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Wir hatten uns mit Günther zu einem Shooting verabredet. Einen konkreten Plan hatten wir diesmal nicht. „Ich bringe meine aktuell liebsten Outfits und wir probieren einfach herum.“ hatte ich angeboten. Günther war einverstanden „Prima, machen wir!“.

Am nächsten Tag hatte ich bereits alles erdenkliche in zwei Koffern versaut. Ich hatte es, mal wieder, maßlos übertrieben. Aber! Jedesmal, wenn ich danach doch wieder einiges zurückließ, hätte genau dieses Teil zu einer spontanen Idee gepasst. Also ließ ich die Koffer wie sie waren. Günther scherzte noch, ob ich umziehe. Es war von Anfang an klar, dass ich wahrscheinlich nicht mal 30 % davon brauchen würde… Für ein Shooting mit einem Aktfotografen braucht man ja eigentlich nicht viel. „Ich brauche dich vor allem nackt“, heißt es dann. Im Übrigen nicht nur bei Günther! Allerdings hatte mich Thomas Bichler bei unserem Lindautrip auch schon überrascht. Thomas Bichler ist weniger für bekleidete Street- und Porträtfotografie bekannt. Warum nicht also auch Günther?

Ich hatte also gepackt und widmete mich gerade dem leichten „Styling“ (natürlich wie eh und je), als Günther einfiel, was ich noch mitbringen könnte. Jaaaa, in dem Moment hatte ich die beiden „fertig“ gepackten Koffer vor meinem geistigen Auge. Ich wunderte mich etwas: Am Morgen hatte ich noch gefragt, ob ich etwas bestimmtes mitbringen sollte. Nöööö, alles gut, so wie ich Lust habe. In der Zwischenzeit war er aber kreativ – so schnell geht das bei ihm! Mir sollte das Recht sein, große Outfit wünsche hatte Günther nur sehr selten. Wir hatten nun schon mehrere Shootings, da weiß man langsam, wo die Reise hingeht.

Auf dem Weg ins Studio teilte er mir in einer kurzen Nachricht mit, er ist noch im Baumarkt, etwas für unser Shooting besorgen. Acha. Ich wusste nun, er würde ggf. etwas später da sein. Der Rest blieb erstmal ein Geheimnis. Wo ich doch überhaupt nicht neugierig bin. „Bin mal gespannt“ dachte ich bei mir.Da ich gerade noch telefonierte (Lautsprecher sind toll!), hatte ich Ablenkung.

Manchmal geht es einfach nicht

Endlich im Studio angekommen, sah ich noch das Set aus seinem letzten Shooting. Wir wollten damit etwas rum probieren – war der ursprüngliche Plan. Ich bat Günther um einen kleinen Gefallen: Ich wollte mit ihm, mit diesem Set nur mit natürlichen Licht arbeiten. Das war gar nicht so einfach, denn im Herbst geht die Sonne schneller unter. Wir hatten gerade noch etwas Zeit. Dann wurde es praktisch unmöglich. Ich freute mich dennoch darüber, dass Günther mitgemacht hatte. Er kennt meine manchmal etwas verrückten Ideen und den Drang partout das zu tun was andere nicht machen wollen.

Überraschung aus dem Baumarkt

Nach einigen Versuchen gaben wir es auf. „Ich habe sowieso noch etwas anderes mit dir vor“ ließ er verlauten. „Ich war doch im Baumarkt. Da hab ich einen Balken geholt. Du hast doch bestimmt schon mal die Bilder mit Balken gesehen?“ lüftete Günther nun das Geheimnis. Ja, hatte ich. Ja, wollte ich schon immer ausprobieren. „Du bist ja auch nicht ganz unsportlich“ lauschte ich weiter … oh oh oh … Akrobatik! Ich mein, ich mache inzwischen wieder viel Sport und kenne viele Übungen aus dem Aerobik, zum Teil sehe ich Yoga Figuren … Jetzt wurde mir aber doch etwas mulmig. Ich bin sportlich, aber akrobatisch? Oh jeeeee, auf dem Balken laufen? Ach du lieber Gott!

Lieber Balken…

Gut, einen Moment tief durchatmen und erstmal ganz ruhig. Meine größte Sorge war zum Einen das Gleichgewicht zu verlieren, runterfallen und dann schöne Formen finden … Also tat ich, was ich immer tue, wenn erste Ratlosigkeit eintritt: Ich trat an den Balken und half Günther erstmal dabei ihn zu stabilisieren. Danach begann ich mich mit ihm, dem Balken, anzufreunden. „Hey, wir zwei, du und ich. Wir machen das schon, oder? “ dachte ich bei mir während ich an den Balken gelehnt stand. Ist schon ein Weilchen her, seit ich auf einem Balken „turnen“ sollte. Meine eigenen Ansprüche waren natürlich – wie immer – wieder viel höher angesetzt, als Günther’s Vorstellungen.

Günther wählt seine Models sehr genau aus. Er kennt mitunter Ihre Geschichten, Ihre Hobbies und weiß, was für sie interessant sein könnte. Er verlangt niemals unmögliches einerseits, andererseits zeigt er seinem Model auch ihr eigenes Potenzial und ermutigt sie. Dabei ist er absolut fair und real. Kein Süßholzgeraspel. Kritikfähig sollte man sein, beruht jedoch auf Gegenseitigkeit. Deshalb konnte ich also auch jetzt voll darauf vertrauen und mich einfach eine kleine sportliche Darbietung einlassen.

Aufstehen, Krone richten, weitermachen

Erstmal ein paar einfache Übungen. Ich musste herausfinden, wie wackelig die Angelegenheit überhaupt war. Wie halt finden und wie es um meine Balance tatsächlich stand. Derweil entstanden vor meinem inneren Auge bereits erste Bilder. Kaum öffnet man seinen Geist, schon schickt er Dir Lösungen 😉 . Ich legte soviel Anmut und Grazie wie ich nur konnte hinein. Spürte jeden Muskel, achtete sehr genau darauf, immerhin wollte ich keine Zerrungen. Ich bewegte mich bewusst langsam, zwischendurch ein Echo von Günther.

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Bei einem dieser Versuche, rutschte ich ab, verfing mich mit meinem Fuß am Balken und konnte den kleinen Aufprall auf dem Boden gerade noch abfangen, wobei ich mit dem anderen Fuß ausrutschte … um am Ende auf allen Vieren zu landen. Glück gehabt! Es geschah binnen weniger Sekunden. So schnell konnte Günther gar nicht hinter der Mauer vor hüpfen. „Alles ok? Hast du dir weh getan?“ Ich konnte ihn beruhigen. Kurz den Knöchel massiert und weiter ging es. So tief ging es nicht runter und irgendwie war danach die Furcht vor dem Fall weg. Ich fühlte mich etwas sicherer, war dennoch vorsichtiger.

Mit Reifen auf dem Balken

Ich hatte eigentlich noch die eine oder andere „Figur“ im Kopf, da rief Günther zu einer kleinen Pause und brachte etwas mit: Einen Holzreifen. So eine Reifen zur rhythmischen Sportgymnastik!! „Du schaffst das schon“ lächelte er mich glatt aufmuntern an. Im Grunde hatten wir den gleichen Gedanken. Die gleichen Posen etwas variiert mit dem Reifen. Ich testete erstmal das Gefühl, Gleichgewicht auf dem Balken halten und dann den Reifen in Pose bringen. Okay, das war jetzt doch eine kleine Hürde. Hatte ich Gleichgewicht, musste ich den Reifen irgendwie am Balken halten. Meine ersten Versuche scheiterten. Also nochmal kurz überlegen. Mit so etwas hatte ich nun noch gar keine Erfahrung. Das Holz hatte zudem auch noch eigenes Gewicht. Ohne Spiegel musste ich regelrecht in den Reifen tasten. Günther ließ mir alle Zeit der Welt. Außerdem: Bei aller körperlicher und kreativer Anstrengung, es machte Spaß 😀 Grund genug weiter zu machen bis die Muskeln nicht mehr konnten.

Fotograf in Modelrolle

Meine Muskeln machten sich dann auch bald bemerkbar. Meine Kraft ließ nach. Ich konnte mich auf dem Balken nicht mehr halten. „Günther, ich habe keine Kraft mehr zum Halten“ kündigte ich ihm an. „Alles klar, dass reicht für heute auch absolut. Wir haben viel Material“ kam er rüber. Während ich mir etwas anziehen durfte und zu trinken nahm, stand er plötzlich vor dem Balken … und musterte ihn. Er war neugierig, setzte sich vorsichtig drauf und probierte eine der relativ einfachen Posen!!! „Ist gar nicht so einfach, da das Gleichgewicht zu halten. Das brauchst du schon Kraft“ stellte er fest. Nachdem runter war, schien schein Körper auch ein wenig zu protestieren. Leider hatte ich keine Kamera griffbereit. Es sind Momente, die man eigentlich festhalten sollte. Fotografen, die auch mal in die Modelrolle schlüpfen, sind die Besten.

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