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Günther war mit einer der Ersten, die mich über die Modelkartei angesprochen hatten. Er gehört auch zu jenen, die sehr geduldig sind und nicht sofort einen Termin „verlangen“. Nach ein bisschen hin und her schreiben haben wir telefoniert und einen ersten Termin vereinbart.

Termine verschieben ist nicht peinlich

Als Günther sich bei mir meldete und total geknickt war, weil er unseren Termin verschieben musste, wollte er es gleich telefonisch erklären. Das war ihm noch nie passiert und unsagbar peinlich. Ich war sehr überrascht, dass es ihm peinlich war. Dazu gab es in meinen Augen keinen Anlass. Hab es ihm aber auch sehr hoch angerechnet, dass er so offen darüber sprach. So sind wir dann verblieben unser Shooting auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Wie heißt es so schön, „Gut Ding braucht Weile“. Und das stimmt. Gerade die Shootings, die immer wieder verschoben werden mussten, waren hinterher umso besser. So hatten wir noch Zeit uns ein wenig kennen zu lernen. Einfach wie Freunde.

Dann, „eines Tages“ fragte er mich, wann ich einen freien Termin hätte. Ich war angenehm überrascht, und zu Gleich geknickt, weil es noch ein paar Wochen warten musste – ich shoote ja nur am Wochenende. Bis dahin tauschten wir uns über den Plan aus. Nun, der Plan war vor allem „Spontanität“ 😀 Lost places und Studio als Locations waren klar. Als er meinen weißen Body und ein Hemdchen aus meinem Shooting mit photoart by D. Drendel gesehen hatte, waren das DIE Outfits, die er unbedingt wollte. Mehr brauchte ich an und für sich nicht. Im Studio sollte ich auch sehen warum 🙂

Der Baum

Nach einem herzlichen Empfang, ging es im herrlichen kühlen Auto los. Draußen war es ziemlich warm – Im Sommer sollte man immer Feuchttücher im Gepäck haben! Die Chemie stimmte von der ersten Minute. So war es kein Wunder, dass wir gleich wie alte Freunde im Gespräch waren. Dabei entging mir, wohin wir eigentlich fuhren. Zum Steinbruch sollte es gehen. Auf dem Weg dahin wurde er allerdings immer langsamer. So wurde ich aufmerksam und sah ihn. Da stand er. Der Baum. Fast majestätisch möchte man sagen. Groß, stabil und symmetrisch. Ob ich klettere, wollte Günther wissen. Liegt schon eine Weile zurück, aber ich bin ja sportlich. Da hatte er auch schon angehalten. Der Baum faszinierte mich und zog mich magisch an. Die Frage, ob ich darauf Lust hätte, hatte sich erübrigt.

Kaum hatte ich die Kleider abgelegt, half mir Günther mit einer Räuberleiter auf den ersten, dicken Ast – so dick wie mancher Stamm!

Die Sache mit der Höhenangst

Auf diesem Ast sitzend, sah ich runter….ohhhhh…da war ja was: Eigentlich habe ich Höhenangst. Günther hatte ich es vor dem Shooting schon gesagt. Und dennoch hatte ich diese Tatsache beim Anblick des Baumes irgendwie vergessen. Jetzt, beim Blick nach unten, fiel es mir wieder ein. Jetzt noch cool bleiben?! HA  HA!

Günther blieb überraschenderweise wenig beeindruckt. Na ja, solange ich nicht kreidebleich wurde und in Ohnmacht zu fallen drohte, konnte es ja nicht soooo schlimm sein. Er leitete mich ruhig und geduldig an. Ob das an den Workshops liegt, die er immer wieder gibt? Dort zeigt er Fotografen nicht nur den Umgang mit Licht, sondern auch den Umgang mit Models. Bestimmt Psychologie: Bleibt er gelassen, überträgt sich seine Ruhe auf mich. Reine Spekulation wohlgemerkt!

Mit dem Rücken nach außen sitzend folgte ich seiner Anweisung und „robbte“ blind auf den Ast. Ich hatte wirklich ein klein wenig Angst, mich einfach umzudrehen, um zu sehen, was hinter mir lag. Beim Blick nach unten wäre es mir erst schwindelig geworden, dabei hätte ich unter Umständen das Gleichgewicht verloren und wäre auf die Wurzeln des Baumes runtergeplumpst. Kein schöne Vorstellung. Ganz vorsichtig legte ich mich auf den Rücken, vom Rücken in die Seitenlage und entspannte erstmal. Still liegend konnte ja nichts schief gehen.

_DSC2576

OUT OF CAM

Günther blieb ganze Zeit total entspannt und nahm seine Einstellungen vor. Die ersten Posen liefen einigermaßen, würde
ich sagen. Irgendwann war mir das „unbeholfene rum kriechen“ aber zu doof. Just in dem Moment sagt Günther „Setz Dich hin und dreh Dich mal um.“ Das sagt er so leicht. Da packte mich dann doch der Ehrgeiz. Ich mache das jetzt auf meine Weise: Erstmal zurück zum Stamm. Dort fühlte ich mich sicher. Jetzt konnte ich mich umdrehen. Kaum sah ich die wunderschöne Pracht des Baumes vor mir, fühlte ich mich wie eine kleine Elfe.
Er schien mich förmlich zu rufen. In dieser Position fühlte ich mich wesentlich sicherer und sichtlich wohler.

modelkartei_DSC2556g

Danach durfte ich runter. Dabei habe ich es mir besonders leicht gemacht. Der gute Günther zeigte mir, wie ich da am Besten wieder runter komme. Ich folgte seiner Anleitung bis ich knapp über ihm „hing“, grinse ihn an und lasse mich schlicht in seine Arme fallen 😀 Wer mich hoch „jagt“, der bekommt die Quittung 😉 Gegen jede Regel! An dieser Stelle möchte betonen, dass gegenseitiges Vertrauen genau aus diesem Grund das oberste Gebot ist. Kein Fotograf fasst ungefragt ein Model an! Auch mich nicht. Ich bin unkompliziert im Umgang. Das ist jedoch kein „Freifahrtschein“ zum Grapschen. Günther hat das auch in keinster Weise ausgenutzt und mich während des ganzen Shootings immer gefragt, wenn ich zum Beispiel ein Haar im Gesicht hatte. Wie es sich für einen Profi gehört.

lost places

lost places sind besonders beliebte Schauplätze für Fotografen. Günther hatte hier ein hinreisendes, verlassenes, kleines Häuschen. An diesem sonnigen Tag wirkte es regelrecht märchenhaft, verführte mich ein wenig in eine andere Welt abzutauchen und inspirierte Günther. Da war ein Fenster. Es war heil, und heillos verdreckt. Doch gerade das machte seinen Charme aus. Der Günther rubbelte vorsichtig gerade so viel Dreck weg, dass er mich durch das Fenster sehen konnte. In diesem wunderschönen Haus konnte ich ganz meinen Gedanken nachhängen….„L`évanescence“ ( „perdu dans les pensées“.

An einem weiteren „lost place“ haben wir uns dann richtig Zeit genommen: In seinem Studio. Dieser Glückspilz hat doch tatsächlich ein heruntergekommenes – oder zumindest unter normalen Umständen renovierungsbedürftiges – Haus als Studio.

Während er mit dem Aufbau beschäftigt war, beschäftigte ich mich mit der Schatztruhe. Günther beobachtete mich immer mal wieder, wie ich diverse Kleidungsstücke begutachtete und das eine oder andere auch anprobierte.

Das Shooting lief so locker und entspannt ab, dass ich nicht das Gefühl hatte in einem Shooting zu sein. Günther (www.sinnliche-fotos.de) ist nicht nur ein wunderbarer Fotograf, sondern auch ein wunderbarer Mensch. Das schätze ich ganz besonders. Er sieht in Dir nicht nur ein Model, sondern vor allem den Menschen. Ich freue mich schon auf weitere Shootings mit ihm.

6 comments on “Der Baum

  1. helfei sagt:

    Dein Bericht gefällt mir ganz besonders gut. Ich bin selbst Fotograf in meiner Freizeit und hatte bereits mehr als 50 Shootings. Auf so ein Kompliment von einem Model an den Fotografen werde ich noch warten müssen. Aber ich Arbeite daran. Was mir in deinem Bericht noch fehlt sind folgende Angaben: War es ein tfp oder pay. Und ganz wichtig: Wie waren die Fotos? Warst du als Model mit den Bildern zufrieden? Liebe Grüße Helmut.

    1. Model Experiment sagt:

      Hallo Helmut,

      danke für Deinen Kommentar und auch Deine Anregungen! Das Shooting hat Auf TfP-Basis stattgefunden. Die Bilder, die entstanden sind, liebe ich. Günther hat sie auch in einen Wettbewerb auf Fotoschwarm geschickt 🙂 Ergebnis steht noch aus 😉
      LG Anna

  2. Peacock sagt:

    Sehr schön geschrieben! Danke dafür!

  3. Model Experiment sagt:

    Hallo Peacock, danke wofür? LG

  4. ToM Colonia sagt:

    Diesen schönen Blogeintrag habe ich auch gerne gelesen. Das Ergebnis des Shootings ist phantastisch und sehr natürlich geworden – ich hoffe, es gewinnt einen Preis!

    Ich selbst fotografiere viel lieber, als nachher dann vor Lightroom zu sitzen (arbeite eh schon zuviel am PC). Mittlerweile denke ich, dass es daran liegt, dass ich einfach sehr gerne mit Menschen arbeite – deswegen finde ich auch Model-Sharings immer sehr lustig – man lernt viele nette neue Leute kennen.

    Um seine Kreativität auszuleben, muss man jedoch mit einer dedizierten Vorstellung im Kopf ein Model von der Idee begeistern und dann gemeinsam umsetzen. Das wurde hier in Perfektion gemacht, meinen Glückwunsch!

    Leider wohne ich in Köln und damit zu weit weg für eine gemeinsame Arbeit, aber ich wünsche noch viel Spaß und gaaaanz viele nette Fotografen auf dem weiteren Weg als Model!

    LG, Tom

    1. Model Experiment sagt:

      Hallo Tom, vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar! Ich stimme Dir zu: Models müssen von einer Idee genauso begeistert sein. Nur so kann die richtige Stimmung erzeugt werden 🙂
      Bis jetzt habe ich nur mit maximal 2 Fotografen gleichzeitig gearbeitet, war aber immer lustig 😉
      LG Anna

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