfach mehr Spaß. Der Fotograf merkt, dass sie sich für das gemeinsame Projekt interessiert und genauso tolle Ergebnisse haben will.

Der Fotograf weiß wie viel Zeit er für den Set-Aufbau braucht und kann entsprechend mit dem Model planen. Kommt sie geschminkt, sollte erste Set „stehen“. So können unnötige Wartezeiten vermieden werden. Kurze Wartezeiten sind etwas anderes oder wenn das Set umgebaut wird. Hier packe ich gegebenfalls mit an. Dann bleibt noch Zeit für ein Tässchen Kaffee und noch viel wichtiger: Mehr Zeit für tolle Ergebnisse!

Alles Schrott….

Heute gibt es eine längere Geschichte. Das liegt daran, dass ich Euch zum Einen vom Shooting mit Markus erzähle. Andererseits aber auch von ein paar Eindrücken, die ich gewonnen habe.

Was war los

Am vergangenen Wochenende war ich auf einem sehr spannendem Event: Shooting auf einem Schrottplatz in Schaffhausen. Da Schrottplätze nicht ganz ungefährlich sind, ist es gar nicht so einfach eine Erlaubnis zum Shooten zu bekommen. Deshalb ist das Event, bei dem Dina (www.dina-fotografie.ch)die Recycling-Anlage für den Samstag-Nachmittag „bucht“ durchaus begehrt unter Fotografen. Wo sonst bekommt man Schrott zum Shooten 😀

Ich hatte im Winter selbst einem Fotografen einen Schrottplatz als Location vorgeschlagen. So richtig begeistern konnte ich ihn dafür nicht. Als Markus mir dann nach unserem Shooting im Kloster von Schrottplatz-Shooting erzählte, war ich sofort dabei. Noch so ein schräger Vogel 😀

Am Ende waren wir zu Zweit

Besonders zuvorkommend von ihm war es, sich mit mir darüber abzustimmen, ob ein zweites Model mitgehen sollte/konnte oder ob ein Tausch mit Ulrich in Frage kam. Er selbst legte keinen großen Wert auf ein zweites Model. Mancher, der für die Location zahlen muss, rechnet erstmal nach. Ihm war das egal. Da ich bereits erste Erfahrungen mit einem zweiten Model gemacht habe, hatte ich ihm auch meine ehrliche Meinung gesagt: „Wehe Du nimmst eine zweit mit!“ – Nein, Spaß 😉 Ich war nicht grundsätzlich dagegen, sondern eher bereit es offen zu lassen, ob dann ein Girl-Girl-Shooting denkbar wäre. So hat er sich dann von sich aus dagegen entschieden und beschlossen seine ganze Aufmerksamkeit mir zu Teil werden zu lassen 🙂

Da muss nicht mehr viel gequatscht werden

Ja, es mag sich vielleicht etwas seltsam anhören – oder in diesem Fall lesen – aber bei der Planung dieses Shootings hatten wir uns so wenig ausgetauscht, dass es fast gruselig wäre, wenn man diesen Umstand nicht einfach der stimmigen Chemie zuschreiben könnte. Kaum hatte ich Markus fest zugesagt, sprudelten die Ideen schier über. Alles hübsch in Nachrichten über die Modelkartei oder über Messanger 😀 (An dieser Stelle muss ich einfach auf seine letzte Shootingbewertung verweisen!) Bei einer verfügbaren Zeit von ca 3,5 Stunden sollten 2 bis 3 Outfits reichen.

So kam es, dass wir uns zwei oder drei Tage vorher nur noch über die VISA und meine Hin- und Rückfahrt abstimmten.

Im Sauseschritt durch Singen

Am Samstag Morgen holte er mich, wie vereinbart, vom Bahnhof ab und wir fuhren zusammen Richtung Schaffhausen. Da wir beide je eine Stunde für die Fahrt ein kalkuliert hatten, waren wir unter’m Strich zwei Stunden zu früh dran. Die Autobahn war ruhig und so hatten wir in Singen noch ausreichend Zeit für eine kleine Shoppingtour. Wir wollten unbedingt noch ein einfaches, weißes „Unterhemd“. Das sollte zerschnitten und schön mit „Öl“ eingesaut werden.

In Singen sausten wir dann im Eiltempo durch die Fußgängerzone, wo gerade das Stadtfest in vollem Gange war, auf der Suche nach unserem Geschäft. Da Markus fast die ganze Zeit seinen Blick über dem Navigator auf seinem Smartphone hängen ließ, musste ich ihn irgendwann am Arm packen, damit wir es über die Ampel schafften. Dabei „wollte der alte Mann gar nicht über die Straße!“ (Original-Ton Markus). Nachdem wir das Top endlich gefunden hatten, ging es weiter nach Schaffhausen. Zum Glück waren wir uns einig, denn wenn dieser Mann eine bestimmte Vorstellung hat, bringt ihn nichts davon ab! Ich persönlich finde das sehr gut so, denn genauso setzt er auch die Bildideen um!

Recycling-Anlage?

Am Schrottplatz waren wir die Ersten und hatten so noch ausreichend Zeit um gleich das „Öl“ anzumischen. Dazu zerkleinerte Markus Kohletabletten mit Vasiline und mischte Fingerfarben für die Kleidung an. Er hatte natürlich darauf geachtet, dass die Stoffe, die verwendet wurden wieder abwaschbar sind. Dennoch war klar, dass wir nur das dreckig machen würden, dass ggf. auch „Schäden“ behalten durfte. Das war bei den geplanten Outfits kein Problem. Derweil zog ich den Blaumann über.

Die Anlage verriet von außen nicht viel darüber, was uns drinnen erwarten würde. Allein die Berge von Papier und schwere Maschinen waren sichtbar. Ob es da auch wirklich zerschrottete Autos gab? Bestimmt!

Nach und nach drudelten dann die Kollegen und Kolleginnen ein. Insgesamt etwa 5 Fotografen mit Ihren Models sowie eine Visa. Die Gesellschaft war sehr gespannt auf das was sie erwarten würde. Außer Ulrich kannten wir – oder zumindest ich – niemanden. Dann kam endlich Dina! Wir hatten uns einander im Vorfeld kurz vorgestellt. Damit Dina auch prüfen konnte, wer da war und wer fehlte, stellte jeder Fotograf sich und sein(e) Model(s) vor. Zwei Fotografen mussten kurzfristig neue Models organisieren.

Alles Schrott?

Nach dem Einlass erklärte die Fotografin die Sets, zeigte uns Mädels die Umkleiden und kümmerte sich mit den Teilnehmern um die restlichen Formalitäten. In bisschen Papierkram muss bei diesen Shootings sein. Kein Shooting ohne Vertrag!

Das Team hatte sich für den Shooting Tag ein paar Szenen einfallen lassen. Zum Teil völlig demolierte Autos, die wie bei einem Crash aufbaut waren, oder scheinbar intakte, aber ungewöhnliche Modelle, die man so nicht täglich zu sehen bekam. Darüber hinaus konnten wir uns absolut frei bewegen und auf den Bergen von Papier, Reifen, Kabeln oder an den Pressen austoben.

Wo fangen wir an…

Da ich schon angezogen war, stellte ich meinen Koffer ab, prüfte das Make up und traff mich dann wieder mit Markus. Er hatte sich derweil ein wenig umgeschaut und nun besprachen wir kurz die Szenen. Den Blaumann konnte ich erstmal wieder ausziehen. Den brauchte ich für Aktbilder nicht 🙂

Schon gesehen? Akt auf dem Schrottplatz!

Aktshootings sind für mich nichts neues mehr. Das man damit an Schauplätzen manchmal etwas Aufmerksamkeit erregt, ist auch nichts neues. Zumindest bei „Laien“. Aber auch die Kollegen und Kolleginnen waren wohl etwas überrascht. Zumindest waren wir die Einzigen, die Vollakt geshootet haben. Das hat mich zunächst dann schon ein wenig aus der Bahn geworfen. Wie viel Rücksicht sollten wir auf die anderen nehmen? Mich jedesmal schnell zu bedecken, sobald jemand kam, wäre Unsinn gewesen. Und da hatte ich ehrlich gesagt auch keine Lust dazu. Aus Rücksicht auf den Rest, habe ich mir beim Setswechsl jeweils mein Longshirt angezogen. Allerdings brauchte ich zu Beginn ein paar Minuten, um locker zu werden. Nicht aus Verlegenheit. Ich war eigentlich sicher, dass wir gerade ohnehin ungestört waren, da alle anderen die Sets weiter vorne nutzen. Nur ein Fotograf war mit seinen beiden Models uns schräg gegenüber. Das ich „blank zog“ blieb nicht unbemerkt. Dass das Team hin und wieder nach dem Rechten sah, war ja klar. Und wie der Zufall so will genau dann, wenn weiter hinten Akt geshootet wird. Nun gut, jetzt den Fokus erstmal ganz auf meinen Fotografen lenken. Dieser war so kritisch, dass ich erstmal selbst einen Blick auf die Kamera werfen musste.

Team-Work

Ihr müsst wissen, Markus hat die Angewohnheit Posen manchmal zu „zerpflücken“. So war das auch schon beim Shooting im Kloster. Um dem Abhilfe zu schaffen, frage ich ihn dann ganz direkt „worauf willst Du hinaus? Was willst Du im Bild haben“. Meistens reicht das und wir wissen beide was zu tun ist. Diese offene und gnadenlos ehrliche Kommunikation schätze ich sehr. Fotografen sollten auch Models gegenüber kritisch sein dürfen, wenn deren Ausdruck oder Pose sie nicht überzeugt. Schließlich ist jeder an tollen Ergebnissen interessiert. Manchmal dauert es auch bisschen, bis man sich an eine neue Atmosphäre gewöhnt hat. Im Verlauf des Shootings hatten wir soviel Spaß, dass man uns am Ende als „Partner“ hätte bezeichnen können. Wer war da wohl der Boss? 😉

Alles nur Dreck
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Making-Of by Dina

Der Berg aus schwarzen Reifen bildete einen ziemlich starken Kontrast zu meiner hellen Haut. Helle Haut ist gut – die Reifen waren dreckiger als es auf den ersten Blick schien. Da dauerte es auch nicht lange, bis ich einen schwarzen Po hatte. „Sollen wir Dich gleich einschmieren?“ fragte Markus. Jetzt war es auch schon egal. Darauf hatte er sich ohnehin schon die ganze Zeit gefreut 😀 Ich griff also mit den Fingern in die Tube, verrieb die Masse in der Hand und zog dann schööööne Striemen mit den Händen über den Körper. Die Kollegen und vor allem meinem Kolleginnen staunten und mein Fotograf strahlte wie ein Kind an Weihnachten 😀

Nein, er hat mich nicht eingeschmiert und auch kein bisschen geholfen! Das wäre mehr als unpassend gewesen und er hätte nochmal mehr Zeit gekostet, bis er sich die Hände wieder gewaschen hätte.

Mit „ölverschmierten, nacktem Körper kletterte ich wieder auf den Berg. So ganz ohne war das nicht. Zweimal wäre mir der verflixte Reifen unter den Füssen fast weggerutscht. Da es zwischendurch immer mal wieder ordentlich geregnet hatte, stand zum Teil Wasser in den Reifen, dass dann natürlich schwappte. Auch für Markus war es nicht ganz ungefährlich. Er ließ mich nicht allein auf den Berg klettern, sondern stieg selbst rauf, um eine andere Perspektive zu bekommen. Das hat sich dann auch gelohnt.

Eine explosive Mischung

Nachdem wir alle gewünschten Akt-Sets durchgeshootet hatten, durfte ich mir das erste Outfit anziehen.

Da gab es diese Tankstelle. Lauter leere, aneinandergereihte Benzinkanister. Ein Feuerlöscher und das Zeichen für Brandgefahr. Markus war schon die ganze Zeit scharf darauf. Das Outfit: Lederhose, das zerrissenes, ölverschmierte „Top“ – Stofffetzen würde es eher treffen – auf einem öligen, verschmierten Körper. Dazu „abgefuckte“ Highheels: Ich hatte mir ein paar meiner Lieblingshighheels bei einem Shooting auf weichem Untergrund versaut und ein Absatz hatte sich teils vom Stift gelöst. Für diese Szene waren sie perfekt.

Markus sprühte mich für den Nass-Effekt mit Glycerin ein. Das machte ihm richtig Spaß: „Mein Traum wird war!“ Die Augen noch etwas dunkler geschminkt, Zigarette im Mund und Bierflasche in der Hand setzte er mich auf die Kanister. Die Zigarette haben wir in sicherer Entfernung erst angezündet und im Wasser wieder abgelöscht. Ehrensache. So wirkte es authentisch genug.

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EXPLOSIV

Eines ist klar: Sich derart einzusauen ist garantiert nicht jedermanns Sache. Ich selbst liebe solche Experimente. Oder um es mit Markus‘ Worten zu sagen: Dein Künstlername verrät es eigentlich schon.

Für mich als Model gibt es übrigens nichts schöneres als einen grinsenden, vor Glück strahlenden Fotografen. Markus ist einerseits sehr anspruchsvoll, gleichzeitig maßvoll. Er schätzt die Arbeit eines Models und weiß, dass auch sie es nicht einfach haben. Darauf nimmt er immer Rücksicht, versteht es seine Wertschätzung dem Model gegenüber deutlich zu machen.

Kleiner Dreckspatz

Da man so selten die Möglichkeit hat auf einem Schrottplatz zu shooten, wollten wir wirklich auch den Blaumann nutzen. Deshalb haben wir uns auch fest daran gehalten und ein passendes Set dazu gesucht. Nachmittags um 16 Uhr stach die Sonne gerade dort extrem runter. In Fotografensprache: Hartes Licht. Wir haben jedoch nicht aufgegeben obwohl die Kraft langsam nachließ. Jetzt galt es noch einmal tief durch atmen, kurz inne halten und probieren. Deshalb habe ich hier auch „das Steuer in die Hand genommen“ und gemeinsam probierten wir alle Einstellungen. Mit Erfolg. Die Zeit war ohnehin schon knapp, also hielten wir uns nicht zu lange damit auf. Als die Bilder im Kasten waren, wechselten wir noch an das letzte Set..

Ein Tag für die Schatzkiste

Model-SC_GOLD_IMG_1804Am Ende waren wir die Letzten. Grinsend sprang ich sprang schnell ins Bad und wusch mir das Gröbste ab, um mich anziehen zu können. Wir packten alles ein. Die anderen waren schon fertig. Zum Abschied bedankten wir uns noch und luden das Auto ein. Eines war für mich klar: Das Shooting hatte wahnsinnig viel Spaß gemacht und war vor allem eine wertvolle Erfahrung für mich. Ich konnte vorher nicht einschätzen, was mich erwarten würde. Wie würden die Fotografen und Models sein? Shooting Events eigenen sich – wie auch Workshops – gut dazu Kontakte zu knüpfen. Hier erleben sich Models und Fotografen live bei der „Arbeit“.

Etwas überrascht war ich, über die Wahl der Outfits. Beinahe alle Models hatten Bikinis, knappe Shorts, Tops und Kleider mit Highheels in eher knalligeren Farben sowie Latzhosen dabei und posierten auf und vor den Autos. In einem Auto war hinten ein kleiner Pool eingelassen, das fast alle genutzt haben.

Ich muss auch ehrlich zugeben, der erste Gedanke, der sich mir aufdrängte, war der an Pin-ups. Und das meine ich nicht keineswegs böse. Stellt euch einfach vor, ihr seht 5 Models in sexy kurzen Kleidern und Highheels und daneben 1 Models in ölverschmierter Arbeitshose 😀 Schon ein krasser Gegensatz, oder? Da Markus und ich uns im Vorfeld über die Outfits einig waren, musste ich mir keine weiteren Gedanken machen. Da ich vorher wusste, dass die Models nicht getauscht werden sollten, musste ich mir keine weiteren Gedanken über zusätzliche Outfits machen. Und doch spukte mir am Ende die Frage durch den Kopf: Was wäre wohl gewesen, wenn ein außerplanmäßiger Modeltausch für die Fotografen interessant geworden wäre? Dabei geht es nicht nur darum, welcher Fotograf mit welchem Model shooten will. Will das Model mit dem Fotografen? Ein Risiko, dass auch bei Workshops besteht?

Apropos Austausch: Die kurze Zeit machte es etwas schwierig sich mit den Kollegen und Kolleginnen mehr auszutauschen. Wäre es ein Tages-Event mit einer Pause, wäre man wohl noch eher ins Gespräch gekommen.

Insgesamt kann ich nur sagen: Ein tolles Event! Danke an dieser Stelle an Dina und Ihr Team – und natürlich Markus! Die ersten Bilder haben wir gerade fertig! Wir können nur hoffen, dass noch mehr kommen 😉

Der Baum

Günther war mit einer der Ersten, die mich über die Modelkartei angesprochen hatten. Er gehört auch zu jenen, die sehr geduldig sind und nicht sofort einen Termin „verlangen“. Nach ein bisschen hin und her schreiben haben wir telefoniert und einen ersten Termin vereinbart.

Termine verschieben ist nicht peinlich

Als Günther sich bei mir meldete und total geknickt war, weil er unseren Termin verschieben musste, wollte er es gleich telefonisch erklären. Das war ihm noch nie passiert und unsagbar peinlich. Ich war sehr überrascht, dass es ihm peinlich war. Dazu gab es in meinen Augen keinen Anlass. Hab es ihm aber auch sehr hoch angerechnet, dass er so offen darüber sprach. So sind wir dann verblieben unser Shooting auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Wie heißt es so schön, „Gut Ding braucht Weile“. Und das stimmt. Gerade die Shootings, die immer wieder verschoben werden mussten, waren hinterher umso besser. So hatten wir noch Zeit uns ein wenig kennen zu lernen. Einfach wie Freunde.

Dann, „eines Tages“ fragte er mich, wann ich einen freien Termin hätte. Ich war angenehm überrascht, und zu Gleich geknickt, weil es noch ein paar Wochen warten musste – ich shoote ja nur am Wochenende. Bis dahin tauschten wir uns über den Plan aus. Nun, der Plan war vor allem „Spontanität“ 😀 Lost places und Studio als Locations waren klar. Als er meinen weißen Body und ein Hemdchen aus meinem Shooting mit photoart by D. Drendel gesehen hatte, waren das DIE Outfits, die er unbedingt wollte. Mehr brauchte ich an und für sich nicht. Im Studio sollte ich auch sehen warum 🙂

Der Baum

Nach einem herzlichen Empfang, ging es im herrlichen kühlen Auto los. Draußen war es ziemlich warm – Im Sommer sollte man immer Feuchttücher im Gepäck haben! Die Chemie stimmte von der ersten Minute. So war es kein Wunder, dass wir gleich wie alte Freunde im Gespräch waren. Dabei entging mir, wohin wir eigentlich fuhren. Zum Steinbruch sollte es gehen. Auf dem Weg dahin wurde er allerdings immer langsamer. So wurde ich aufmerksam und sah ihn. Da stand er. Der Baum. Fast majestätisch möchte man sagen. Groß, stabil und symmetrisch. Ob ich klettere, wollte Günther wissen. Liegt schon eine Weile zurück, aber ich bin ja sportlich. Da hatte er auch schon angehalten. Der Baum faszinierte mich und zog mich magisch an. Die Frage, ob ich darauf Lust hätte, hatte sich erübrigt.

Kaum hatte ich die Kleider abgelegt, half mir Günther mit einer Räuberleiter auf den ersten, dicken Ast – so dick wie mancher Stamm!

Die Sache mit der Höhenangst

Auf diesem Ast sitzend, sah ich runter….ohhhhh…da war ja was: Eigentlich habe ich Höhenangst. Günther hatte ich es vor dem Shooting schon gesagt. Und dennoch hatte ich diese Tatsache beim Anblick des Baumes irgendwie vergessen. Jetzt, beim Blick nach unten, fiel es mir wieder ein. Jetzt noch cool bleiben?! HA  HA!

Günther blieb überraschenderweise wenig beeindruckt. Na ja, solange ich nicht kreidebleich wurde und in Ohnmacht zu fallen drohte, konnte es ja nicht soooo schlimm sein. Er leitete mich ruhig und geduldig an. Ob das an den Workshops liegt, die er immer wieder gibt? Dort zeigt er Fotografen nicht nur den Umgang mit Licht, sondern auch den Umgang mit Models. Bestimmt Psychologie: Bleibt er gelassen, überträgt sich seine Ruhe auf mich. Reine Spekulation wohlgemerkt!

Mit dem Rücken nach außen sitzend folgte ich seiner Anweisung und „robbte“ blind auf den Ast. Ich hatte wirklich ein klein wenig Angst, mich einfach umzudrehen, um zu sehen, was hinter mir lag. Beim Blick nach unten wäre es mir erst schwindelig geworden, dabei hätte ich unter Umständen das Gleichgewicht verloren und wäre auf die Wurzeln des Baumes runtergeplumpst. Kein schöne Vorstellung. Ganz vorsichtig legte ich mich auf den Rücken, vom Rücken in die Seitenlage und entspannte erstmal. Still liegend konnte ja nichts schief gehen.

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OUT OF CAM

Günther blieb ganze Zeit total entspannt und nahm seine Einstellungen vor. Die ersten Posen liefen einigermaßen, würde
ich sagen. Irgendwann war mir das „unbeholfene rum kriechen“ aber zu doof. Just in dem Moment sagt Günther „Setz Dich hin und dreh Dich mal um.“ Das sagt er so leicht. Da packte mich dann doch der Ehrgeiz. Ich mache das jetzt auf meine Weise: Erstmal zurück zum Stamm. Dort fühlte ich mich sicher. Jetzt konnte ich mich umdrehen. Kaum sah ich die wunderschöne Pracht des Baumes vor mir, fühlte ich mich wie eine kleine Elfe.
Er schien mich förmlich zu rufen. In dieser Position fühlte ich mich wesentlich sicherer und sichtlich wohler.

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Danach durfte ich runter. Dabei habe ich es mir besonders leicht gemacht. Der gute Günther zeigte mir, wie ich da am Besten wieder runter komme. Ich folgte seiner Anleitung bis ich knapp über ihm „hing“, grinse ihn an und lasse mich schlicht in seine Arme fallen 😀 Wer mich hoch „jagt“, der bekommt die Quittung 😉 Gegen jede Regel! An dieser Stelle möchte betonen, dass gegenseitiges Vertrauen genau aus diesem Grund das oberste Gebot ist. Kein Fotograf fasst ungefragt ein Model an! Auch mich nicht. Ich bin unkompliziert im Umgang. Das ist jedoch kein „Freifahrtschein“ zum Grapschen. Günther hat das auch in keinster Weise ausgenutzt und mich während des ganzen Shootings immer gefragt, wenn ich zum Beispiel ein Haar im Gesicht hatte. Wie es sich für einen Profi gehört.

lost places

lost places sind besonders beliebte Schauplätze für Fotografen. Günther hatte hier ein hinreisendes, verlassenes, kleines Häuschen. An diesem sonnigen Tag wirkte es regelrecht märchenhaft, verführte mich ein wenig in eine andere Welt abzutauchen und inspirierte Günther. Da war ein Fenster. Es war heil, und heillos verdreckt. Doch gerade das machte seinen Charme aus. Der Günther rubbelte vorsichtig gerade so viel Dreck weg, dass er mich durch das Fenster sehen konnte. In diesem wunderschönen Haus konnte ich ganz meinen Gedanken nachhängen….“L`évanescence“ ( „perdu dans les pensées“.

An einem weiteren „lost place“ haben wir uns dann richtig Zeit genommen: In seinem Studio. Dieser Glückspilz hat doch tatsächlich ein heruntergekommenes – oder zumindest unter normalen Umständen renovierungsbedürftiges – Haus als Studio.

Während er mit dem Aufbau beschäftigt war, beschäftigte ich mich mit der Schatztruhe. Günther beobachtete mich immer mal wieder, wie ich diverse Kleidungsstücke begutachtete und das eine oder andere auch anprobierte.

Das Shooting lief so locker und entspannt ab, dass ich nicht das Gefühl hatte in einem Shooting zu sein. Günther (www.sinnliche-fotos.de) ist nicht nur ein wunderbarer Fotograf, sondern auch ein wunderbarer Mensch. Das schätze ich ganz besonders. Er sieht in Dir nicht nur ein Model, sondern vor allem den Menschen. Ich freue mich schon auf weitere Shootings mit ihm.

Experimente – Schau über den Tellerrand hinaus (Teil 1)

Die vergangenen Wochen waren ganz schön spannend. Es gab eine Menge Shootings, unglaubliche Ergebnisse – aber auch „unglaubliche“ Erlebnisse. Im Grunde waren/sind es keine Erfahrungen, die es so noch nicht gegeben hat. Nur spricht man, wenn überhaupt, nur hinter vorgehaltener Hand darüber. Ich nicht 🙂

„Ich will Dich, so wie Du bist“


Eine sehr interessante Erfahrung ging einher mit meinem Shooting bei Franz-Josef Seidl (Webseite www.fjs-foto.de). Ein toller Mensch. Verrückt, unglaublich herzlich und im Business hartnäckig.

Obwohl das erste Shooting mit ihm schon einige Wochen zurück liegt, und wir zwischenzeitlich ein zweites hatten, werde ich den ersten Moment in seinem Studio nicht vergessen:
Er hatte das Set aufgebaut, die Outfits waren festgelegt und nun standen wir vor der Fotobox. Da sieht er mich an und sagt: „So, pass auf. Vergiss jetzt alles über Posen. Das will ich nicht. Ich will Dich. Bewege Dich völlig frei und ungezwungen, wie Du möchtest“. Der letzte, der das so gesagt hatte, war Jo – ein genauso unvergessliches Erlebnis.

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Shooting-Auftakt


Das war der Auftakt zu einem – ich möchte sagen – Weltklasse Shooting. Wir wechselten die Outfits, die Szenen, hier und da eine Anweisung. Ansonsten tobten wir uns gemeinsam regelrecht aus. Keinerlei Grenzen. Ich konnte mich komplett fallen lassen und darauf vertrauen, dass nichts ins Bild kam, dass nicht fotografiert werden sollte. Und wenn doch, wurde es ordentlich „retouschiert“. Wir hatten im Vorfeld schon darüber gesprochen, was sexy Outfits und sexy Bilder für ihn ausmacht. Franz-Josef definiert sexy durch das Erahnen von Formen und Kurven. Haut durch einen transparenten Stoff. Der Rest bleibt der Fantasie überlassen. Damit war für mich alles gesagt.

Nespresso mal anders

Als Highligt des Shootings hatte Franzl etwas besonders ausgefallenes: Ein Bikini-BH aus leeren, zusammengedrückten Nespresso-Kapseln. Selbst gefertigt. Jedes Jahr macht er für Nespresso Kalender mit einzigartigen Kreationen. Und genau diese wollte er auch an mir sehen. Ich hoffte nur, dass sie an meinem zierlichen Körper nicht zu groß wirken würden. Der Schmuck passte. Beim Anblick des Bikinis war klar: Den würde ich definitiv nicht ausfüllen. Das interessierte Franz auch gar nicht. Sinn und Zweck war es nur zu verdecken und damit zu spielen. In sofern war er perfekt.

Die kreativen Kritiker

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„perfect bra“

Das sich jemand an diesem Outfit oder gar der Idee stoßen könnte, darauf bin ich gar nicht gekommen. So veröffentlichte ich voller Freude ein Bild – und erlebte im kleinen Ausmaß, wie sich Firmen und Models fühlen müssen, wenn Ihre Kampagne „von der Meute zerrissen“ wird. Die freundlichste Antwort war noch „Du hast viele tolle Bilder, dieses ist leider keines davon“.

Was macht man nun in so einer Situation?

  1. Cooooool bleiben, egal wie sehr man die Absender „fressen“ könnte. Die Kritik bekommt ohnehin häufig das Model ab und nicht der Fotograf. Daran gewöhnt man sich über kurz oder lang.
  2. Kritik üben ist einfach. „Das Bild ist schlecht, schlechter, am schlechtesten“ reicht mir aber definitiv nicht. Flops gibt es immer mal wieder (diesen bezeichne ich nicht als solchen!) und wir wollen uns ja verbessern. Deshalb habe ich keine Skrupel, den-/diejenigen „anzuquatschen“ und um eine entsprechend sachliche Antwort zu bitten. Ist unser gutes Recht, oder? So auch hier. Und was bekam ich zur Antwort?
  • Schlechte Visa: Kann ich nicht teilen, ich bleibe bei ihr, und fühlte mich sehr wohl mit dem Make-Up.
  • Bild wirkt extrem kalt durch das Blau: Darüber kann man reden. Gleichzeitig weiß ich auch schon aus Erfahrung: Farbexperimente sind mega unbeliebt.
  • Die Idee an sich! Welcher Fotograf kommt auf die Idee „Müll“ zu verwerten und es einem Model umzuhängen? Absurd.
    Meine Antwort – ich wollte diplomatisch bleiben und ihn nicht Spießer nennen: „Na ja, Geschmäcker sind verschieden.“ DENKSTE. Da fängt er glatt an, meinen Verstand anzuzweifeln. Das sei doch eine faule Ausrede und gewiss keine Frage des Geschmackes. Oder ist es auch in Ordnung, wenn Fotografen Models eine Wurst um den Hals hängen?
    Ich war in der Tat versucht, diese Diskussion fortzuführen. Aber auf derlei Grundsatzdiskussionen lasse ich mich nicht mehr ein.

Wo sich das abgespielt hat? In einer Modelgruppe auf Facebook, die ich inzwischen jedoch verlassen habe.

Andere Facetten

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the other side

Nun drehte sich unser Shooting nicht ausschließlich um Nespresso. Gemeinsam mit Franz haben wir meinem angeborenem Temperament einmal freien Lauf gelassen und ganz andere Seiten in mir offenbart: Wilder, sexier. Ob es mir gelungen ist, könnt Ihr in der Galerie sehen 😉

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Der April wird ein spannender Monat. Neben ein paar festen Terminen habe ich mir freie Zeiträume für spontane Shootings gelassen. Den Auftakt machten wir mit Detlef. Das tolle Wetter bietet sich hervorragend für Outdoorshootings an. In Mögglingen gibt es einen Wald, der gerade zu dieser Jahreszeit traumhaft blüht. Dieses Bild wollte er schon lange nutzen. Ganz romantisch, ein wenig sexy in Weiß.

Das wollte ich schon immer mal

Beim Stichwort weiß und romantisch musste ich gleich an ein hübsches Kleidchen denken, dass ich vor einiger Zeit gekauft, jedoch noch nie getragen hatte. Das Oberteil ist bestickt, am Rücken ein tiefer Ausschnitt, mit einem etwas bauschigen, knapp knielangen Rock. In Creme-weiß ein absoluter Traum.

Und was gibt es schöneres im Wald zu finden, als einen zarten Frühlingstraum in weißer Spitzenwäsche? Es war noch gar nicht lange her, als ich ein hinreisendes Hemdchen aus Spitze in einem Geschäft gesehen. Es wäre perfekt für diese Szene! So folgte ich meinem Impuls und fuhr los. Ich hatte Glück, es war noch da und es passte.
In Gedanken stellte ich mir weitere mögliche Outfits vor, wie ich den Frühling im Wald begrüßen konnte. Ich musste an ein Bild denken: Ein leichter, weißer Seidenschal mit Franzen um die Hüfte gebunden. Dazu konnten wir halterlose Strümpfe und einen sexy, sinnlichen BH kombinieren. Per Zufall entdeckte ich etwas passendes. Das würde ein Spaß werden!! Jetzt konnte ich mich zu Hause noch entspannen, alles in den Koffer packen und mich für das Shooting herrichten.

Feenzauber im Wald

Gut gelaunt und voll motiviert machte ich mich schließlich auf den Weg. Wir trafen uns bei Detlef und fuhren ein kurzes Stückchen zu dem Wald. Der Anblick eines blühenden Waldbodens war umwerfend! Der Wald war lichter, die Abendsonne warf ihre Strahlen hinein und wärmte uns noch ein wenig. Da lag es nahe mit Dessous anzufangen und das Kleid später zu inszenieren. So war mein Vorschlag an Detlef, der mir zustimmte. Da ich in legerer Kleidung erschienen war, breitete ich mich auf einem kleinen Blätterteppich aus. Währenddessen wählte Detlef die passenden Stellen aus: Was aussah, als würde er Bilder von der Gegend machen, waren Lichttests. Wir scherzten noch, hoffentlich würde niemand vorbei kommen, da wir unser „Lager“ recht nah am Weg aufgeschlagen hatten. Stück für Stück würden wir etwas tiefer reingehen. Mich störte das nicht weiter.

Gekleidet im Spitzenhemdchen lies ich mich von der romantischen und friedlichen Stimmung des Waldes einfangen. Die moosbedeckten Bäume erinnerten mich sehr an Filme mit Feen. So posierte ich an den Bäumen mit unterschiedlichen Outfits und genoss die warmen Strahlen der Sonne. Zwischendurch kam doch der eine oder andere Spaziergänger vorbei. Wir kümmerten uns nicht weiter darum. Auch Detlef blieb gelassen und vollkommen konzentriert. So machten wir weiter bis es zu kalt wurde. Detlef hatte eine spontane Idee für die Dessous, die er im Studio umsetzen wollte.

Knisternde Erotik – Rollenspiel am Set

Nach einer kurzen Pause baute Detlef die Szene auf. Er hatte schon eine sehr genaue Vorstellung: Samtstoff auf einem Stuhl oder Hocker vor dunklem Hintergrund. Das Licht sorgte für die richtige Stimmung. Ich bin immer wieder auf’s Neue fasziniert, wie schnell und einfach ein Set aufgebaut sein kann. Das macht die Zusammenarbeit umso angenehmer.

IMG-20150409-WA0000In einer abgestimmten Szene ist es dann auch gar nicht so schwer sich auf das kleine Schauspiel einzulassen. Kaum hatte ich mich in Schale geworfen, kribbelte es regelrecht in mir, beim Anblick der Szene. Der rote Samt lockte mich regelrecht auf den Boden. Die Show konnte beginnen und ich ließ der Verführerin in mir freien Lauf. Verführung kann leise, zart und sinnlich sein, manchmal auch ein wenig….verruchter. Wichtig war mir nur eines: Es musste Stil haben. Detlef staunte nicht schlecht über den Wechsel des Ausdrucks. Gegen Ende wurden wir ein wenig ruhiger. Die Geschichte nimmt Ihr Ende: Nach knisternder Erotik folgt das Genießen. Über die ersten Ergebnisse konnte ich nur Staunen und freue mich auf die Bilder 🙂

 

 

 

Geschichtenerzähler mit Fotoapparat

Es gibt Menschen, die können Geschichten mit der Kamera erzählen. Jo Grabowski ist einer von Ihnen. Mit seinem Fotoapparat schreibt er Deine ganz persönliche Geschichte. Ohne künstliche Posen. Ohne Schnickschnack. Er findet Dich. So hat er auch mich gefunden. Er war einer der ersten Fotografen, die mich in der Modelkartei angesprochen haben. Anfangs war ich skeptisch. Sein Bildstil glich nicht dem anderer, dass fiel mir gleich auf. Er hat etwas kunstvolles an sich. Auf seinen Bildern geht es weniger um Models, es geht um den Menschen. So waren auch seine Worte am Abend vor unserem Shooting: „Ich will nicht Anna, das Model. Ich will Dich als Mensch“.

„Wie macht er das?“

Diese Frage stellen sich wirklich viele. Seine Bilder könnten den Schluss lassen, dass er ein Profi im Umgang mit Photoshop ist. Umso erstaunlicher ist, dass Jo mit nichts weiter als

  • einem marmorierten Tuch, das er bei Bedarf an seine Wand pint,
  • seiner Kamera und 3 Objektiven
  • Fensterrollos und
  • ein paar schlichten Möbeln
seine Wohnung in ein Fotostudio umwandelt. Dort schreibt er die tollsten Geschichten.

Ein Gespräch, ein Gedanke, eine Szene, ein „Schuss“ der sitzt

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Jo ist beim Shooting absolut relaxt. Gemeinsam saßen wir bei einer Tasse Kaffee, unterhielten uns und schauten die mitgebrachten Outfits durch. Bei den Outfits handelte es sich um Kleider, die zum Teil eine Geschichte hatten. Ich habe sie schon sehr lange, manche von Ihnen schon lange nicht mehr getragen. Doch das Herz hängt an Ihnen, weil sie die Erinnerung tragen. Und genau diese wählte er aus. Dann noch ein wenig die Haare zusammenbinden….ja, so kann es losgehen. Zuerst ein paar für ihn recht typische Szenen. Diese wollten aber irgendwie nicht so richtig sitzen. Als würde man versuchen einem Menschen ein Korsett überzustülpen. Er merkte das sehr schnell. Nachdenklich stand er da. „Schau mal ernst“, sagte er  und ich fing erstmal an zu grinsen 🙂 Wie soll man bitte in fröhliche Augen schauen und dabei ernst schauen?? Da muss ich erst einmal an etwas denken, dass mich wirklich ärgert. Aber soviel Zeit hatte ich gar nicht, den auf einmal schwenkte er um. „Sei Du selbst, bewege Dich frei“. Also ließ ich den Dingen Ihren Lauf. jgdf20371b_AnnaH_2015Der Ausblick aus seinem Fenster lockte zu sehr. Die Sonne strahlte. Unten ein Spielplatz, in sicherer Entfernung der nächste Wohnungskomplex, kahle Bäume und eine wundervoll friedliche Atmosphäre. Während dessen beobachtete er mich, folgte mir. Eigentlich unterhielten wir uns bis er sagte „bleib so“. Und so ging es weiter. Immer mal wieder hielt er inne, hörte mir zu, stellte mir fragen und fing Mimik und Gestik ein. Zwischendurch wechselte er ganz locker seine Objektive. Spielte mit Licht und Schatten in dem er einfach die Fenster schloss, Vorhänge zuzog. Während ich die Kulisse in den üblichen Farben sah, sah er bereits eine eigene Welt durch die Kamera. Es war ein erstaunliches Erlebnis. Zwei Stunden hatten wir uns Zeit genommen. Doch wir hätten noch ewig weiter machen können. Zwischendurch immer mal ein kleines Päuschen in dem der Autor schon die Geschichte weiter schrieb. Von ruhig sitzen konnte bei Jo eigentlich nicht die Rede sein 🙂 Das machte aber auch gar nichts, denn wir haben viel zusammen gelacht und freuen uns beide auf unser nächstes Treffen.

Nobody is perfect: Posen im Studio

Es ist nun schon eine Weile her, seit meiner letzten Geschichte. Ich war jedoch nicht untätig. Im Gegenteil. Mit aktuell ca. 10 Shootings in noch nicht ganz 8 Wochen ging es hoch her – und ich hatte jede Menge Spaß! Von Fashion bis Akt und einigen besonderen Projekten wie „Madame“ oder der „Dark Beauty“, war fast alles dabei. Dadurch ist meine Sedcard in der Modelkartei inzwischen sehr abwechslungsreich und zeigt viele meiner Facetten. Und mit jedem einzelnen Shooting habe ich an Sicherheit gewonnen.

Erstes Studioshooting mit photoart by D.Drendel

IMG-20150125-WA0013Detlef Drendel beeindruckte mich schon bei unserem ersten Shooting ungemein (wir hatten inzwischen sogar schon ein Zweites 😉 ). Als er mich über die Modelkartei ansprach und mir von seiner Idee erzählte, wurde ich neugierig auf ihn. Die Bilder in seiner Sedcard und in seinem Facebook-Profil sprachen für sich. Meiner Meinung nach, hat er schlichtweg einen sehr guten Geschmack für schöne Bilder.

Detlef hat eine sehr ruhige und unaufdringliche Art, macht viel Spaß und ist dennoch hochkonzentriert. Er weiß genau, was gut ist und was nicht. Und: Er ist sehr spontan, hört auch auf sein Bauchgefühl.

Abgestimmter Szenenaufbau

Wie das in der Profiwelt genau abläuft, kann ich nicht sagen. Unter uns „Amateuren“ ist es auch nicht zu 100 % üblich, doch wer ein Interesse an großartigen Ergebnissen hat, der leistet gerne seinen Beitrag dazu und stimmt sich mit dem Fotografen über das geplante Shooting ab. Das heißt:

  • Welches Thema?
  • Welche Location?
  • Welche Bereiche?
  • Welche Outfits?

Je genauer Model und Fotograf die Szene vor Augen haben, desto authentischer wird sie. Einige Fotografen haben sehr genaue Vorstellungen. Dennoch lassen alle auch einen gewissen Spielraum für die Ideen des Models zu.

Mit Detlef haben wir uns sehr genau abgestimmt: Für die romantische Szene im Fachwerkhaus, hatte ich daher meine liebsten Sommerkleider ausgewählt. Schließlich will man sich bei den Aufnahmen in seiner Haut wohlfühlen.

Für die Studioaufnahmen brauchte ich dagegen nicht allzu viel, einer großen Vorteile bei Aktshootings 😉

Posen im Studio


Studioshootings bieten gewisse Vorteile: Es ist warm und der
Fotograf hat volle Kontrolle über das Licht. Nachteil: Die Atmosphäre. Nicht jeder mag sie.

Detlef hat sein Studio so angenehm eingerichtet, dass ich mich auf Anhieb pudelwohl fühlte und kein Problem damit hatte, die Kleidung für den „Akt“ abzulegen. Üblicherweise fangen Fotografen mit normalen Portraits an und gehen dann zum Akt über. Man möchte das Model nicht überfahren. Ich hatte allerdings selbst den Vorschlag gemacht, mit Akt anzufangen. Zum einen weil ich dann in einem bequemen Outfit anreisen konnte und es so keine Abdrücke gibt. Zum anderen fällt die Aufregung mit dem Abstreifen der Kleidung ab. Detlef sorgte in der Zwischenzeit für passende Musik und zeigte mir dann, wo ich mich bewegen durfte, um optimal im Licht zu bleiben. Ja, da braucht es schon ein wenig Übung, wenn man dann so in seinem Element ist. Mit zunehmender Erfahrung bekommt man das aber ganz gut hin, wie ich nach ein paar Shootings langsam merke :-).

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Aber ich verrate Euch etwas: Das Posen ist gar nicht so ohne. Draußen im Wald, oder an einem Tisch mit Stühlen oder in der Stadt, wo Du mit der Umgebung „spielen“ kannst, ergibt sich das Posing mehr oder weniger von selbst.

Im Studio stehst Du dann doch erstmal da. Hand aufs Herz: Das erste Mal, wusste ich gar nicht so recht, wie ich anfangen sollte. Durch die Musik kam allerdings Bewegung den Körper. Wenn Du eine klassische Pose einnimmst, fühlst Du Dich unter Umständen etwas albern, auf einem Boden und vor einer weißen Wand zwischen Blitzanlagen. Detlef hat mir ziemlich bald erste Bilder gezeigt, so dass ich sehen konnte, welchen Effekt das Licht hatte. Danach machte es richtig Spaß und am Ende schaffte ich sogar ein paar klassische Posen. Diese habe ich jedoch absichtlich nicht bearbeiten lassen, weil ich die zufälligen einfach spannender fand.

„Du hast ja etwas an“

IMG-20150206-WA0001Nach den Studioaufnahmen ging es ins Fachwerkhaus. Das ist mit einem Raum für Trauungen an Romantik nicht mehr zu überbieten.

Besonders erstaunt war ich über sein leichtes Equipment: Außer seiner Kameratasche hatte er nichts weiter dabei. Das kannte ich bis zu diesem Tag so noch nicht. Bislang musste der Fotograf immer erst seine Blitzanlagen aufbauen.

Auf diesen Teil freute ich mich ganz besonders, denn langsam schien meine Richtung in die Aktfotografie zu zeigen. Zugegeben: Inzwischen wehre ich mich nicht mehr gegen diese natürliche Veranlagung in mir 😉 Ich fühle mich in meiner Haut einfach wohl. Hier wollten wir nun ein paar romantische Aufnahmen machen.

Die Outfits mussten wir erst einmal ausprobieren, weil es relativ dunkel war und eines meiner Lieblingsstücke eine sehr dunkle, lila Strickweste ist. Wie sich herausstellte, war diese wirklich zu dunkel.
Also wechselten wir gleich zum hellen Sommerkleidchen über. Das war dann gleich viel besser. So gut, dass wir alle anderen Kleider fast vergaßen.
Stattdessen gingen wir auf Detlefs spontanen Einfall, mich auf dem kalten Steinboden im Adamskleid zu inszenieren, ein:
Nach ein paar Aufnahmen in der Waagrechten, wechselten wir den Raum. Ganz ehrlich: Das Fachwerkhaus bietet einfach eine traumhafte Atmosphäre gerade für Aktbilder. Ich hatte ja meinen Wintermantel dabei. Grundsätzlich sollte man im Winter immer eine Thermoskanne Tee dabei haben. Man weiß ja nie 😉

Detlef ist jedoch auch kein Unmensch und beeilte sich mit den Bildern. Respekt an alle Models die bei tiefsten Temperaturen ohne Gänsehaut posen können. Hut ab Mädels! Eine gewisse Zeit halte ich es durch – je nachdem wie gut ich mich darauf eingestellt habe. Aber wie gesagt: Gute Vorbereitung für solche Situationen ist das A und O.

Zum Abschluss machten wir noch letzte Aufnahmen in meinem neuen Kleid, dass ich unbedingt noch haben wollte. Danach war ich angenehm erschöpft, aber nicht erfroren 🙂 Die Ergebnisse betrachte ich auch heute noch immer wieder gerne.