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Meta

„more than pics“ sind Bilder, die zusammengenommen kleine Geschichten erzählen, jedoch auch für sich Momente festhalten. Jeder sieht Bilder mit anderen Augen. Meiner Meinung nach ist es schon eine gewisse Form von Kunst, Gefühle in Bildern festzuhalten. Dazu braucht es absolutes Vertrauen: Der Mensch vor der Kamera – ich spreche absichtlich nicht vom Model, da es für jeden gilt – muss dem Menschen hinter der Kamera absolut vertrauen. Sich in seiner Gegenwart wirklich wohl fühlen und fallen lassen. So entstehen einzigartige, authentische Momente. Solche, wie wir sie zusammen mit Joe erlebt haben.

Es ist jetzt schon eine Weile her – ich hinke hinterher ;-). Anfang diesen Jahres kam Joe mit der Idee zu einer Bildstrecke im Stil eines Roadmovie auf mich zu. Bei der Planung ließen wir uns Zeit und am Ende wurde es August. Gerade rechtzeitig zum Urlaubsbeginn. Joe hatte in der Zwischenzeit eine Art grobes Gerüst gestrickt:

Eine Frau befindet sich auf der Flucht vor etwas oder jemandem. Auf Ihrem Weg beginnt sie sich zu verändern. Erst von der Angst gejagt, schüttelt sie diese ab und entwickelt neues Selbstbewusstsein.

Auf dieses Vorhaben war ich sehr gespannt. Würde ich es schaffen, diese Gefühle zum Ausdruck zu bringen? Das Gefühl der Angst? Die innere Zerrissenheit. Entschlossenheit sich zu verändern und der Angst vor einer solchen Veränderung? Nicht zu letzt dem Gefühl der Befreiung und Freiheit?? So sicher war ich mir da nicht…..

Die erste Begegnung

Die Bildstrecke wollten wir „on the road“ realisieren. Joe hatte sich Gedanken über die passende Umgebung gemacht, welche vorzugsweise für uns beide auf halber Strecke liegen sollte. In der Nähe von Crailsheim wurde er fündig. Wegen der Ferien sollte meine Familie mitkommen können. Und damit es dem Sprössling nicht langweilig würde, suchte er uns sogar ein entsprechendes Unterhaltungsprogramm heraus. Das war sehr zuvorkommend von ihm 😀

Am Shootingtag trafen wir uns zunächst auf einem Parkplatz. Hier sollte das Gepäck erstmal umgeladen werden, bevor wir gemeinsam nach einem ersten „Set“ Ausschau halten würden. Nach einer herzlichen Begrüßung holte er etwas aus dem Auto: Eine Zierleiste. Sie hatte sich während seiner Fahrt auf der Autobahn gelöst. Zum Glück war nichts weiter passiert und er konnte mit dem Mercedes weiter fahren. Die Fahrtauglichkeit war davon nicht beeinträchtigt worden und die Zierleiste konnte zum Glück später wieder fachgerecht angebracht werden. Natürlich durften wir den „Oldie“ erst einmal betrachten und bewundern. Fans können dieses sicher nachvollziehen. Dann wurde es aber langsam Zeit aufzubrechen. Wir verstauten das Gepäck, ich nahm erstmal auf der Beifahrerseite Platz und genoss das erste Stück. Kaum waren wir losgefahren, fiel mir ein, was ich hatte mitnehmen wollen: Einen Schal. Es war in diesem Tag etwas kühler und man sollte den kalten Wind in so einem Cabrio keinesfalls unterschätzen. Zumindest hatte ich einen Kapuzenpulli an. Die Kapuze musste ich allerdings festhalten. Aber ganz ehrlich, es war mir egal.

Erstes „Set“

So, wo sollten wir nun loslegen … Wir waren auf dem Land. Felder, Wiesen, Dörfer, Kirchen, kleine Bahnhöfe, Menschen. Nachdem wir den Ort verlassen hatten, fuhren wir in Richtung eines Waldes. Für gewöhnlich gibt es dort oft Wege, auf denen wenig los sein sollte. Entscheidend war natürlich auch das Licht. Es war Mittagszeit und wir hatten einen Mix aus Sonne und Wolken. Im Schatten der Bäume war es recht kühl, aber dunkel genug.

Bevor es losging sollte noch das „eigentliche“ Model Ihre Bilder erhalten 🙂 . Die Große hatte eine Menge Spaß und war schon nach kurzer Zeit zufrieden und glücklich. Jetzt durfte die Mama 😀 Ich war in legerem Outfit angereist. Vor Ort wollten wir noch die geeigneten Outfits aussuchen. Der alte Koffer aus Omas Zeiten, in dem ich meine Kleider hatte, war zugleich ein Accessoire. Er passte perfekt zur Geschichte.

Über die Outfits hatten wir uns mit Joe im Vorfeld einige Gedanken gemacht. Diese spielten in sofern eine Rolle, da sie gleichzeitig die richtige Stimmung übertragen sollten. Es sollte authentisch wirken: Was trägt eine Frau, die Hals über Kopf weglaufen will? Ganz spontan, ohne nachzudenken. Dazu hat sie keine Zeit. Als verängstigte Frau ziehe ich sicher kein Sommerkleid mit Highheels an. Sie will sich am liebsten unsichtbar machen. So würde es zumindest mir gehen … Wie macht man sich unsichtbar? Wir entschieden uns für ein dunkles Outfit. Zu Anfang wollte ich eine Sonnenbrille tragen. Sie sollte mich vor den Blicken anderer „schützen“ und „unsichtbar“ machen. Also einigten wir uns für den Anfang auf einen eher dunklen, praktischen Stil. Im Laufe der Geschichte, würde sich dieser wandeln, so wie sich die Persönlichkeit der Frau wandelt.

Los geht’s….

Wir fuhren noch ein kleines Stückchen bis zu einer Stelle, die gerade auf dem Hügel in einer kleinen Kurve lag. Joe platzierte den Mercedes wirklich in einem fast schon ausgemessenen Winkel. Er bewies ein sehr gutes Gefühl dafür wie viel er dem Zufall überließ.

So, nun hieß es tief durchatmen, denn zu Beginn sollte ich Angst spüren. In einem Moment, in dem ich einfach nur happy war und mich gut fühlte. Total entspannt. Oh je, oh je. Am besten gar nicht darüber nachdenken. Wir stiegen aus. Joe stellte erstmal seine Kamera ein. Und ich? Ich streckte mich und lockerte die Glieder. Ohne dass ich es bemerkte, hatte Joe schon angefangen, sich warm zu „schießen“. Gerade als ich mich nach ihm umdrehte, verhaarte ich einen kurzen Moment verdutzt: Joe tänzelte regelrecht um mich herum und „schoß aus der Hüfte heraus“. Kurzer Blick aufs Display, IMG_5000_JF_WZob er etwas getroffen hatte. Und Tatsache: Er traf auch noch. Es wirkte so spielerisch einfach … Natürlich kam ich dann in die Gänge *grins* … So tauchten wir gemeinsam in die ersten Szenen ein. Der Wind. Der Schatten. Der Wald. Der einsame Weg. Angst, das plötzlich jemand kommt. Ich spürte sie. Die Angst. Unsicherheit. Einen Atemzug halten, dann sollte ich mich entspannen. Zusammengekauerte, am Rande des Feldes mit dem Rücken zum Rad des Mercedes, saß ich da, und starrte in die Weite, in den Himmel. Jenseits von Joe. Ob ich ihn noch wahrgenommen habe? So viel wie nötig. Ich vertraue in diesen Momenten darauf, das der Fotograf weiß, was er tut und über genügend Einfühlungsvermögen verfügt, Anweisungen in entsprechendem Ton zu geben. Ich bin niemals so weit entfernt, nichts mehr wahrzunehmen. Joe verstand sich sehr gut darauf den Moment nicht zu durchbrechen und ließ mich langsam zurück kommen aus der Ferne.

On the road…..

Wieder zurück im Hier und Jetzt sah ich mir die bisherigen Bilder an — es war schließlich unser erstes gemeinsames Shooting. Jetzt sollte ich mich ans Steuer setzen. Bereit meine Reise anzutreten. Dazu wollte ich mir jedoch etwas Bequemeres anziehen und einen Blick auf eine Karte werfen. Szenen, die wir mit Joe festhielten. Joe konzentrierte sich nicht nur auf sein Model. Bilder von dem Koffer, der Landkarte oder einer einfachen Geste nahm er mit auf. Es erinnerte mich an einen Autor, der für seinen Leser Details beschreibt. Natürlich muss diese Vorgehensweise zum Projekt passen.

Nachdem ich startklar war, setzte ich mich ans Steuer des Mercedes und begann alles einzustellen. Jetzt würde sich auch entscheiden, wer von uns weiterfahren würde. Erster Schritt: Den Sitz nach vorne ziehen bis ich mit den Füßen an die Pedal komme. Ein erster Ruck, der Sitz rastet ein. Ich strecke das Bein durch und versuche das Gaspedal zu erreichen … hhhmm … reicht noch nicht. Na, hoffentlich lässt sich der Sitz noch weiter nach vorne ziehen?! … Tja. Pustekuchen!!!! Ende der Fahnenstange!! Der Sitz bewegte sich keinen Millimeter mehr. In die Höhe ließ er sich auch nicht verstellen. Ich würde den Mercedes also nicht fahren können 😦 Für die Bilder, war das aber nicht entscheidend 😉

Bahnhof …

Etwas wehmütig ließ ich Joe am Ende wieder ans Steuer. Bereits hier am ersten „Set“ hatten wir soviel Spaß an unserem Projekt, dass wir die Zeit fast vergessen haben. Also machten wir uns auf den Weg, um den nächsten Schauplatz zu finden. Kaum passierten wir das Ortsschild, kamen wir an einen Bahnübergang und sahen diesen alten Bahnhof, in den gerade der letzte Zug einfuhr. Er würde gleich wieder weg sein und dann war der Bahnhof menschenleer. Joe sah mich an: „Sollen wir?“ Ja natürlich! Ich wollte schon immer mal auf so einem alten Bahnhof shooten. Das Gebäude selbst war wunderschön. Leider kleben an fast allen Türen Plakate. Einfach furchtbar. Da findest du so eine alte Tür und dann sind sie zugekleistert. Bis auf eine. Ich setzte mich davor und entspannte mich. Joe nutzte die Gelegenheit kurzerhand für ein paar Portraits und gab mir auch noch ein paar kleine Tipps, die er selbst aus professionellen Quellen bekommen hatte.

Gut spielt?

Nach dieser kleinen Verschnaufpause ging es weiter. Die Straße teilte den Wald. Immer wieder führten kleine gesteinerte Wege in den Wald rein. Einer dieser Wege, lag sehr versteckt und bot sich als Schauplatz und zum „Rast machen“ an. Versteckt hinter Bäumen war der Weg von der Straße schlecht einsehbar. Somit ideal, um unsere Bilderstrecke fortzuführen: Es war an der Zeit für eine weitere kleine Veränderung. Die „Show“ konnte weiter gehen. Nun wollte ich ein gewagteres Outfit. Einen Eyecatcher, der noch genug verbarg. In Gedanken versunken, vergesse ich meine Umgebung einen Moment lang. Die leichte Brise auf meiner Haut, erinnert mich daran, wo ich mich befinde! Ein kurzer Blick über die Schulter … nein, noch war niemand in Sicht … so kann ich mich in aller Ruhe wieder anziehen. Ich will weiter fahren. Zeit zum Nachdenken.

Metamorphose – Akt der Verwandlung

Nachdem wir die nächste Stufe der Verwandlung eingeläutet hatten, wollten wir nun zum Höhepunkt unserer Bilderstrecke: Die Metamorphose. Joe hatte einen alten Bunker entdeckt, der mitten im Nirgendwo stand, ganz in der Nähe eines Kieswerkes, auf einer Wiese. Hier und da ein Baum. In weiterer Entfernung ein kleiner Wald. Der Bunker selbst würde mir einen gewissen Schutz bieten im Moment des Aktes. Dem Akt der Verwandlung.

Auf der Lichtung angekommen, standen wir nun fast verloren da. Ich zumindest. Auf der einen Seite so frei wie ein Vogel und gleichzeitig völlig verloren. Ich lasse mich von der Atmosphäre gefangen nehmen … Wo gehe ich hin? Bin ich wirklich frei? Wenn ja, dann möchte ich diese Freiheit jetzt kosten. Jetzt oder nie. Raus aus den Kleidern, die mich wie Ketten festhalten in einem Leben, das nicht mehr das meine ist. Ich bin frei.

Altes geht – Neues kommt

Nachdem die Metamorphose abgeschlossen war, wollten wir das Alte zurücklassen. Dazu wechselten wir bewusst den Schauplatz. Unterwegs kosteten wir die neu gewonnene Freiheit ein bisschen aus: Am Rande einer befahrenen Straße legten wir noch einen Stopp ein. Gekleidet in einem Ledermantel und Unterwäsche boten der Mercedes und ich einen leicht verruchten Anblick für die vorbeifahrenden Autos. Das störte allerdings weder mich noch Joe. Im Gegenteil. Es schuf die richtige Atmosphäre.

Unsere Reise ging bald weiter. Allzu viel Zeit hatten wir nicht mehr. Die Sonne stand gerade günstig als wir unser Ziel erreichten. Showtime für die letzte Szene. Das Kieswerk regte dabei ein wenig die Fantasie an. Hier würde niemand einen alten Koffer sonderbar finden. Ich wollte ihn loswerden. Stehen lassen. Samt aller darin befindlicher Kleider. Sie gehörten der Vergangenheit an. Und so ließ ich ihn stehen. Machte kehrt und spürte die Zufriedenheit und das Glück. Jetzt konnte ich von vorn anfangen.

 

 

 

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