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In meiner persönlichen Jahresrückschau auf die Höhepunkte 2016, darf einer der, für mich fast schlimmsten Tage in diesem Jahr, nicht fehlen, denn er endete mit sagenhaften Ergebnissen von Stephan. Was war geschehen…

Ich hatte mir für meinen kurzen Sommerurlaub zwei Fotografen ausgesucht, die ich besuchen wollte. Mit beiden stand ich schon länger in Kontakt. Stephan, von Lichterspiegel-Foto, war einer davon. Er freute sich sehr darüber, dass ich im Juli in seine Richtung fahren wollte. In seiner Gegend war ein Wald mit tollen Felsen, kleinen Wegen und und und. Da es Sommer war, bot es sich an. Während unserer kreativen Denkarbeit, gab es jedoch immer diesen kleinen Hacken: „Wenn das Wetter passt, können wir das machen“. Irgendwann fragte ich Stephan, mit Blick auf die Vorbereitung, den Aufwand den wir hatten und der Aussicht, es könnte ins Wasser fallen, welche Alternativen wir hätten, sollte es wirklich aus allen Kübeln gießen. Stephan wollte überlegen, recherchieren … und kurze Zeit später erzählte er mir dann von einer alten Papiermühle. Damit ich mir ein vernünftiges Bild machen konnte, bekam ich von ihm Links zu einigen Bildern, von anderen Fotografen, die dort schon Ihr Unwesen getrieben hatten :-). Ja, das sah spannend aus. Und ja: Ich hatte zu diesem Zeitpunkt keine Ahnung davon, was es mit der berühmten Papiermühle auf sich hatte.

Und es krachte

Endlich war es so weit! Der Tag hatte soooo gut angefangen. Nach einem ersten Shootingtag in Koblenz machte ich mich um 8 Uhr am Morgen gut gelaunt auf den Weg. Also die „beste“ Zeit, um sich an einem Werktag in den Berufsverkehr zu stürzen. Mit Stephan hatten wir uns für ca. 10 Uhr verabredet. Das Navi war eingestellt, doch die Sonne blendete mich und so kam es, wie es kommen musste: „Scheiße, ich bin falsch“ dachte ich noch, da musste ich mich gleich in den Verkehr einfädeln und die Orientierung wieder finden. Dabei merkte ich nicht, wie das Ende der Brücke kam und das Ende eines Staus zeigte. Ich trat noch die Bremse durch, aber da war es schon zu spät. Es krachte. Danach folgte das Übliche. Wir regelten das alle sehr zügig. Außer Blechschaden war zum Glück nichts passiert. Nachdem alles mit der Polizei abgewickelt war, wurden wir entlassen. Ich sollte allerdings noch mein Auto prüfen – Frontalschaden allererster Güte -, ob es Kühlflüssigkeit verlor. In der Zwischenzeit hatte ich noch die Geistesgegenwart gehabt, Stephan kurz zu informieren. Ihn musste ich nach dem Chaos als Erstes anrufen. Unser Shooting stand auf der Kippe! Was habe ich mich selbst verflucht. Stephan war erst mal froh, dass nichts Schlimmeres passiert war. Ich sollte ihn auf dem Laufenden halten. Große Hoffnung hatten wir keine mehr. Nach gefühlten 5 Stunden, in denen ich noch Unterstützung bekam, konnte ein Mechaniker aus einer Lackiererei beruhigen: Es war keine Kühlflüssigkeit. Ich konnte mit dem Wagen nach Hause fahren. Ha! Von wegen nach Hause fahren! Schnell mit Stephan kurzschließen und ich hatte Glück, er hatte noch keinen Ersatz gefunden. Ich würde lügen, würde ich behaupten, der Unfall sei spurlos an mir vorbei gegangen. Aber gerade jetzt musste ich weiter machen. Einfach nach Hause fahren kam für mich nicht infrage.

Staub, Dunkelheit, Dreck …

Zusammen mit dem Besitzer ging es nun in die Halle. Es war kalt. Sehr kalt. Himmel tat diese Kälte gut! Stephan war, trotz der kleinen Zeitverschiebung, die Ruhe selbst. Wir unser Gepäck ab und erkundeten die Mühle. Während unseres Rundgangs schmiedeten wir Pläne, wo wir was in etwa umsetzen wollten. Zurück bei unseren Koffern und Rucksäcken, schnappten wir diese und wagten uns vorsichtig (!) durch die zum Teil stockfinsteren Gänge. Ohne Taschenlampe ging hier gar nichts. Beim Rundgang hatten wir bereits hier und dort Stolperfallen entdeckt. Ich hatte mir vorsorglich gleich die Schuhe umgezogen und lief nun in meinem Sommerkleid mit Sportschuhen. Das Sommerkleid hatte ich nur deshalb ausgesucht, weil wir Akt shooten wollten und dieses hinterließ erfahrungsgemäß keine Abdrücke ;-). Außerdem war es schlichtweg bequem (kleiner Tipp: Praktisches für unterwegs). Stephan hatte sich für dieses Abenteuer ebenfalls bequeme Kleidung mitgenommen und war mit Rucksack TOP ausgestattet.

Halle der Finsternis

Oldies but goldies

Da die Halle mehrere Stockwerke hatte, wollten wir uns von unten nach oben „durcharbeiten“. Auf unserer Erkundungstour hatte ich bereits diesen süßen Käfer gesehen und wollte unbedingt damit „spielen“. Ich steh auf diese Oldies! Einfach mal in diese alte Zeit hineinschlüpfen. Stephan war einverstanden, merkte allerdings an, dass es mit dem Licht schwierig werden konnte. Der Käfer stand mehr oder weniger im dunkelsten Fleck überhaupt. Hätte man meinen können. Die Lagerhalle bot einen praktischen „Tisch“, auf dem wir unser Equipment ablegen konnten. Nur was Staub und Schmutz vertragen konnte, blieb auf dem Boden. Während Stephan mit dem Aufbau der Lichter anfing, machte ich mich etwas breit (irgendwie muss ich immer erst mal meinen halben Koffer ausleeren, als wollte ich mich einnisten 😀 ). Ich kramte ein wenig in dem Inhalt des Koffers herum, nach möglichen passenden Outfits. Zwei wählten wir aus. Ich muss zugeben, ich war aufgeregt. Wir probierten einiges aus. Das erste Outfit, bestehend aus einem weißen Kleid und Hut, hatte einen Hacken: Das Wageninnere bestand mitunter aus weißem Leder. Das hebt sich ja mal sogar nicht ab. Also: Outfit wechseln. Wir brauchten etwas Dunkles. Stephan wollte hier nun gerne ein bisschen Spitze haben. Da dachte ich gleich an meinen schwarzen Body, den ich gerade vor Kurzem gekauft hatte. Tadaaa! Ja, das sah viiiiiieeel besser aus. Derweil wusste mein wunderbarer Fotograf inzwischen, was er genau wollte. Nach diesen ersten Aufnahmen ließ er mich am Display die Bilder durchgehen. Ohhhh, das sah vielversprechend aus!!!!!! Leute, ganz ehrlich! Der Mann weiß, was er tut! Stephan war erleichtert. Allein dieser erste Eindruck motivierte uns beide weiter zu machen.

Einige Meter weiter, inmitten dieser riesigen Halle, stand ein völlig verstaubter Jeep. Einfach nur geil! Stephan und ich waren uns sofort einig welches Outfit: Zerschnittene Jeans und topless. Es würde auf jeden Fall ein wenig dreckig werden und gleichzeitig musste ich aufpassen, dass ich den Staub nicht zu dolle verwische. Aber: Es sollten keine typischen Pin-up Bilder sein. Das ist weder mein Stil noch Stephan seiner, insofern waren wir uns da auch wortlos einig. Der Jeep selbst stand weiter in der Mitte, in der Nähe eines kleinen Dachfensters, das gerade genug Licht lieferte. Während ich g’schwind das auserwählte Outfit holte, zog Stephan die Technik hinterher. Ich platzierte mich dann schon mal auf der Haube und machte mich mal mit dem Fahrzeug vertraut, während Stephan das Licht einstellte und Testbilder machte. Zu diesem Zeitpunkt war er noch sauber. Allerdings überzeugten ihn die Perspektiven nicht so sehr. „Also gut, ab in den Dreck“, sagte er und lag kurzerhand „mir zu Füßen“ auf dem staubigen Boden, wo er sich samt Kamera austoben konnte und mir diverse Anweisungen gab. Wenn ich mich recht entsinne, wurde ihm Blitzanlage irgendwie zu aufwendig und unbequem, sodass er einen Aufsteckblitz nahm. Diese lockere Art überraschte mich total. Er war wunderbar unkompliziert. Mega starke Aktion!!

Erlaubt mir einen kleinen „Exkurs“ …

… Ich weiß, es gibt einige Fotografen, die wirklich mit dem Model „baden gehen“ und einfach nur alles geben, um ein mitreisendes Bild zu schaffen. Sie bewegen sich um das Model herum – auch wenn ich dann manchmal gar nicht weiß, ob ich die Richtung wechseln soll oder muss (was sieht er durch seine Kamera?). Inzwischen hab ich das ein bisschen raus bekommen. „Bleib!!“ ist sozusagen immer mein Stichwort inne zu halten, bis ich merke „okay, er hat den Kreis gedreht“ – ansonsten kommt die Frage „Darf ich mich wieder bewegen??“. Das ist oft auch der Augenblick, an dem ich mit dem Fotografen gemeinsam, die Bilder anschaue. Dabei geht es mir persönlich gar nicht so sehr darum die Qualität zu prüfen, das macht fast jeder von sich aus, viel mehr ist für mich die Perspektive interessant, um mein eigenes Posing zu prüfen, wie zum Beispiel die Blickrichtung, geschlossene Augenlider. Ja, ich gebe zu, es ist für mich manchmal ein ätzendes Thema … ein überstreckter Hals kann ungünstig sein. Die einen korrigieren dich „Du hast den Hals überstreckt, das sieht nicht ganz ästhetisch aus“, für andere stellt es authentischen Ausdruck dar. Goldene Mitte? Nach mittlerweile über 40 Shootings (? ich habe aufgehört zu zählen) hat es für mich etwas mit Körpergefühl, ja sogar Körperkontrolle zu tun. Und mit dem eigenen Wohlempfinden. Eine Pose, die für ein Model absolut unbequem ist, kann nur zu einem schlechten Bildergebnis führen. Viele Models glauben sie müssen diese unbequeme Pose halten. Das ist Vorgabe. Hand aufs Herz: Ich habe das noch nie gemacht. Jeder Störfaktor wird entfernt. Das kann durchaus bedeuten, dass ich eine Pose komplett neu mache. Bevor ich einen Krampf in denen Beinen bekomme und mit mir ringe, meine Gesichtsmuskeln möglichst entspannt zu halten, gebe ich die Pose. Nein, ich empfinde es nicht als Schande. So bin ich. Nun aber zurück ;-).

 

The Bowl

Eines meiner / unserer liebsten Bilder entstand im größten „Schmutzhaufen“ überhaupt. Eine Art Schüssel, genau genommen eine Halbkugel „The Bowl“, die so im Weg rumlag. Stephan und ich standen nun gemeinsam vor dieser völlig verölten Halbkugel – hier erwartete ich keinen glänzenden Chrom – musterten sie … und ganz langsam entstanden, vor meinem inneren Auge, Bilder. „Hhhmmm, ich glaube, ich habe eine Idee, lass mich mal was ausprobieren.“ Ich stieg in die Halbkugel und probierte die erste Pose. Stephan warnte mich, an den Kanten und innen aufzupassen, um mich nicht zu verletzen. Ich bewegte mich entsprechend vorsichtig und mit Bedacht, machte es mir bequem. Stephan ließ mir alle Zeit, so konnte er gleich korrigieren und das musste ich dann auch gleich mal, denn ich lag nicht mittig. Ihm tat es schon fast leid. Wenn ich mich aus einem Impuls heraus hinlegen muss, ohne zu gucken, selbst schuld :-D. War natürlich kein Problem, ist normal und gehört einfach dazu. Als Model sehen wir aus der Nähe nicht immer gleich, wo wir genau posieren müssen. Der Fotograf hat mit Abstand eine bessere Perspektive. Und Stephan versteht sich zudem unglaublich gut auf Bildaufbau!!
Ich hatte mir am Vortag Inspirationen in einem Buch von Peter Lindbergh geholt und dabei ganz besonderes Augenmerk auf Hände und Füße gelegt. Auf den Zehenspitzen stehen … Zehenspitzen durchstrecken … Schöne Fußstellung … Ich brauchte neuen Input. Und es hatte sich gelohnt. Was hatte ich entdeckt? Einfach ausgedrückt: Verworrene Gliedmaßen.

Nach ein oder zwei weiteren Posen waren wir fertig. Es hatte sich zudem gezeigt, dass die Halbkugel nicht einfach da lag. Als ich versehentlich das Gewicht auf die Mitte der Kugel verlagerte, um die komplette Fläche zu nutzen, war ich kurz in einem Karussell … „Bleib mal lieber hier in der unteren Hälfte“ meinte Stephan. Wir beschlossen, es dabei zu belassen. Ich stieg aus, drehte mich gerade herum, da machte mich Stephan auf einen riesigen schwarzen Fleck aufmerksam. Wir vermuten, dass es altes Öl oder Schmiere war. Jetzt mussten wir erst mal zurück zu Anlegestelle. Dort machte ich mich dann mit feuchten Tüchern sauber. War gar nicht so einfach den Dreck runter bekommen! Aber: Es hatte sich richtig gelohnt!

Ein Stock höher

Mit dem Erdgeschoss waren wir durch. Nun wollten wir in das obere Stockwerk. Unser Gepäck mussten wir mitnehmen. Beim Anblick der sehr schmalen und dunklen Treppe und meines Koffers, dachte ich mir wirklich „Hättest mal einen Rucksack mitgenommen“. Er war einfach unhandlich. Das Gebäude verfügte insgesamt über keine breiten Treppen. Weiter oben war es hell genug. Aber hier unten. Puh. Diese „Hürde“ meisterten wir mit Stephan gemeinsam. Später haben wir auch einfach stehen lassen und nur das Nötigste mitgenommen ;-).

Die Couch

Schabernack am Set 😀

Im ersten Stock angekommen suchten wir unser „Lager“ und schlugen unmittelbar an der Stelle auf, an der wir mehrere Plätze in der Nähe hatten – kein lästiges Koffer schleppen. Die Decke hatte einige größere Löcher – sofern von Löcher noch die Rede sein kann. Durch diese Drang das Oberlicht. Eine fantastische Atmosphäre!!! Wir machten ein Päuschen, stärkten uns und alberten ein bisschen an der Couch herum. Hier stand noch ein altes Telefon. Die Couch ist spätestens seit diesem Sommer berühmt. So oft, wie die geshootet wurde in diesem Zeitraum! Auch hier habe ich mich fallen lassen. Im Hinterkopf hatte ich die ganze Zeit Bilder im Stile von Lindbergh im Kopf. Stephan war ganz bei mir. Wir probierten auch die „Typischen“ Posen. Überzeugt haben uns diese aber nicht so wirklich. Irgendwann machte ich es mir einfach gemütlich, Stephan wählte neue Perspektiven und tadaaaaaa … es kamen tolle Bilder zustande. Unter anderem ein sehr persönliches Aktbild und weitere, die es in der View Stern sogar in die Galerie geschafft haben *freu*. Das ist auch für uns Models eine tolle Erfahrung. Auch wenn auf unseren Bildern das Typische Loch über der Couch nicht zu sehen ist. Mir persönlich stört es, weil die Wand darüber voller Rohre war. Das sah einfach nicht gut aus.

„Spiderwoman“

Irgendwann waren wir mit der Couch durch. Direkt gegenüber, vier Säulen, von denen ein Gang führte. Auf den Bildern, die mir Stephan zur Ansicht geschickt hatte, hatte ich diese schon gesehen. Sie schrien förmlich nach eine akrobatischen Einlage. Ich bin ja ein bisschen sportlich und wollte diese Säulen unbedingt dazu nutzen. Wieder stand ich davor. Erst mal ratlos. Hhmmm … auf die Säulen klettern konnte ich vergessen. Die Fläche war für mich zum Hinlegen zu klein. Stephan hatte sich vorher die Perspektive vom Stock darüber angeschaut. Das war nichts. Stephan besah sich diese aus der Nähe, ich folgte ihm. Dabei stellte ich fest: Es waren Säulen aus gepresstem Papier. Kein Stein. Sie waren fest, aber zugleich weich. Und hier unten waren zwei Kerben. Gerade hoch genug, um mit den Füßen hinzukommen … Wie ein kleines Mädchen stieg ich erst mit einem Fuß rein, und mit dem zweiten Fuß in die Kerbe der zweiten Säule. Zack, stand ich mit den Füßen in den Kerben. Aber einfach so da stehen fand ich irgendwie langweilig … „Stephan, ich muss mal was ausprobieren. Du musst mir sagen, ob das was wäre! Es muss symmetrisch sein“ mehr brauchte er nicht an Information, er verstand es so :-). Schwups, bückte ich mich mit dem Oberkörper nach unten. Stephan dirigierte mich ein wenig und machte Probeaufnahmen. Das Ergebnis zeigte er mir anschließend und wir „perfektionierten“ noch dies und das. Diese hier sollte später zu meinem ganz persönlichen Geniestreich werden (Spider Woman). Wir probierten noch ein paar einfache Posen aus, vor allem um mit dem Licht zu spielen. Wow, das hatte Potenzial!

Was soll ich sagen. Kurz um: Auf die gleiche entspannte und einfache Art, machten wir weiter. Zwischendurch alberte ich herum und lief im Adamskostüm, Turnschuhen und meinem Rucksack... ohne Worte auf dem Rücken mit Stephan durch die Fabrik. Stephan musste über den Anblick tatsächlich lachen. Das hatte er dann doch nicht erlebt. Und ja es stimmt. Als Aktmodel mache ich mir wirklich keinen Kopf darüber. Nur weil wir den Standort wechseln, ziehe ich mir nicht etwas über nach dem Motto, es könnte ja jemand kommen. Kinder waren hier nicht zu erwarten und alle anderen dürften wissen, wie eine Frau unbekleidet aussieht. Ja, ich bin mir durchaus auch des Risikos bewusst, dass es die sogenannten schwarzen Schafe gibt, die ein solches Verhalten völlig falsch interpretieren könnten. Mit solchen arbeite ich allerdings nicht. Außerdem war es dort warm :-p.

Die Zeit verging wie im Flug. Wir wechselten die „Sets“ und probierten überall mal mehr, mal weniger aus. Dabei achteten wir jetzt aber schon etwas darauf, nicht mehr allzu dreckig zu werden. In einer alten Lok musste ich mich auf den Rändern fortbewegen, sonst wäre ich in einem Sumpf gelandet. Irgendwann kam der Besitzer, weil er zu machen wollte. Nach dem Fiasko am Vormittag ließ er uns gerne noch etwas länger machen. Das Shooten mit Stephan war einfach so klasse. Ungezwungen, ehrlich, kreativ. Kein Zeitdruck, kein Druck, aus allem etwas machen zu müssen. MakingOfAnnaAm frühen Abend, kurz vor Schluß, hielt Stephan den Moment fest, als ich scheinbar noch total fit und er völlig aus der Puste waren. Irgendwann ist Feierabend. Und so soll das sein :-). Wir waren an diesem Tag mehr als erfolgreich und standen beide vor Dreck! Beim Gedanken an Feierabend, holte mich die Erinnerung ein: Da war ja was. Der Unfall. Tja, den hatte ich während des Shootings komplett vergessen. Wir sammelten unser Hab und Gut ein, verließen die Halle und traten an die heiße Luft. Frisch war sie im Vergleich zur staubigen Halle. Stephan holte aus seinem Wagen einen Kanister Wasser, den er für eine Dusche mitgebracht hatte. Halleluja, der Mann hatte wirklich an alles gedacht. So verdreckt hätte ich nicht nach Hause fahren können. Allerdings hatte ich auch nicht mit soviel Dreck gerechnet!! Frisch gewachsen, soweit es zumindest möglich war, waren wir nun hungrig. Da ich noch einen langen Heimweg hatte, war eine Stärkung nicht verkehrt. Stephan schlug Pizza vor. Er hatte auf dem Hinweg eine Pizzeria gesehen. Also fuhren wir mit unseren Autos los. Draußen war um 19 Uhr noch immer eine brutale Hitze. Unsere Autos stellten wir im Schatten ab. Bis wir die Pizzas gegessen hatten, war es angenehm und die Autos etwas ausgekühlt. So konnte ich noch vor der Dunkelheit glücklich in meinem demolierten Wagen nach Hause aufbrechen.

Teamwork durch und durch

In einem Punkt hebt sich Stephan ganz besonders ab. Zumindest habe ich es in dieser Form noch bei keinem anderen erlebt. Nachdem er mir die Bilder zur Durchsicht und Auswahl zur Verfügung gestellt hatte, standen wir vor der Qual der Wahl. Nach einer Weile sagte ich Stephan: „HHmm, ich habe ein Problem. Bei einigen Bildern kann ich mich nicht entscheiden. Ich glaube, hier könnten Punkte wie Schnitt oder Diagonalen eine Rolle spielen. Das kann ich allerdings nicht beurteilen.“ Da schlug er mir vor, die Bilder gemeinsam durchzugehen und zu besprechen. Wir verabredeten uns für einen Termin per TeamViewer. Ich hatte schon in der Vergangenheit mit Fotografen über Bilder gesprochen, wenn die Auswahl schwer war. Auf ein ähnlich kurzes „Abstimmen“ stellte ich mich auch hier ein …
Von Wegen! Stephan überraschte mich komplett. Wir saßen ungefähr drei Stunden an den Bildern. Er hatte sie in Lightroom strukturiert vorbereitet, dass mir wirklich die Kinnlade runtergefallen ist. 60 Bilder sind wir durchgegangen. Er nahm meine persönliche Meinung / Perspektive vollständig an und konnte mir auf sehr einfach Weise seine Punkte darstellen. Dabei hat er mir bestätigt, dass es manchmal wirklich sinnvoll ist, bei drei scheinbar gleichen, mal mit dem Fotografen zu sprechen. Nach den drei Stunden hatten wir unsere Favoriten gemeinsam ausgesucht. Sensationell. Selbst bei der Bearbeitung ließ er mich mitwirken. Er schien nach Bauch zu gehen. So war Spider Woman eines der Bilder, an dem wir am längsten gefeilt haben.

Einige Fotografen übernehmen die Auswahl und Bearbeitung der Bilder komplett. Kann durchaus Vorteile haben, birgt aber auch Risiken. Gerade wenn eine der Seiten dann mit dem Bildergebnis nicht ganz einverstanden ist. Models wird oft nachgesagt, dass Sie Ihre Makel monieren und manchmal Bilder nicht mögen, weil Ihre Formen ungünstig dargestellt sind. Die Lösung ist denkbar einfach: Miteinander kommunizieren. Aber bitte entsprechend respektvoll. Amen 😀

Fazit: Es war definitiv nicht das letzte Shooting. Ich freue mich schon auf unser Treffen im neuen Jahr!

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